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Beerenobst: Untersuchung auf Rückstände und Kontaminanten
Von Januar bis August 2016 wurden am CVUA Stuttgart insgesamt 157 Beerenobstproben aus konventionellem Anbau und 14 Beerenobstproben aus ökologischem Anbau auf Rückstände von über 700 verschiedenen Pestizidwirkstoffen, Pestizidmetaboliten sowie Kontaminanten untersucht. Bei den konventionellen Beerenobstproben handelte es sich um 81 Proben Strauchbeeren und 76 Proben Erdbeeren, wovon 69% (109 Proben) aus einheimischer Produktion stammten. Die gesetzlich festgelegten Höchstmengen wurden bei 11 Proben (7%) überschritten. Bei Beerenobst aus ökologischer Erzeugung waren 10 der 14 Proben (71%) rückstandsfrei.
Beerenobst aus konventionellem Anbau
Johannisbeeren: Abgesehen von einer Probe aus den Niederlanden stammten alle anderen untersuchten Johannisbeeren aus einheimischem Anbau. In 32 der 34 (94%) untersuchten Johannisbeerproben konnten Pestizidrückstände nachgewiesen werden. In 4 Proben (12%) lag der nachgewiesene Rückstandsgehalt eines oder mehrere Wirkstoffe über der gesetzlich für Johannisbeeren festgelegten Höchstmenge. 29 der 34 Proben (85 %) wiesen Rückstände mehrerer Wirkstoffe pro Probe auf. Im Mittel enthielten die Johannisbeeren 8,9 Wirkstoffe pro Probe und einen mittleren Pestizidgehalt von 1,0 mg/kg Johannisbeeren. Bei der Überprüfung der sogenannten Indikationszulassung konnten in 7 (21%) der 33 Johannisbeerproben aus heimischer Produktion Rückstände von Pestizidwirkstoffen nachgewiesen werden, die in Deutschland nicht für die Anwendung bei Johannisbeeren zugelassen sind. Des Weiteren wiesen zwei dieser 7 Proben Johannisbeeren, die als Ware aus Deutschland in den Verkehr gebracht wurde, Rückstände von Pestizidwirkstoffen auf, die in Deutschland generell nicht mehr zugelassen sind.
Stachelbeeren: In allen 10 untersuchten Stachelbeerproben, die allesamt als Ware aus Deutschland in den Verkehr gebraucht wurden, konnten Pestizidrückstände nachgewiesen werden. 9 dieser Proben wiesen außerdem mehrere Wirkstoffe pro Probe auf. Im Mittel waren dies 10,1 Wirkstoffe pro Probe (Ø-Gehalt 0,55 mg/kg Stachelbeeren). In zwei Proben lagen die Rückstandsgehalte je eines Wirkstoffes über der jeweils gesetzlich festgelegten Höchstmenge, gleichzeitig waren in diesen 2 Proben (20 %) jeweils Rückstände von nicht für die Anwendung bei Stachelbeeren zugelassenen Wirkstoffen nachweisbar.
Himbeeren: Von 15 im Berichtsjahr untersuchten Himbeerproben stammten 11 aus einheimischer Erzeugung. In allen untersuchten Himbeerproben konnten Pestizidrückstände mehrerer Wirkstoffe pro Probe nachgewiesen werden. Im Mittel enthielten die untersuchten Himbeeren 5,8 Wirkstoffe pro Probe (Ø 0,92 mg/kg Himbeeren). Die nachgewiesenen Rückstandsgehalte lagen alle unterhalb der jeweils gesetzlich festgelegten Höchstmengen. In einer der 11 Proben (9%) mit deutscher Herkunft wurde ein Wirkstoff nachgewiesen, der nicht für eine Anwendung bei Himbeeren zugelassen ist.
Brombeeren: Insgesamt wurden 4 Proben untersucht, wobei 3 Proben aus Deutschland und 1 Probe aus den Niederlanden stammten. In allen untersuchten Brombeerproben wurden mehrere Pestizidrückstände pro Probe nachgewiesen. Im Mittel enthielten die Brombeeren 5,3 Wirkstoffe pro Probe (Ø-Gehalt 0,17 mg/kg Brombeeren).
Erdbeeren: Neben den 81 Strauchbeerenobstproben wurden auch 76 Erdbeerproben auf Rückstände an Pflanzenschutzmitteln und Kontaminanten untersucht. 43 Erdbeerproben stammten aus heimischer Erzeugung. In 75 von 76 (99%) untersuchten Erdbeerproben konnten Pestizidrückstände nachgewiesen werden, wobei 74 Proben gleichzeitig auch Rückstände mehrerer Wirkstoffe pro Probe aufwiesen. Im Mittel enthielten die Erdbeeren 6,3 Wirkstoffe pro Probe (Ø-Gehalt 0,39 mg/kg Erdbeeren). In 3 Proben (4%) lag der nachgewiesene Rückstandsgehalt eines Pflanzenschutzmittelwirkstoffes über der jeweils für Erdbeeren gesetzlich festgelegten Höchstmenge. Außerdem konnten in 3 Erdbeerproben (2x Spanien, 1x Italien) Rückstande an Chlorat über 0,01 mg/kg nachgewiesen werden. Erfreulicherweise konnten in diesem Berichtsjahr bei keiner der deutschen Proben Rückstände von Wirkstoffen nachgewiesen werden, deren Anwendung nicht zugelassen ist.
Ökologisch erzeugtes Beerenobst
Zwischen Januar und August 2016 wurden insgesamt 14 Beerenobstproben aus ökologischem Anbau auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. Hierbei handelte es sich um 7 Proben Erdbeeren (5x Deutschland, 1x Italien, 1x Spanien), 4 Proben Heidelbeeren aus Spanien, 2 Proben Brombeeren aus Deutschland und 1 Johannisbeerprobe, ebenfalls aus Deutschland. 10 Proben (71%) waren rückstandsfrei. In 4 Proben, 3 Heidelbeerproben aus Spanien und 1 Erdbeerprobe aus Deutschland, konnten Rückstandsgehalte an Phosphonsäure zwischen 0,046 und 15,6 mg/kg nachgewiesen werden. Bei Phosphonsäure handelt es sich um einen in der EU zugelassenen fungiziden Wirkstoff, der bis zum 30.09.2013 im ökologischen Anbau als Pflanzenstärkungsmittel zugelassen war.
Fazit und Bewertung
Die Ergebnisse der Rückstandsuntersuchungen zeigen auch in diesem Jahr, dass konventionell erzeugtes Beerenobst zu den Obst-sorten gehört, welche sowohl einen hohen Anteil an Proben mit Pestizidrückständen (97%) als auch einen hohen Anteil an Proben mit Mehrfachrückständen (93%) aufweist. Der Anteil an Proben mit Gehalten über den gesetzlich festgelegten Höchstmengen (ohne Berücksichtigung von Chlorat) ist mit 7,0% (11 Proben) vergleichsweise hoch (2015: 3,4%). Für den Verbraucher sehr positiv ist, dass alle nachgewiesenen Rückstandsgehalte unterhalb der jeweils toxikologisch festgelegten Referenzwerte liegen und damit alle Proben als gesundheitlich unbedenklich zu bewerten waren. (CVUA)

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