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NABU/VdF: Rufen zur bundesweiten Ernteschätzung auf
Der NABU - Naturschutzbund Deutschland und der VdF - Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie e. V. rufen erneut gemeinsam zu einer bundesweiten Ernteschätzung im Streuobstbau auf. "Für viele unserer über 400 Mitgliedsbetriebe stellt die Anlieferung der Äpfel und Birnen aus dem Streuobstbau eine entscheidende Existenzgrundlage dar. Daher ist es für uns wichtig, abschätzen zu können, wie die stark schwankende Streuobsternte ausfällt", so VdF-Geschäftsführer Klaus Heitlinger. Laut Dr. Markus Rösler, Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst, ist die Verarbeitung der jährlich schwankenden, meist zwischen 600.000 und 1.000.000 Tonnen liegenden Erträge von Äpfeln und Birnen im Streuobstbau ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Streuobstwiesen: "In rund 120 Regionen Deutschlands kooperieren Naturschutz, Keltereien und Landwirte in der sogenannten Streuobst-Aufpreisvermarktung - daher führen wir diesen Aufruf zur Ernteschätzung sehr gerne in Kooperation mit dem VdF durch."
VdF-Geschäftsführer Heitlinger weist darauf hin, dass der VdF spezielle Sehrohre nach der sogenannten „Bavendorfschen Fruchtbehangschätzung“ anfertigen ließ, um sie interessierten Zählern zur Verfügung zu stellen: "Wir legen Wert darauf, dass die Zählungen kontinuierlich über mehrere Jahre durchgeführt werden. Erfahrene Zähler erhöhen die Sicherheit in der Prognose. Wir freuen uns daher, dass auch der NABU mit seinen guten Kontakten zu Streuobstfördervereinen und anderen Umweltverbänden die Streuobstbewirtschafter anspricht, die das ganze Jahr mit ihren Bäumen zu tun haben." Laut Rösler kommen in Deutschland noch 300.000 bis 400.000 Hektar Streuobstbestände vor: "Damit besitzt Deutschland eine europaweit herausragende Verantwortung, denn das sind rund 25 bis 30% der gesamten europäischen Streuobstbestände. Die über 30.000 Hektar Streuobstwiesen im Vorland der Schwäbischen Alb zum Beispiel gehören zu einem der größten Streuobstanbaugebiete Europas. In den Streuobstbeständen Deutschlands gibt es weit über 5.000 Tier- und Pflanzenarten sowie rund 3.000 Obstsorten. Sel-tene Vogelarten wie Halsbandschnäpper und Wendehals, Grünspecht und Steinkauz sind Charakterarten für diesen "Hot spot der Biologischen Vielfalt" für ganz West- und Mitteleuropa."
Heitlinger und Rösler werben intensiv für die Teilnahme von Vertretern sowohl der Keltereien als auch aus dem Naturschutz. Ziel ist es, zu dem bestehenden Stamm von Schätzern neue hinzuzugewinnen, um die Erntevoraussagen von Jahr zu Jahr konkreter vornehmen zu können. Dabei wird jeder Schätzer bei möglichst 50 bis 100 Hochstamm-Obstbäumen von Mitte bis spätestens Ende Juli die Fruchtbehangschätzung durchführen. Alle wichtigen Informationen über die Ernteschätzung gibt es bei den Verbänden sowie im Internet unter www.Streuobst.de und www.fruchtsaft.net.
Informationen zum NABU:
Der NABU wurde 1899 als Bund für Vogelschutz gegründet. Mit rund 460.000 Mitgliedern und Förderern und rund 1.500 Gruppen vor Ort ist er einer der ältesten und größten Umweltverbände Deutschlands. Hauptamtlich besetzte Geschäftsstellen, Infozentren und Institute existieren in allen Bundesländern sowie in zahlreichen Schutzgebieten. Zahlreiche ehrenamtlich arbeitende Bundesfachausschüsse, wie der BFA Streuobst sind ein wichtiger Baustein in der fachlichen Kompetenz des Verbandes.
Informationen zum Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie e. V.:
Der VdF wurde 1951 gegründet und umfasst rund 400 Mitgliedsunternehmen mit einem Gesamtumsatz von über 4 Mrd. Euro jährlich. Er ist der zentrale Verband der Fruchtsafthersteller Deutschlands und vertritt die gemeinsamen Interessen der deutschen Fruchtsaftindustrie gegenüber Behörden, Institutionen und Politik. Jährlich werden ca. 3,2 Mrd. Liter Fruchtsaft vermarktet, davon 1 Mrd. Liter Apfelsaft, von denen 0,5 Mrd. Liter in Deutschland gepresst werden.
Informationen zur Fruchtbehangschätzung:
NABU-BFA Streuobst, Heike Fischer, c/o Förder- und Landschaftspflegeverband Mittelelbe, Johannisstraße 18, 06844 Dessau, 0340/2206141, FOELV-Biores(at)t-online.de, www.Streuobst.de
VdF, Ursula Fröhlich, Mainzer Straße 253, 53179 Bonn, 0228/95460-15, froehlich(at)fruchtsaft.org

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