Schleswig-Holstein: Eröffnung der Weihnachtsbaumsaison

Bei einem Termin von Landwirtschaftskammer und Arbeitsgemeinschaft schleswig-holsteinischer Weihnachtsbaumproduzenten auf Gut Bossee (Rendsburg-Eckernförde) hatte der Präsident der Landwirtschaftskammer gute Nachrichten für die Verbraucher.

Bei einem Termin von Landwirtschaftskammer und Arbeitsgemeinschaft schleswig-holsteinischer Weihnachtsbaumproduzenten auf Gut Bossee (Rendsburg-Eckernförde) hatte der Präsident der Landwirtschaftskammer gute Nachrichten für die Verbraucher. Claus Heller teilte am Vormittag mit, dass die Baumqualität sehr gut sei und die Preise weitgehend stabil geblieben seien.

Auf dem wunderschönen Gut Bossee am Westensee bewirtschaftet Familie von Bülow rund 1.000 ha land- und forstwirtschaftliche Fläche. Die Weihnachtsbaumproduktion erfolgt auf ca. 8 ha Die Besucher des traditionellen Weihnachtsmarktes - vor allem Familien mit Kindern - haben die Chance, ihren Weihnachtsbaum auf der Fläche selbst auszusuchen und zu schlagen. Die Kombination von Weihnachtsmärkten mit dem Schlagen eines Weihnachtsbaumes erfreut sich zunehmender Beliebtheit in der Bevölkerung, so Kammerpräsident Claus Heller. Es ist schön, dass in einer schnelllebigen Zeit und auch nach der Hektik der Vorweihnachtszeit Jung und Alt zur Besinnung kommen und gemeinsam traditionell Weihnachten mit einem Baum feiern. Es verwundert fast schon ein wenig, dass sogar die junge Generation, die es gewohnt ist, vorwiegend über PC, Smartphones und soziale Medien zu kommunizieren, beim Familienfest Weihnachten nicht auf einen Baum verzichten möchten. Begeistert von der Weihnachtsbaumtradition sind auch die Kinder der Kindertagesstätte Westensee. Sie hatten eigens für den Fototermin auf Bossee liebvoll einen Baum geschmückt.

Gute Witterung fürs Baumwachstum
Die Weihnachtsbaumproduzenten in Schleswig-Holstein können auf ein witterungstechnisch gutes Jahr zurückblicken. Das warme und trotzdem feuchte Wetter hat den Weihnachtsbäumen gutgetan, sodass diese ohne Schädigungen aufwachsen konnten. Es zeichnet sich ab, dass sich die Preise gegenüber den Vorjahren im Bereich der Qualitätsbäume wenig verändern. Der laufende Meter kostet 2014 zwischen 20 und 25 Euro. Wenn Preise genannt werden, beziehen sich diese auf den Qualitätsweihnachtsbaum. Vielerorts findet man Discountangebote, die durchaus auf eine rege Nachfrage stoßen. Wie überall sonst gilt auch beim Weihnachtsbaum: Hohe Qualität hat ihren Preis. Qualität bedeutet in diesem Fall Frische. Ca. 80% des Bedarfes an Weihnachtsbäumen in Deutschland können durch eigene Produktion abgedeckt werden.

Wichtig für die Endverbraucher ist, dass der Baum im Wohnzimmer wenig nadelt. Hierzu empfiehlt die Landwirtschaftskammer den Verbrauchern, möglichst heimische Bäume zu kaufen, die in der eigenen Umgebung produziert und daher nur kurze Transportwege zurückgelegt haben. Demzufolge sind sie erst später geschlagen worden und erreichen unsere Wohnzimmer besonders frisch. Die Nordmanntanne ist wie gehabt in Schleswig-Holstein mit einem Marktanteil von über 80% der beliebteste Baum. Darüber hinaus werden jedoch auch Fichten, Blaufichten sowie andere Tannenarten und ausnahmsweise auch die Kiefer als Weihnachtsbaum verwendet.

