Nordkirchen: 75 Jahre Gärtnerei Gregg

Günter Gregg hat vor 75 Jahren Gartenbau Gregg gegründet. Drei Generationen "Faszination Pflanze" bedeuten auch ein Stück Familiengeschichte.

Im Münsterland betreibt 'Gärtner Gregg' nachhaltige, umweltschonende Pflanzenproduktion und stellt die biologische Raumklimatisierung in den Mittelpunkt. Bild: Gärtner Gregg.

Welche Branche ist enorm in Bewegung, bringt täglich neue Themen und wird für die Zukunft immer wichtiger? „Gartenbau!“, sagt Maximilian Gregg überzeugt. Der 33jährige ist in ein Familienunternehmen eingestiegen, das vor 75 Jahren gegründet wurde, Geschichte geschrieben hat und „die Zukunft mit gestalten kann“, so der Gartenbau-Ingenieur.

„Die Zukunft wird pflanzengrün. Pflanzen bedeuten Klimaverbesserung drinnen und draußen. Schaffen gesunde Luft in Räumen, wirken gegen die Überhitzung der Städte. Für viele Probleme hält die Pflanze Lösungen bereit, die noch gar nicht ausreichend bekannt sind. Das ist in der aktuellen Lage unsere Herausforderung“, betont Gregg.

Und klingt ganz ähnlich wie Günter Gregg, der vor 75 Jahren Gartenbau Gregg gegründet hat. Drei Generationen Faszination Pflanze bedeuten auch Familiengeschichte: Maximilian ist der Sohn von Markus – ‚Gärtner Gregg‘ – und Enkel des Firmengründers Günter Gregg.

Ab Gründung 1945: Meilensteine

Mit den Meilensteinen der Firmengeschichte hat sich die Familie in der Branche europaweit einen Namen gemacht: Als Günter Gregg mit knapp 21 Jahren im Sommer 1945 aus dem Krieg heimkehrt, sieht er im Gartenbau große Chancen und gründet seinen Betrieb in Dortmund auf 3.000 qm Grund.

Mit „Zimmerhelden“ zur Raumbegrünung

In den 1950er Jahren unternimmt er Versuche mit Hydrokultur und erweitert das damals sehr kleine Zimmerpflanzen-Sortiment. Mit Auswahl neuer Sorten und Importen aus Mittelamerika entsteht ein Sortiment von „Zimmerhelden“ speziell für Wohn- und Arbeitsräume: Die Geburtsstunde der Raumbegrünung.

Günter Gregg: Begründer der Hydrokultur

In den 1960er Jahren wird der Betrieb nach Castrop-Rauxel erweitert. Günter Gregg beginnt die Pflanzenvermehrung in erdelosen Substraten. Als er 1971 auf Blähton stößt, bis dahin nur als Baustoff bekannt, gelingt der Durchbruch. Er definiert die Anforderungen an einen Blähton speziell für Pflanzen und gilt heute weltweit als der Begründer der Hydrokultur.

Beste Qualitäten: Kunden kaufen europaweit

In den 1970er Jahren werden in Nordkirchen weitere Gewächshäuser gebaut und bald auf Hydrokultur umgestellt. Die Qualitäten überzeugen. Europaweit steigt die Nachfrage sprunghaft. Die vier Kinder steigen ins Unternehmen ein. Sohn Günter übernimmt die Jungpflanzen-Kultivierung, Tochter Marlis das Marketing, Sohn Wilhelm (heute 'GreggMarketing') leitet die Vermarktungs-GmbH HYGRENO, Sohn Markus (heute Inhaber von 'Gärtner Gregg') ab 1987 den Nordkirchener Produktionsbetrieb.

Es hagelt Auszeichnungen – u.a. für beste Pflanzenqualitäten und Kultivierung nach Umwelt-Prinzipien. 1995 produzieren 250 Mitarbeiter auf 100.000 qm unter Glas an vier Standorten Grünpflanzen in Hydrokultur. Doch als 1996 der Hydro-Markt aus dem Ausland mit schlechten Qualitäten überschwemmt wird, gerät das Unternehmen in die Krise. Familie Gregg veräußert 1999 die Flächen und zieht sich aus Produktion und Großhandel zurück.

Gärtner mit Mehrwert: Der Raumbegrüner

Markus Gregg und seine Frau Annette betreiben nun die Hydrothek® Nordkirchen und konzentrieren sich auf die Innenraumbegrünung: Die Geburtsstunde von 'Gärtner Gregg'. Hier setzt er seine Erfahrungen aus Europas größtem Hydrokulturbetrieb ein. Der Pflanzen-Einkauf hat ihn nach Amerika, Zentral-Amerika, Sri Lanka und Afrika geführt. Er kennt die Heimat seiner Pflanzen und weiß, die Exoten bei uns heimisch zu machen.

„Der Einsatz lebender Pflanzen im Gesundheits- und Wellnessbereich, vor allem aber in der Arbeitswelt, wird noch viel mehr Bedeutung erlangen“, ist Markus Gregg überzeugt. So hat er sich konsequent engagiert, u.a. als Vorstandsmitglied im Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur (FvRH) im Zentralverband Gartenbau (ZVG) und als Deutschlands Vertreter in der European Interior Landscapers Organisation (EILO). Im Bundesland NRW ist Markus Gregg Ansprechpartner für ‚die Raumbegrüner‘, die deutschlandweit einen Qualitätsverbund bilden.

„Das Bedürfnis nach Lösungen beim Pflanzenfreund ist groß“

„Schon bei der Gründung 1945 stand die Dienstleistung im Mittelpunkt. Heute sind es vor allem Pflanzenvermietung mit lebenslanger Garantie und der Pflegeservice, den wir mit Fachkräften an rund 10.000 Pflanzgefäßen innen und außen durchführen“, sagt Markus Gregg.

Die nachhaltige, umweltschonende Pflanzenpoduktion liegt ihm unverändert am Herzen. Er ist heute wieder Inhaber der Nordkirchener Gewächshäuser und setzt auf eigene Züchtung und Produktion: „Das Bedürfnis nach Lösungen ist beim Pflanzenfreund nach wie vor groß“, erklärt Gregg. „Hydrokultur ist im Innenbereich unangefochten das einfachste und sicherste System. 85% aller gewerblichen Innenbegrünungen wachsen in Hydrokultur.“

Doch auch für Außengrün werden komfortable Lösungen gesucht. So hat Gregg die Leistungen auf Balkon- und Terrassenbegrünung ausgedehnt, stets ausgestattet mit Langzeitsystemen wie Semihydro oder automatischer Bewässerung.

3. Generation: Mit Natur die Welt ein Stück besser machen

Vor allem die anspruchsvolle Planung von Pflanzenwänden und Grünsystemen hat Markus Greggs Sohn Maximilian gereizt, einzusteigen. Nach dem Studium war er im Landschafts- und Straßenbau tätig, seit März 2020 nimmt er seinen Platz bei 'Gärtner Gregg' ein.

„Der Name Gregg ist seit Generationen im Gartenbau verankert. Es ist Herausforderung und Riesenchance“, sagt er, „auf Basis von in Jahrzehnten gewachsenen Strukturen Neues zukunftsfähig zu entwickeln. Es ist nun an uns, die Welt mit Natur ein Stück besser zu machen.“ (PURE)

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