GaLaBau B-W: „Erfreuliches 2006“

Auf der 32. Jahresmitgliederversammlung des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e.V. berichteten die Mitglieder des Präsidiums von der Arbeit ihrer Ressorts im Geschäftsjahr 2006. Hier eine Zusammenfassung ihrer Vorträge:

 

Rückblick des Präsidenten auf ein erfreuliches 2006

In seinem Bericht ging Präsident Erhard Anger auf die Befragung aller Mitglieder des Bundesverbands ein und freute sich, dass Baden-Württemberg bei den Antworten mit Abstand den ersten Platz belege und dabei von den baden-württembergischen Verbandsmitgliedern ganz besonders für seine Berufsbildung, seine Öffentlichkeitsarbeit und für seine berufliche Interessenvertretung gelobt worden sei. Er ermunterte zugleich die Unternehmerinnen und Unternehmer im Verband, auch auf ihren regionalen Dienstleistungsmärkten mehr "gelebte Kollegialität" und Kooperation zu praktizieren.

 

Als besondere "Highlights" des Geschäftsjahrs 2006 bezeichnete Anger zum einen den Bau eines eigenen überbetrieblichen Ausbildungszentrums in Heidelberg, das bereits am 1. März 2007 gemeinsam mit Ministerpräsident Günther Oettinger eingeweiht werden konnte und zweitens den erfolgreichen Tarifabschluss mit der I.G.BAU am 5. Juli 2006, mit dem endlich die Jahresarbeitszeit und die Saison-Kurzarbeit zufrieden stellend geregelt worden sei. Präsident Anger verwies ferner auf die vielen regionalen Messen und Ausstellungen im Lande, die von Mitgliedsbetrieben und dem Verband als Plattformen für Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung erfolgreich genutzt worden waren.

 

Besonders erfreut zeigte sich Anger auch von der Tatsache, dass es 2006 gelungen sei, mit aktuell 557 Mitgliedsbetrieben "eine weitere Rekordmarke aufgestellt" zu haben.

 

Verbandsfinanzen

Schatzmeister Ulrich Walter verwies auf die speziell 2006 durch große Witterungsschwankungen bedingte Umsatz- und Liquiditätsschwankungen bei den Mitgliedsbetrieben und deren Auswirkungen auf die Verbandsfinanzen. Man habe dennoch, nicht zuletzt auch dank neu gewonnener Mitgliedsunternehmen, das Geschäftsjahr erfolgreich abschließen können.

 

Die Baufinanzierung des neuen Ausbildungszentrums in Heidelberg im vorgegebenen Finanzrahmen von 1,8 Mio. Euro sei mit der Unterstützung des Landes und zahlreicher Sponsoren ebenfalls gelungen. Geld in die Ausbildung junger Menschen zu investieren, ist auch aus der Sicht des Schatzmeisters eine "richtige und sinnvolle Anlage".

 

Ausbildungserfolge

So sieht dies auch Erich Hiller, im Präsidium verantwortlich für den Bereich Ausbildung. "Mit der Unterstützung des Landes Baden-Württemberg und unseres Ausbildungsförderwerks Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (AuGaLa) haben wir in Heidelberg wirklich etwas Einmaliges geleistet", stellte Hiller zufrieden fest. Gelungen sei 2006 auch der erste Technikkurs mit integrierter Motorsäge-Ausbildung für Auszubildende.

 

Mit insgesamt 1.111 Ausbildungsverhältnissen in Baden-Württemberg habe die Nachwuchswerbung auch 2006 wieder gute Früchte getragen; erfreulich sei außerdem, dass 38 Ausbildungsbetriebe neu hinzugekommen seien. Hiller appellierte an seine Kolleginnen und Kollegen, künftig noch mehr "motivierte und engagierte Ausbilder und Ausbildungsbetriebe" zu gewinnen und verwies dabei auf den großen Erfolg von fünf Ausbilderseminaren im letzten Jahr mit über hundert Teilnehmern.

 

Broschüren, die im Markt ankommen

Stephan Arnold ist im Präsidium verantwortlich für das Ressort "Landschaftsgärtnerische Fachgebiete". Er lobte in seinem Bericht die gut gelungenen Broschüren mit den Themen "Licht im Garten", "Schwimmteiche", "Ohne Pflege kein Grün", "Bäume pflegen und erhalten", "Innenraumbegrünung - Lust auf Grün" und "Spielplatzpflege", die vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) gestaltet und 2006 bereitgestellt wurden. Mit diversen Informationskampagnen zu diesen Themen sei es gelungen, das Kundeninteresse gezielt auf die Fachbetriebe der Verbandsmitglieder zu lenken. Mit einer eigenen Broschüre "Bäume pflegen - nicht verstümmeln" habe ferner das Spezialgebiet Baumpflege neue Impulse erfahren; mehr als zehntausend Exemplare seien 2006 an Interessenten verteilt worden. Eine weitere Broschüre wird zur Pflege und Wartung von Spielplätzen entwickelt. Diese Dienstleistungen", so Arnold " würden inzwischen zunehmend - speziell von kleineren Städten und Gemeinden - nach außen vergeben.

