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Weihenstephan: Pflanzenschutzexperten aus dem Gartenbau bildeten sich weiter
Das Thema Pflanzenschutz ist in der Gartenbaupraxis und -beratung ein Dauerbrenner. Aus diesem Grund ist das in diesem Jahr bereits zum 18. Mal von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) durchgeführte "Fachseminar Pflanzenschutzberatung" ein gerne genutzter Pflichttermin. Frau Prof. Dr. Birgit Zange, wissenschaftliche Leiterin der Arbeitsgruppe Pflanzenschutz begrüßte zusammen mit dem Organisator Thomas Lohrer vom Institut für Gartenbau die rund 100 Teilnehmer aus Bayern, Österreich und Südtirol.
Den im Pflanzenschutz sachkundigen Zuhörern wurden auch dieses Jahr interessante und aktuelle Themen von sachkundigen Referenten aus dem ganzen Bundesgebiet präsentiert: Lebensmittelkontrolle, Schleimpilze, Kirschessigfliege, wichtige Rechtsgrundlagen im Pflanzenschutz, das Thema Glyphosat und Technik im Hausgarten wurden ebenso behandelt wie die Frage, was denn was auf einer Gelbtafel ist. In der 100 Seiten starken Tagungsmappe waren die Themen auch zum Nacharbeiten dokumentiert. Die personenbezogene Teilnahmebescheinigung hat zudem Gültigkeit als Zertifikat für die Weiterbildung zum Erhalt der Sachkunde.
Albrecht Friedle, Geschäftsführer des Labors Friedle in Tegernheim bei Regensburg, hielt einen engagierten Vortrag zum Thema "Lebensmittelkontrollen, Höchstmengen und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln". Mit Blick auf die gesundheitliche Bewertung der Rückstände ging er u.a. näher auf wichtige Kenngrößen und deren Aussagekraft ein (ADI, NOAEL, ARfD), erläuterte aber auch die große Bedeutung korrekter Probenahmen im Feld. Ein virtueller Laborrundgang lieferte einen praxisnahen Einblick in die täglichen Arbeiten in der Rückstandsanalytik.
Marion Geib aus Kirkel gab mit ihrem Vortrag "Schleimpilze: Lebensräume, Entwicklungszyklen und Artenvielfalt" einen faszinierenden Einblick in die Welt dieser z.T. im Substratbereich für Aufregung sorgenden, sonst aber weitgehend unbekannten Gruppe aus dem Reich der Protozoen. Mit einer Vielzahl von makroskopischen Fotos, untermalt mit biologischem Hintergrundwissen und z.T. kurios anmutenden Geschichten konnte sie die Teilnehmer für Schleimpilze begeistern (mehr Infos zu Schleimpilzen).
Thomas Lohrer, HSWT vermittelte fundiert und praxisnah "Aktuelle Rechtsgrundlagen zum Pflanzenschutz im Überblick". Inhalte seines Vortrags waren: Einzelaspekte zur Sachkunde, Anzeige- und Aufzeichnungspflichten, Regelungen zu Flächen der Allgemeinheit, neue Gefahrenpiktogramme, vergleichende Bewertung von Pflanzenschutzmitteln (Substitutionsliste) sowie aktuelle Entwicklungen zum Bienenschutz und zum Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB).
Harald Kramer vom Pflanzenschutzdienst der LWK Nordrhein-Westfalen aus Münster gab einen umfassenden Überblick über "Praxisnahe Pflanzenschutztechnik im Hausgarten und öffentlichen Grün". Neben grundsätzlichen Hinweisen zu Bauformen, Anwenderschutz und Prüfpflichten ging Herr Kramer ausführlich auf den wichtigen Punkt der Kalibrierung ein und zeigte verschiedene Beispielrechnungen. In Kürze gibt es hierzu eine frei nutzbare Excel-Tabelle mit Rechner-Funktion zum Herunterladen auf der Internetseite des Pflanzenschutzdienstes.
