- Startseite
- Mehr...
- Dossiers
- Grazeasy
- Förderverein für Obstbau Schlachters e.V...
Förderverein für Obstbau Schlachters e.V. gegründet
Die altehrwürdige Obstbauschule in Schlachters, seit neun Jahren Versuchsstation für Obstbau Schlachters der Staatlichen Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan, erhält finanzielle Unterstützung durch einen Förderverein. Der Verein will so zum Erhalt der Einrichtung für die nächsten 15 Jahre beitragen.
Hintergrund
Der Pachtvertrag zwischen der Staatlichen Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan und dem Landkreis Lindau über die Versuchsstation für Obstbau Schlachters läuft am 31.12.2009 aus. Die Verhandlungen über eine Verlängerung stehen kurz vor ihrem erfolgreichen Abschluss. Professor Dr. Sebastian Peisl, Leiter der Staatlichen Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan hofft noch im Februar den neuen, auf 15 Jahre vereinbarten Kooperationsvertrag unter Dach und Fach“ zu bringen. Vier starke Partner werden künftig die Versuchsstation gemeinsam tragen:
• der Landkreis Lindau,
• der neu gegründete "Förderverein für die Versuchsstation für Obstbau Schlachters e.V.",
• das Bayerische Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten,
• das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, vertreten durch die Staatliche Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan.
Jeder habe dafür einen Schritt nach vorne getan, so Peisl. Der Landkreis habe zugesagt, neben der Bereitstellung der Liegenschaften auch für den Bauunterhalt zu sorgen. Zu diesem Zweck fließen die Mieteinnahmen künftig an den Kreis und nicht wie bisher an den Freistaat. Der Förderverein helfe, die Hausbewirtschaftung sicherzustellen. Das Wissenschaftsministerium stelle das Personal, die Forschungsanstalt könne zusichern, dass trotz größeren Personalabbaus an anderen Stellen die fünf Arbeitsplätze in Schlachters erhalten bleiben. Bei Bedarf wird ein zweiter Ausbildungsplatz angeboten. Jetzt gelte es, dass auch das Landwirtschaftsministerium den Schritt nach vorn mitgehe und angesichts zusätzlicher Aufgaben die Drittmittel aufstocke, sagte Peisl.
Mit dem Kooperationsvertrag ist die Versuchsstation in Schlachters hervorragend für eine zukunftsorientierte Forschung aufgestellt und bietet ihrem Personal eine langfristige und sichere Perspektive. Gewinner dieser Lösung sind vor allem die knapp 200 Obstbaubetriebe dieses wichtigsten bayerischen Apfelanbaugebiets, bei denen die Forschungsanstalt aufgrund der geleisteten Arbeit hohes Ansehen als verlässlicher Partner genießt. Der Informationstransfer zu den vielen Beratern, Multiplikatoren und Praktikern, die bisher schon aus nah und fern zu den einschlägigen Veranstaltungen gekommen waren, ist weiter ausbaubar. Gerade im Hinblick auf die jüngst deutliche Zunahme des Interesses seitens der Fachberatung aus den Nachbarländern Schweiz, Österreich und Südtirol kann sich die Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan hier in hervorragender Weise positionieren.
Details zum Förderverein
Gründungsmitglieder sind der Bezirksverband Schwaben des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege, der Landesverband Erwerbsobstbau, die Erzeugergemeinschaft Lindauer Obstbauern, der Verband Bayerische Fruchtsaftindustrie, der Arbeitskreis Keltereibetriebe, der Kleinbrennerverband Lindau und die Gemeinde Sigmarszell.
Uli Pfanner, Kreisvorsitzender des Gartenbauverbandes und frisch gewählter Vorsitzender des Fördervereins, erklärte: „Wir wollen der Politik und der Öffentlichkeit demonstrieren, wie wichtig es ist, die Versuchsstation Schlachters zu erhalten.“ Die Vertreter der Organisationen hoben die Notwendigkeit der Versuche unter den klimatischen Bedingungen vor Ort hervor und begrüßten, dass künftig auch Forschung über den Bereich Tafelobst hinaus stattfinden wird.
Es sei ein guter Weg, die Interessen zu bündeln, stellte Helmut Jäger, Vorsitzender des bayerischen Erwerbsobstbauernverbandes und der Obstregion Bodensee, fest. „Die Interessen überschneiden sich“, sagte Joachim Wiesböck, Vorsitzender Arbeitskreis Keltereibetriebe und Bayerischer Fruchtsaftverband. Die Bedeutung der Erforschung des Mostobstbereichs betonte Helmut Lempart, Geschäftsführer des Verbands der Bayerischen Fruchtsaftindustrie und Betriebsleiter am Institut für Lebensmitteltechnologie der Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan. Stephan Hanser vom Kleinbrennerverband Lindau nannte die Aufgabe, feuerbrandresistente Sorten zu finden.
Auf das Ziel, neue Baugebiete von Kommunen mit Streuobstbeständen heimischer Sorten ökologisch auszugleichen, ging Sigmarszells Bürgermeister Walter Matzner ein. Obstbauforschung sei im „ureigensten Verbandsinteresse“, sagte Martin Gruber vom Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege. Martin Nüberlin, Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft Lindauer Obstbauern, betonte, dass vom Obstbau in der Region auch die ganze Ferienlandschaft profitiere. „Das ist heute eine gute Sache“, merkte Landrat Dr. Eduard Leifert zur Vereinsgründung an. Eine feste Zusage, dass der Landkreis ebenfalls Mitglied wird, wollte er allerdings noch nicht geben. Darüber könne man reden, so Leifert. Der Kreis tue ohnehin eine Menge. Die Liegenschaften, die man der Versuchsstation zur Verfügung stelle, seien „fast eine Dauerüberlassung, fast ein Geschenk“. Leiferts Kommentar zu dem langen Ringen um einen neuen Vertrag: „Ein Kind muss unter Schmerzen geboren werden.“
Vorstandswahlen
Einstimmige Ergebnisse gab es bei den von Eberhard Rotter, MdL, geleiteten Vorstandswahlen des neugegründeten "Fördervereins für die Versuchsstation für Obstbau Schlachters e. V. Vorsitzender ist Uli Pfanner, Stellvertreter Martin Nüberlin. Als Schriftführerin gewählt wurde Ute Renner, Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan und Betriebsleiterin in Schlachters, als Kassenwart Walter Matzner. Beisitzer sind Helmut Jäger, Christian Knaus und – sobald der Landkreis beigetreten ist – der amtierende Landrat. Die Kasse prüfen Max Schäfler und Stefan Hanser.

Kommentare (0)
Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.