BUGA Erfurt: 18. Blumenhallenschau

Die achtzehnte Hallenschau der BUGA in Erfurt widmet sich der Jahrhunderte alten Gartenbautradition Thüringens.

Die Ausstellungen in den Hallenschauen unterliegen dem gärtnerischen Wettbewerb. Dabei beurteilen Preisrichter verschiedenste Leistungen wie Gestaltung oder Qualität der Schauen. Bild: BUGA.

Schon im Mittelalter war Erfurt von großen Anbauflächen umgeben. Hier wurden Blumen, Gemüse, aber auch Brunnenkresse sowie die Färberpflanze Waid gepflanzt, durch die die Stadt zu großem Reichtum gelangte. In ganz Thüringen gab es einst großflächige Blumen- und Gemüsefelder, soweit das Auge reichte.

„Auch hier in der Hallenschau blüht es nun aus allen Knopflöchern“, freut sich Ulrich Haage, Präsident des Thüringer Gärtnerverbandes und selbst Inhaber einer der traditionsreichsten Gärtnerbetriebe Erfurts, als die Preise an die Aussteller der 18. Hallenschau verliehen werden. „Hier wollen wir Thüringer Gärtner einfach einmal präsentieren, was wir können“.

Dahlienpracht aus Bad Köstritz

Da sind die zu Beispiel die prachtvollen Dahlien, die schon seit langem vor allem in Bad Köstritz die schönsten Blüten treiben. Egal ob als Kaktus-, Pompon-, Ball- oder Seerosendahlien – alle ziehen die in großen Scharen angereisten Besucher ganz besonders in ihren Bann. Ihre klingenden Namen wie „kleiner Schelm“ oder „Amethyst“ unterstreichen die Attraktivität der Pflanzenschönheiten. Aber auch die in Thüringen gezüchteten Astern - Seestern-, Zuckertüten- und Krallenastern - sowie Chrysanthemen finden zu Recht ihre Bewunderer.

Passend zur Saison trumpfen nun die Stars des Herbstes wie Besenheide, Sedum oder Alpenveilchen auf, Calamintha und Gaura sorgen für Höhe in den Gestecken. Die passenden Gräser, z. B. Rutenhirse und Chinaschilf bilden dazu einen höchst attraktiven Pflanzenhintergrund.

Die Farben des Herbstes geben sich die Ehre

Viele abwechslungsreiche Pflanzenzusammenstellungen sind in Hängeampeln und Blumenkästen zu bewundern: Begonien in verschiedenen Sorten und Farben und herbstlicher Blattschmuck wie Silberblatt und Punktblume, dazu Süßkartoffeln und Buntnesseln, Efeu und Lysimachia. Die Farben des Spätsommers machen in Kombinationen aus Strohblumen, Heuchera und Calibrachoa in verschiedensten Pflanzgefäßen eine gute Figur.

Der Trend geht zur Nachhaltigkeit

Aprospos Pflanzgefäße: „Es ist uns ein wichtiges Anliegen gewesen, bei den Pflanzgefäßen möglichst auf Kunststoff zu verzichten, erläutert Beate Walther, die als Ausstellungsbevollmächtigte der Bundesgartenschau-Gesellschaft für die Hallenschauen verantwortlich ist. Kräuter- und Gewürzpflanzen kommen in der Hallenschau in Pflanzgefäßen daher, die aus nachhaltigen Rohstoffen hergestellt und sogar kompostierbar sind. Einige dieser Balkonkästen hat man sogar nach Märchen benannt: In dem Kasten „Tischlein deck dich“ finden sich zum Beispiel Küchenkräuter und Pflanzen wie Chili, Rauke und die nach Sellerie schmeckende Sedanina; sogar regelrechte „Hexenpflanzen“ haben ihren Weg in die Ausstellungshalle gefunden!

Auch die Friedhofsgärtner leisten mit attraktiven Trauergestecken in verschiedensten Gestaltungsformen ihren Beitrag. Bienen- und insektenfreundliche Pflanzkombination laden zum Nachpflanzen im eigenen Garten oder auf dem Balkon ein. Schön arrangierte Kakteen-Sortimente und attraktive Sukkulenten, darunter ein über zehn Jahre alter Geldbaum-Bonsai (Crassula), ziehen die Blicke auf sich. Als Lokalmatadore zeigen natürlich die Gärtnerinnen des Erfurter Ega-Parks ihre grünen Schätze – sie waren unter der Regie der Erfurter Gartengestalterin Ingrid Theurich maßgeblich an der Umsetzung des Hallenkonzepts beteiligt.

Die Tafel ist üppig gedeckt

Selbst der verwöhnteste Gaumen kann sich auf all das freuen, was die Thüringer Gärtnern auftischen. Appetitlich anzusehendes Stein-, Kern- und Beerenobst in historischen wie modernen Sorten findet unter den interessierten Besuchern ebenso seine Freunde wie alle Arten von Gemüsen und knackigen Salaten. Und passend zur Saison dürfen natürlich auch die bunten Kürbisse und Melonen der Hallenschau nicht fehlen – nur schade, dass man bei all der kulinarischen Fülle nichts für den heimischen Kochtopf mitnehmen darf. Kein Wunder, dass schon Luther die Erfurter als „des Heiligen Römischen Reiches Gärtner" bezeichnete! Die hochkarätig besetzte Jury belohnte die Leistungen der Aussteller der 18. Hallenschau daher gern mit 68 Gold-, 84 Silber- und 49 Bronzemedaillen sowie 6 Großen Goldmedaillen und 3 Ehrenpreisen. (BUGA)

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