Dr. Horst-Henning Steinmann vom Zentrum für Biodiversität und nachhaltige Landnutzung der Universität Göttingen bot den Zuhörern ein umfassendes Bild über ein derzeit in der Öffentlichkeit heiß diskutiertes Herbizid: "Glyphosat: Was Sie über Roundup und Co wissen sollten". Der Referent brachte auch Daten aus eigenen Erhebungen ein und ging auch auf strittige Bewertungen und deren Hintergründe ein.
Martin Trautmann vom Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee berichtete über "Kirschessigfliege: Biologie und integrierte Bekämpfung von Drosophila suzukii". Nach Informationen zu Schadbild, Wirtspflanzen und Biologie stellte er Ergebnisse der Interreg IV-Arbeitsgruppe aus der Forschung zu Überwachung und integrierter Bekämpfung vor. Sein Fazit bezüglich der Einnetzung: In Zukunft dürfe es keine Problemkultur ohne Kulturschutznetze mehr geben, die Maschenweite dürfe dabei max. 1,3 x 1,3 mm betragen.
Dr. Olaf Zimmermann vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg ging der Frage nach "Was ist was auf der Gelbtafel: Eine praxisnahe Diagnoseanleitung". Anhand einer Reihe von Bildern von auf Gelbtafeln klebenden Insekten erläuterte er den Teilnehmern praxisnah die unterschiedlichen Merkmale. Dazu gab es wertvolle Hinweise zu einer ersten Sortierung der Funde in wichtige Hautgruppen und Herr Zimmermann plädierte dafür, auch Beifänge zu bestimmen. Er verwies dazu auf in Kürze bereitgestellte Merkblätter und Bestimmungshilfen auf den Internetseiten des LTZ.
Prof. Dr. Birgit Zange schloss das 18. Weihenstephaner Fachseminar Pflanzenschutzberatung mit Dank an die Referenten und die guten Geister hinter den Kulissen, verbunden mit einer Einladung für das Pflanzenschutzseminar im nächsten Jahr.
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Das Thema Pflanzenschutz ist in der Gartenbaupraxis und -beratung ein Dauerbrenner. Aus diesem Grund ist das in diesem Jahr bereits zum 18. Mal von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) durchgeführte "Fachseminar Pflanzenschutzberatung" ein gerne genutzter Pflichttermin. Frau Prof. Dr. Birgit Zange, wissenschaftliche Leiterin der Arbeitsgruppe Pflanzenschutz begrüßte zusammen mit dem Organisator Thomas Lohrer vom Institut für Gartenbau die rund 100 Teilnehmer aus Bayern, Österreich und Südtirol.
Den im Pflanzenschutz sachkundigen Zuhörern wurden auch dieses Jahr interessante und aktuelle Themen von sachkundigen Referenten aus dem ganzen Bundesgebiet präsentiert: Lebensmittelkontrolle, Schleimpilze, Kirschessigfliege, wichtige Rechtsgrundlagen im Pflanzenschutz, das Thema Glyphosat und Technik im Hausgarten wurden ebenso behandelt wie die Frage, was denn was auf einer Gelbtafel ist. In der 100 Seiten starken Tagungsmappe waren die Themen auch zum Nacharbeiten dokumentiert. Die personenbezogene Teilnahmebescheinigung hat zudem Gültigkeit als Zertifikat für die Weiterbildung zum Erhalt der Sachkunde.
Albrecht Friedle, Geschäftsführer des Labors Friedle in Tegernheim bei Regensburg, hielt einen engagierten Vortrag zum Thema "Lebensmittelkontrollen, Höchstmengen und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln". Mit Blick auf die gesundheitliche Bewertung der Rückstände ging er u.a. näher auf wichtige Kenngrößen und deren Aussagekraft ein (ADI, NOAEL, ARfD), erläuterte aber auch die große Bedeutung korrekter Probenahmen im Feld. Ein virtueller Laborrundgang lieferte einen praxisnahen Einblick in die täglichen Arbeiten in der Rückstandsanalytik.
