Buchtipp: Gemüse ernten ohne gießen

Trockenheitstolerante Pflanzen auswählen, den Boden schützen und Wasser sinnvoll nutzen. Gärtnern mit dem Klimawandel.

In ihrem Buch porträtiert Christine Weidenweber trockenheitstolerante Gemüse und zeigt, was Hobbygärtner tun können, wenn die Temperaturen steigen und die Ressource Wasser knapp wird. Foto: Ulmer.

Den Klimawandel gibt es nicht erst seit gestern, seit vielen Jahren schleichen sich die damit verbundenen Veränderungen in unser Leben. Gemüsesorten, die vor 15 Jahren in vielen Gärten noch problemlos wuchsen und gute Ernten erbrachten - beispielsweise Buschbohnen, machen heute oft frühzeitig schlapp. Schon vor einigen Jahren hat die Agrarwissenschaftlerin und Autorin Christine Weidenweber deshalb begonnen, ein Tagebuch zu führen, in dem sie die Entwicklungen der Pflanzen im eigenen Garten genau notiert und testet, welche (fast) ohne Bewässerung auskommen. Ihre Erkenntnisse hat sie jetzt in dem Gartenratgeber „Gemüse ernten ohne gießen" veröffentlicht. „Mein Garten liegt einige Minuten entfernt vom Haus und hat keinen Wasseranschluss", erzählt sie. „Sind die Regentonnen leer, muss in Eimern mühsam Brunnenwasser geholt werden. Das mache ich aber nur, wenn es wirklich brenzlich wird. Ich setze lieber auf robustes, trockenheitstolerantes Gemüse." Dazu zählen beispielsweise interessante Exoten wie Ananaskirsche, Kiwano, Kichererbse und die Mexikanische Minigurke. Diese kleinfruchtigen Sorten sind wenig anspruchsvoll und kommen mittlerweile auch mit den hiesigen Temperaturen gut zurecht. Aber auch heimische Arten und Sorten hat Weidenweber auf dem Zettel: „Guter Heinrich, auch als Wilder Spinat bekannt, war früher ein geschätztes Gemüse, wurde aber von ertragreicheren Züchtungen verdrängt. Es gibt ihn immer noch, genauso wie Steckrüben und alte regionale Grünkohlsorten. Sie anzubauen ist auch ein Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt."

In ihrem Buch porträtiert Weidenweber aber nicht nur trockenheitstolerante Gemüse, sie zeigt auch, was Hobbygärtner sonst noch tun können, wenn die Temperaturen steigen und die Ressource Wasser knapp wird. Neben klugen Bewässerungssystemen geht es beispielsweise auch um die richtige Bodendeckung aus Mulch, robuste Mischkulturen oder das Anlegen eines Kraftbeets. Die Autorin plädiert außerdem dafür, den derzeitigen Wandel auch als Chance für den Garten zu sehen: Da die Winter kürzer und milder werden und das Frühjahr eher Einzug hält, verlängert sich auch die Vegetationsphase und damit die Erntesaison. Das sollte man sich zukünftig zunutze machen. (GGP)

Christine Weidenweber: Gemüse ernten ohne gießen ‎
Verlag Eugen Ulmer, 2021
128 Seiten, 16,7 x 23,1 cm, zahlreiche Abbildungen, Taschenbuch
ISBN 978-3818611071
Preis: 17,95 Euro

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