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Greenpeace-Test: Zierpflanzen oft giftig für Bienen
Zierpflanzen aus Österreichs Gartencentern und Baumärkten sind häufig massiv mit Pestiziden belastet, die sehr giftig für Bienen sind. Zu diesem Ergebnis kommt die Umweltschutzorganisation Greenpeace im Zuge einer Untersuchung von Lavendelpflanzen bei sieben großen Anbietern. Die am stärksten belastete Probe stammt dabei von dem Unternehmen Bauhaus. In dieser Lavendelpflanze wurden Rückstände von insgesamt 12 verschiedenen Pestiziden, darunter etwa Deltamethrin, nachgewiesen. Auch die Pflanzen von Bellaflora, Lagerhaus und Dehner waren mit sehr bienengefährlichen Pestiziden belastet. Die Umweltschutzorganisation fordert jetzt die Handelsketten dazu auf, endlich Verantwortung für die Lieferkette zu übernehmen und bienengefährliche Wirkstoffe nicht weiter in der Produktion von Zierpflanzen einzusetzen. Darüber hinaus müsse der Verkauf von Bienengiften an Privatpersonen für den Einsatz im Haus- und Gartenbereich umgehend eingestellt werden.
„Baumärkten und Gartencentern kommt eine Schlüsselrolle dabei zu, ob für Bienen giftige Pestizide in die Umwelt gelangen“, erklärt Sebastian Theissing, Landwirtschaftssprecher bei Greenpeace in Österreich. „Wenn solche Pestizide in der Zierpflanzenproduktion eingesetzt werden, beschleunigt das in weiterer Folge das Bienensterben. Ebenso wird das Überleben der Bienen durch den Verkauf von Produkten für den Haus- und Gartengebrauch, die Bienengifte enthalten, gefährdet.“ Allen voran kritisiert Greenpeace in diesem Zusammenhang das Unternehmen Bauhaus. Die Lavendelpflanze dieses Unternehmens war besonders stark mit Bienengiften belastet. Darüber hinaus zählte Bauhaus bis zuletzt zu den wenigen verbleibenden Unternehmen in Österreich, die Deltamethrin direkt an Privatpersonen für den Gebrauch in Haus und Garten verkauften. Dieser Wirkstoff könnne Bienen schon in sehr geringen Dosen töten und sollte daher aus Sicht von Greenpeace überhaupt nicht weiter eingesetzt werden. „Wir haben die Unternehmen vorab mit den Test-Ergebnissen konfrontiert und Bauhaus hat bereits reagiert. Die Handelskette will in Zukunft auf den Verkauf von Deltamethrin-haltigen Produkten verzichten“, zeigt sich Theissing erfreut. „Das ist ein erster Schritt. Bauhaus muss jedoch endlich Verantwortung für seine Lieferkette übernehmen und dafür sorgen, dass keine gefährlichen Bienengifte für die Produktion seiner Zierpflanzen eingesetzt werden“, fügt Theissing hinzu. „Der Lavendel-Test zeigt, dass Bauhaus noch weit von einer bienenfreundlichen Pflanzenproduktion entfernt ist“.
„Für die Erzeugung eines Drittels unserer Lebensmittel, darunter Gemüse, Früchte, Nüsse, Gewürze und Pflanzenöle, sind wir auf Bestäubungsinsekten angewiesen. Dazu gehören neben Bienen unter anderem auch Hummeln, Wespen, Schmetterlinge und Fliegen“, erklärt Theissing. Seit Jahren mache das Bienensterben in Österreich Schlagzeilen. Neben Parasiten und dem fehlenden Angebot an Nahrung sowie an geeigneten Lebensräumen sei ein wichtiger Grund dafür naxh Ansicht von Greenpeace die Vergiftung durch Insektizide. Diese Wirkstoffe könnten entweder einzeln oder in Kombination für Bienen sofort tödlich sein. In geringen Dosen könnten sie chronische Wirkungen entfalten, die die Bienen schwächten und letztendlich ebenfalls zu ihrem Tod führten. (Greenpeace)

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