Marion Geib aus Kirkel gab mit ihrem Vortrag "Schleimpilze: Lebensräume, Entwicklungszyklen und Artenvielfalt" einen faszinierenden Einblick in die Welt dieser z.T. im Substratbereich für Aufregung sorgenden, sonst aber weitgehend unbekannten Gruppe aus dem Reich der Protozoen. Mit einer Vielzahl von makroskopischen Fotos, untermalt mit biologischem Hintergrundwissen und z.T. kurios anmutenden Geschichten konnte sie die Teilnehmer für Schleimpilze begeistern (mehr Infos zu Schleimpilzen).
Thomas Lohrer, HSWT vermittelte fundiert und praxisnah "Aktuelle Rechtsgrundlagen zum Pflanzenschutz im Überblick". Inhalte seines Vortrags waren: Einzelaspekte zur Sachkunde, Anzeige- und Aufzeichnungspflichten, Regelungen zu Flächen der Allgemeinheit, neue Gefahrenpiktogramme, vergleichende Bewertung von Pflanzenschutzmitteln (Substitutionsliste) sowie aktuelle Entwicklungen zum Bienenschutz und zum Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB).
Harald Kramer vom Pflanzenschutzdienst der LWK Nordrhein-Westfalen aus Münster gab einen umfassenden Überblick über "Praxisnahe Pflanzenschutztechnik im Hausgarten und öffentlichen Grün". Neben grundsätzlichen Hinweisen zu Bauformen, Anwenderschutz und Prüfpflichten ging Herr Kramer ausführlich auf den wichtigen Punkt der Kalibrierung ein und zeigte verschiedene Beispielrechnungen. In Kürze gibt es hierzu eine frei nutzbare Excel-Tabelle mit Rechner-Funktion zum Herunterladen auf der Internetseite des Pflanzenschutzdienstes.
Dr. Horst-Henning Steinmann vom Zentrum für Biodiversität und nachhaltige Landnutzung der Universität Göttingen bot den Zuhörern ein umfassendes Bild über ein derzeit in der Öffentlichkeit heiß diskutiertes Herbizid: "Glyphosat: Was Sie über Roundup und Co wissen sollten". Der Referent brachte auch Daten aus eigenen Erhebungen ein und ging auch auf strittige Bewertungen und deren Hintergründe ein.
Martin Trautmann vom Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee berichtete über "Kirschessigfliege: Biologie und integrierte Bekämpfung von Drosophila suzukii". Nach Informationen zu Schadbild, Wirtspflanzen und Biologie stellte er Ergebnisse der Interreg IV-Arbeitsgruppe aus der Forschung zu Überwachung und integrierter Bekämpfung vor. Sein Fazit bezüglich der Einnetzung: In Zukunft dürfe es keine Problemkultur ohne Kulturschutznetze mehr geben, die Maschenweite dürfe dabei max. 1,3 x 1,3 mm betragen.
Dr. Olaf Zimmermann vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg ging der Frage nach "Was ist was auf der Gelbtafel: Eine praxisnahe Diagnoseanleitung". Anhand einer Reihe von Bildern von auf Gelbtafeln klebenden Insekten erläuterte er den Teilnehmern praxisnah die unterschiedlichen Merkmale. Dazu gab es wertvolle Hinweise zu einer ersten Sortierung der Funde in wichtige Hautgruppen und Herr Zimmermann plädierte dafür, auch Beifänge zu bestimmen. Er verwies dazu auf in Kürze bereitgestellte Merkblätter und Bestimmungshilfen auf den Internetseiten des LTZ.
Prof. Dr. Birgit Zange schloss das 18. Weihenstephaner Fachseminar Pflanzenschutzberatung mit Dank an die Referenten und die guten Geister hinter den Kulissen, verbunden mit einer Einladung für das Pflanzenschutzseminar im nächsten Jahr.
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