Weihnachtsbaumbetriebe in Schleswig-Holstein
Die gut 200 Weihnachtsbaumproduzenten Schleswig-Holsteins sorgen das ganze Jahr dafür, dass alle Wünsche nach einem Weihnachtsbaum, egal ob klein oder groß, ob grün oder blau gefärbt, ob Tanne oder Fichte oder Kiefer, erfüllt werden können. Sie kultivieren auf einer Fläche von über 2.000 ha Bäume aller Sorten und Größen, schwerpunktmäßig aber Nordmanntannen. Anders als noch vor 25 Jahren wachsen heute die Weihnachtsbäume nicht mehr überwiegend im Wald, sondern fast ausnahmslos als landwirtschaftliche Sonderkulturen, die nicht subventioniert werden. Die Weihnachtsbaumproduktion ist mittlerweile ein intensiver Bereich der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe, bei denen auf Kontinuität gesetzt wird. Ein Baum braucht bis zu 12 Jahre, bis er eine ausreichende Wuchshöhe für den Verkauf erreicht hat. Weihnachtsbaumproduzenten denken daher in langen Zeiträumen und lassen sich durch kurzfristige Marktschwankungen, die es immer gibt, nicht beeindrucken.

Tipps zur Behandlung von Weihnachtsbäumen
Der Weihnachtsbaum ist ein Naturprodukt, welcher wie Schnittblumen sorgsam behandelt werden will, um lange Freude zu gewähren. Daher sollte er möglichst frisch in die Wohnung gelangen und nach Möglichkeit nicht bei sehr kalter Witterung von tiefen Minustemperaturen unvermittelt in ein auf über 20° aufgeheiztes Wohnzimmer gebracht werden. Solche Bäume erleiden einen Schock, der dazu beiträgt, die Nadeln früher zu verlieren. Sinnvoller ist es, den Baum über den Weg einer Garage, eines Carports oder einer überdachten Terrasse an die wärmere Zeit im Haus zu gewöhnen. Beim Händler gekaufte Bäume sollten Zuhause schnell aus dem Netz entnommen werden. Ein Eimer mit feuchtem Sand oder ein moderner Weihnachtsbaumständer mit Wasserbehälter tragen ebenso zur längeren Frische des Weihnachtsbaumes bei. Sinnvoll ist es zudem, die nach dem Einschlag trocken gewordene Schnittstelle durch Entfernen einer dünnen Stammscheibe anzuschneiden, ähnlich wie dies von Rosen bekannt ist.

Hintergrund der Weihnachtsbaumtradition
Bereits im Mittelalter war es üblich, zu Festlichkeiten ganze Bäume zu schmücken. Den Überlieferungen zufolge wurde der erste Weihnachtsbaum im Jahre 1419 von der Freiburger Bäckerschaft aufgestellt, festlich geschmückt mit Nüssen und Früchten. Genascht werden durfte allerdings erst Neujahr, wenn der Baum dann abgeschmückt wurde. Insbesondere im 18. und 19. Jahrhundert breitete sich die Nutzung von Weihnachtsbäumen in der heutigen Form sehr rasch aus. In Berlin wurde der erste Baum 1785 aufgestellt, in Wien 1816 und in Nürnberg 1878 Lametta eingeführt. Das wohl bekannteste und auch älteste Volkslied „Oh Tannenbaum“ ist mit den ersten drei Strophen bereits in einer Sammlung von 1605 enthalten. 1830 wurden als Baumschmuck die ersten Christbaumkugeln geblasen. Weihnachtsbäume gibt es mittlerweile weltweit. 1833 soll der erste Weihnachtsbaum in Nordamerika durch deutsche Einwanderer aufgestellt worden sein. Der erste Weihnachtsbaum in Schleswig-Holstein soll 1846 auf Gut Sierhagen aufgestellt und geschmückt worden sein. Damit ist die Tradition in Schleswig-Holstein jünger als in anderen Regionen Deutschlands. Schleswig-Holstein hat sich aber aufgrund eines günstigen Klimas zwischen zwei Meeren als Region für Weihnachtsbaumproduktion mittlerweile deutlich hervorgetan. (lwksh) 

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Schleswig-Holstein: Eröffnung der Weihnachtsbaumsaison

Bei einem Termin von Landwirtschaftskammer und Arbeitsgemeinschaft schleswig-holsteinischer Weihnachtsbaumproduzenten auf Gut Bossee (Rendsburg-Eckernförde) hatte der Präsident der Landwirtschaftskammer gute Nachrichten für die Verbraucher.

