Praxis-Talk: Pflanzenschutzmittel-Optimierung in der Praxis

Der dritte "Praxis-Talk" beleuchtet Pflanzenschutzmaßnahmen zweier unterschiedlicher Landwirtschaftsbetriebe aus dem Netzwerk Leitbetriebe Pflanzenbau.

Praxisbeispiele zeigten anschaulich, dass eine Optimierung der bestehenden Strategien - konventionell wie ökologisch - nötig und möglich sind. Bild: GABOT.

Im dritten Teil der online Vortragsreihe „Praxis-Talks“ stand das Thema Pflanzenschutz im Zentrum der Debatte. Zwei Leitbetriebe aus dem Netzwerk Leitbetriebe Pflanzenbau – konventionell und ökologisch – stellten den rund 80 Teilnehmenden die unterschiedlichen Pflanzenschutzmaßnahmen ihrer Betriebe vor. Ziel des Online-Formats ist es, praktikable und innovative Ansätze aus der Praxis für die Praxis zu vermitteln.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen überwiegend aus der landwirtschaftlichen Praxis, der landwirtschaftlichen Beratung, aus dem Bereich Forschung sowie aus Behörden und Politik. Die Praxis-Talks sollen den Austausch miteinander fördern, das Verständnis und die Akzeptanz für unterschiedliche Ansätze steigern und dazu anregen, gemeinsam nach Lösungen zur Weiterentwicklung der Landwirtschaft zu suchen. Dieses Jahr werden noch fünf weitere „Praxis-Talks“ zu ackerbauspezifischen Zukunftsthemen folgen.

Die Veranstaltungsreihe wird organisiert und durchgeführt von der Koordinationsstelle Leitbetriebe Pflanzenbau.

Optimierungsmaßnahmen sind notwendig und auch möglich

Die beiden Praxisbeispiele zeigten anschaulich, dass eine Optimierung der bestehenden Strategien – konventionell wie ökologisch – nötig und möglich sind: Tino Ryll von der Ryll Landwirte GbR aus dem brandenburgischen Reinsdorf setzt dabei auf verschiedene Maßnahmen der regenerativen Landwirtschaft. Aufbau von Bodenfruchtbarkeit mittels vielfältiger Fruchtfolgen, regelmäßige Bodenuntersuchungen, Anbau von Zwischenfrüchten und Untersaaten, Vitalisierung der Pflanzen durch Komposttee und Fermente sowie mechanische Unkrautregulierung bilden für den Landwirt die Basis zur Gesunderhaltung der Kulturen. Eingriffe mit chemisch synthetischen Mitteln kann er somit auf ein Minimum reduzieren.

Dass Optimierungen beim Pflanzenschutz auch für Ökobetriebe eine Aufgabe darstellen, beschrieben Christof und Paul Clauss von der Biohof Domäne Weil in Ostfildern. Beim Anbau verschiedener Sonderkulturen, allen voran im Weinbau, setzen die beiden auf den Einsatz neuster Technik wie z.B. Recyclinggeräte zur Reduzierung des Spritzmittelaufwands. Vielfältige Begrünungen in den Fahrgassen und das Pflanzen neuer, pilzwiderstandsfähiger Rebsorten vervollständigen deren Konzept.

Save the Date: „Praxis-Talk“ #04 „Digitalisierung“ am 9. Juni 2022

Der Startschuss für das „Netzwerk Leitbetriebe Pflanzenbau“ fiel am 1. Oktober 2021. Der Austausch mit anderen Betrieben über nachhaltigen Pflanzenbau, die eigene Arbeit der Öffentlichkeit näherzubringen und die Zukunft des Ackerbaus aktiv mitzugestalten – das sind die Ziele des bundesweiten Netzwerks. Es wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) initiiert und ist ein Leuchtturmprojekt im Rahmen der BMEL-Ackerbaustrategie 2035. Das Netzwerk ist mit 56 landwirtschaftlichen Betrieben gestartet und soll im Jahresverlauf auf 100 Betriebe anwachsen. Die Leitbetriebe sollen Anlaufstelle sein für die interessierte Öffentlichkeit und für das Fachpublikum. Sie sollen zeigen, wie zukunftsfähiger Pflanzenbau in Deutschland funktioniert.

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