 

Das Präsidiumsmitglied bedauerte in seinem Bericht, dass bei der Besetzung zweier neuer Professuren an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen der Verband leider seine Vorstellungen von einer mehr praxisnahen Ausbildung nicht in gewünschtem Maße habe durchsetzen können.

 

Verstärkter Dialog mit der Politik und mehr Kooperation mit Wirtschaftsverbänden

"Als ganz wichtiges Ziel sehe ich es, auch im kommenden Jahr die Kommunikation und den Dialog mit den politischen Vertretern in der Landesregierung fortzuführen. Die Meinung von uns Landschaftsgärtnern ist gefragt, egal ob es um soziale Beschäftigungsgesellschaften, Ein-Euro-Jobs oder die wirtschaftliche Betätigung von Kommunen geht." So äußerte sich Thomas Heumann, im Präsidium verantwortlich für das Ressort "Wirtschaft und Markt". Es komme dabei auch darauf an, auch die Zusammenarbeit mit geeigneten Wirtschaftsverbänden gezielt zu verstärken.

 

Der Garten- und Landschaftsbau sei eine "Branche mit sehr viel Zukunftspotenzial", erklärte Heumann. Der daraus erwachsende Optimismus müsse auch auf die eigenen Mitarbeiter und auf die Kunden übertragen werden. Heumann sprach sich ferner für den Erhalt der eigenen Gartenbau-Berufsgenossenschaft aus; das sei für alle Mitgliedsbetriebe vorteilhaft.

 

Tariferfolge

"Die Tarifverhandlungen im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau konnten im vergangenen Sommer am 5. Juli 2006 nach über 39 Monaten Verhandlungsdauer in Berlin erfolgreich abgeschlossen werden." Das stellte Stefan Müller, der im Präsidium Verantwortliche für den Bereich "Tarif", zu Beginn seines Berichts auf der Mitgliederversammlung in Leinfelden-Echterdingen zufrieden fest. Vereinbart worden seien mit der I.G.BAU um 2,7% höhere Löhne, Gehälter und Auszubildendenvergütungen ab dem 1. August 2006. Noch bedeutsamer sei der Abschluss einer Jahresarbeitszeit mit verstetigtem Monatslohn ab April 2007. Mit der Gewerkschaft vereinbart - so Müller - wurde ferner die Rahmenbedingungen für ein wetterabhängiges Saisonkurzarbeitergeld. Über weitere Modalitäten des Tarifvertrages werde noch weiter verhandelt. Dessen Laufzeit reicht vom 1. April 2007 bis 31. Dezember 2012, mit sechsmonatiger Kündigungsfrist zum Jahresende.

 

In den regionalen Öffentlichkeiten gut aufgestellt

Thomas Westenfelder, zuständig im Präsidium für die Öffentlichkeitsarbeit, verwies in seinem Bericht auf "unser oberstes Prinzip in Sachen Öffentlichkeit, für die Dienstleistungen unserer Betriebe dort zu werben, wo sie gefragt sind, nämlich auf unseren regionalen Märkten. "Auch im vergangenen Jahr sei es wieder erfreulich gut gelungen, das Leistungsspektrum des Berufsstandes und die Leistungsfähigkeit der baden-württembergischen Fachbetriebe 2mit zum Teil immensem Aufwand" auf zahlreichen Messen und Ausstellungen und auf der Landesgartenschau in Heidenheim nachhaltig zu profilieren.

 

Westenfelder lobte die starke professionelle Unterstützung dieser Aktivitäten durch den Landesverband und verwies dabei auf die Beteiligungen der Landschaftsgärtner an der "Giardina" in Karlsruhe, den "Gartenträumen" in Ulm und Freiburg, den "Barocken Gartentagen" in Ludwigsburg, der "Home & Garden" in Schwetzingen, Baden-Baden und Salem, der "Chrysanthema" in Lahr und der "Garden life" in Reutlingen sowie an diversen örtlichen Gewerbeschauen.

 

Die vom Gesetzgeber Anfang 2006 eingeräumte Abzugsfähigkeit von haushaltsnahen Dienstleistungen habe der Verband sofort kommunikativ aufgegriffen und ein Faltblatt mit dem Titel "Zugreifen! Zweifacher Steuerbonus für Ihren Garten" in einer Auflage von 30.000 Exemplaren an interessierte Endkunden verteilt.

 

Westenfelder setzte sich auf der Mitgliederversammlung mit Nachdruck dafür ein, dass sich auch baden-württembergische Unternehmer an der BGL-Kampagne freiwillig beteiligten, soweit dies ihrer Marktpolitik zugute komme; das sei vernünftiger als eine korporative Beteiligung des Landesverbands an der Kampagne.

 

Er ging in seinem Bericht dann abschließend noch auf die erfolgreiche Mitgliedergewinnung im vergangenen Jahr ein. Durch den Eintritt junger Garten- und Landschaftsbetriebe beim Verband sei es gelungen, den bedauerlichen alljährlichen Verlust von teilweise langjährigen Verbandsmitgliedern (wegen fehlender Betriebsnachfolger oder wegen Insolvenz) 2006 deutlich mehr als zu kompensieren. (BGL)

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