Bei einem Termin von Landwirtschaftskammer und Arbeitsgemeinschaft schleswig-holsteinischer Weihnachtsbaumproduzenten auf Gut Bossee (Rendsburg-Eckernförde) hatte der Präsident der Landwirtschaftskammer gute Nachrichten für die Verbraucher. Claus Heller teilte am Vormittag mit, dass die Baumqualität sehr gut sei und die Preise weitgehend stabil geblieben seien.

Auf dem wunderschönen Gut Bossee am Westensee bewirtschaftet Familie von Bülow rund 1.000 ha land- und forstwirtschaftliche Fläche. Die Weihnachtsbaumproduktion erfolgt auf ca. 8 ha Die Besucher des traditionellen Weihnachtsmarktes - vor allem Familien mit Kindern - haben die Chance, ihren Weihnachtsbaum auf der Fläche selbst auszusuchen und zu schlagen. Die Kombination von Weihnachtsmärkten mit dem Schlagen eines Weihnachtsbaumes erfreut sich zunehmender Beliebtheit in der Bevölkerung, so Kammerpräsident Claus Heller. Es ist schön, dass in einer schnelllebigen Zeit und auch nach der Hektik der Vorweihnachtszeit Jung und Alt zur Besinnung kommen und gemeinsam traditionell Weihnachten mit einem Baum feiern. Es verwundert fast schon ein wenig, dass sogar die junge Generation, die es gewohnt ist, vorwiegend über PC, Smartphones und soziale Medien zu kommunizieren, beim Familienfest Weihnachten nicht auf einen Baum verzichten möchten. Begeistert von der Weihnachtsbaumtradition sind auch die Kinder der Kindertagesstätte Westensee. Sie hatten eigens für den Fototermin auf Bossee liebvoll einen Baum geschmückt.

Gute Witterung fürs Baumwachstum
Die Weihnachtsbaumproduzenten in Schleswig-Holstein können auf ein witterungstechnisch gutes Jahr zurückblicken. Das warme und trotzdem feuchte Wetter hat den Weihnachtsbäumen gutgetan, sodass diese ohne Schädigungen aufwachsen konnten. Es zeichnet sich ab, dass sich die Preise gegenüber den Vorjahren im Bereich der Qualitätsbäume wenig verändern. Der laufende Meter kostet 2014 zwischen 20 und 25 Euro. Wenn Preise genannt werden, beziehen sich diese auf den Qualitätsweihnachtsbaum. Vielerorts findet man Discountangebote, die durchaus auf eine rege Nachfrage stoßen. Wie überall sonst gilt auch beim Weihnachtsbaum: Hohe Qualität hat ihren Preis. Qualität bedeutet in diesem Fall Frische. Ca. 80% des Bedarfes an Weihnachtsbäumen in Deutschland können durch eigene Produktion abgedeckt werden.

Wichtig für die Endverbraucher ist, dass der Baum im Wohnzimmer wenig nadelt. Hierzu empfiehlt die Landwirtschaftskammer den Verbrauchern, möglichst heimische Bäume zu kaufen, die in der eigenen Umgebung produziert und daher nur kurze Transportwege zurückgelegt haben. Demzufolge sind sie erst später geschlagen worden und erreichen unsere Wohnzimmer besonders frisch. Die Nordmanntanne ist wie gehabt in Schleswig-Holstein mit einem Marktanteil von über 80% der beliebteste Baum. Darüber hinaus werden jedoch auch Fichten, Blaufichten sowie andere Tannenarten und ausnahmsweise auch die Kiefer als Weihnachtsbaum verwendet.

