Bundestag: Regierung bringt Spritpreisgesetz ein

Die Bundesregierung hat einen Entwurf für ein Kraftstoffpreisanpassungsgesetz (21/4744) vorgelegt. Die Maßnahme gilt als eine Reaktion auf die deutlichen Preissteigerungen an den Tankstellen. Die Bundesregierung plant zum einen, das Kartellrecht verschärfen. Zum anderen soll eine neue Regel auf den Weg gebracht werden, nach der Tankstellen nur noch einmal am Tag die Preise erhöhen dürfen.

Die Kraftstoffpreise sind in den vergangenen Wochen stark gestiegen. Bild: GABOT.

Der Gesetzentwurf wird heute in erster Lesung im Bundestag debattiert und soll dann zur weiteren Beratung an den Ausschuss für Wirtschaft und Energie verwiesen werden. Es ist vorgesehen, dass die 2./3. Lesung bereits in der kommenden Woche stattfinden soll, außerdem muss der Bundesrat über den Gesetzentwurf entscheiden.

Konkret plant die Bundesregierung, dass Tankstellen nach österreichischem Vorbild künftig die Preise für die Kraftstoffe E5, E10 und Diesel nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr, erhöhen dürfen. Preissenkungen sollen hingegen jederzeit möglich sein. Verstöße sollen mit Bußgeldern bis zu 100.000 Euro geahndet werden, heißt es in dem Entwurf. Die neue Regel solle für mehr Transparenz und weniger kurzfristige Preissprünge an der Zapfsäule sorgen. Das Vorhaben soll zunächst zeitlich befristet gelten und nach „einem Jahr evaluiert“ werden.

Außerdem soll das Kartellrecht verschärft werden. Dem Bundeskartellamt soll ermöglicht werden, einfacher gegen marktbeherrschende Unternehmen aus dem Kraftstoffbereich vorzugehen, wenn Hinweise auf unangemessen hohe Preise vorliegen. Bei stark steigenden Preisen soll künftig die Beweislast umgekehrt werden, was bedeutet, dass Unternehmen darlegen müssen, dass ihre Preissteigerungen sachlich gerechtfertigt seien. Bei auffällig starken Preisanstiegen sollen die Unternehmen darlegen, dass diese tatsächlich durch höhere Kosten entstanden sind. Dadurch soll es für Kartellbehörden deutlich leichter werden, gegen überhöhte Preise vorzugehen. (hib/NKI)

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