Weihnachtsbaumbetriebe in Schleswig-Holstein
Die gut 200 Weihnachtsbaumproduzenten Schleswig-Holsteins sorgen das ganze Jahr dafür, dass alle Wünsche nach einem Weihnachtsbaum, egal ob klein oder groß, ob grün oder blau gefärbt, ob Tanne oder Fichte oder Kiefer, erfüllt werden können. Sie kultivieren auf einer Fläche von über 2.000 ha Bäume aller Sorten und Größen, schwerpunktmäßig aber Nordmanntannen. Anders als noch vor 25 Jahren wachsen heute die Weihnachtsbäume nicht mehr überwiegend im Wald, sondern fast ausnahmslos als landwirtschaftliche Sonderkulturen, die nicht subventioniert werden. Die Weihnachtsbaumproduktion ist mittlerweile ein intensiver Bereich der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe, bei denen auf Kontinuität gesetzt wird. Ein Baum braucht bis zu 12 Jahre, bis er eine ausreichende Wuchshöhe für den Verkauf erreicht hat. Weihnachtsbaumproduzenten denken daher in langen Zeiträumen und lassen sich durch kurzfristige Marktschwankungen, die es immer gibt, nicht beeindrucken.

Tipps zur Behandlung von Weihnachtsbäumen
Der Weihnachtsbaum ist ein Naturprodukt, welcher wie Schnittblumen sorgsam behandelt werden will, um lange Freude zu gewähren. Daher sollte er möglichst frisch in die Wohnung gelangen und nach Möglichkeit nicht bei sehr kalter Witterung von tiefen Minustemperaturen unvermittelt in ein auf über 20° aufgeheiztes Wohnzimmer gebracht werden. Solche Bäume erleiden einen Schock, der dazu beiträgt, die Nadeln früher zu verlieren. Sinnvoller ist es, den Baum über den Weg einer Garage, eines Carports oder einer überdachten Terrasse an die wärmere Zeit im Haus zu gewöhnen. Beim Händler gekaufte Bäume sollten Zuhause schnell aus dem Netz entnommen werden. Ein Eimer mit feuchtem Sand oder ein moderner Weihnachtsbaumständer mit Wasserbehälter tragen ebenso zur längeren Frische des Weihnachtsbaumes bei. Sinnvoll ist es zudem, die nach dem Einschlag trocken gewordene Schnittstelle durch Entfernen einer dünnen Stammscheibe anzuschneiden, ähnlich wie dies von Rosen bekannt ist.

Hintergrund der Weihnachtsbaumtradition
Bereits im Mittelalter war es üblich, zu Festlichkeiten ganze Bäume zu schmücken. Den Überlieferungen zufolge wurde der erste Weihnachtsbaum im Jahre 1419 von der Freiburger Bäckerschaft aufgestellt, festlich geschmückt mit Nüssen und Früchten. Genascht werden durfte allerdings erst Neujahr, wenn der Baum dann abgeschmückt wurde. Insbesondere im 18. und 19. Jahrhundert breitete sich die Nutzung von Weihnachtsbäumen in der heutigen Form sehr rasch aus. In Berlin wurde der erste Baum 1785 aufgestellt, in Wien 1816 und in Nürnberg 1878 Lametta eingeführt. Das wohl bekannteste und auch älteste Volkslied „Oh Tannenbaum“ ist mit den ersten drei Strophen bereits in einer Sammlung von 1605 enthalten. 1830 wurden als Baumschmuck die ersten Christbaumkugeln geblasen. Weihnachtsbäume gibt es mittlerweile weltweit. 1833 soll der erste Weihnachtsbaum in Nordamerika durch deutsche Einwanderer aufgestellt worden sein. Der erste Weihnachtsbaum in Schleswig-Holstein soll 1846 auf Gut Sierhagen aufgestellt und geschmückt worden sein. Damit ist die Tradition in Schleswig-Holstein jünger als in anderen Regionen Deutschlands. Schleswig-Holstein hat sich aber aufgrund eines günstigen Klimas zwischen zwei Meeren als Region für Weihnachtsbaumproduktion mittlerweile deutlich hervorgetan. (lwksh) 

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