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PotatoEurope 2026: Stärkere Verzahnung von Technik und Kartoffeln
Einen umfassenden Überblick über diese Entwicklungen gibt die PotatoEurope, die vom 9. bis 10. September 2026 auf den Flächen des Rittergut Gestorf 1 in Springe bei Hannover stattfindet. Im Fokus des Fachprogramms steht neben den Maschinenvorführungen – mit den Themen Legen, Roden, Verladen und innovative Pflanzenschutztechnik – das neue „DLG-Spotlight: Digital Farming powered by FarmRobotix“, bei dem sich alles um die neuesten Technologien in Robotik, Automatisierung und KI für den Pflanzenbau dreht. Veranstalter der diesjährigen PotatoEurope ist die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft). Es werden rund 300 Aussteller erwartet.
Aufgrund ihrer hohen Technikaffinität stehen viele Landwirte den neuen Ideen der Landmaschinenindustrie grundsätzlich positiv gegenüber. Doch können diese technischen Lösungen ihren vollständigen Nutzen nur erbringen, wenn sie z. B. die pflanzenbaulichen Anforderungen der Kartoffelpflanzen ausreichend berücksichtigen und die Arbeit der landwirtschaftlichen Betriebe wirklich erleichtern. Gleichzeitig nehmen die sich verändernden Rahmenbedingungen, wie die Restriktionen beim Düngemitteleinsatz oder die abnehmende Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln, zunehmenden Einfluss auf die praktische Ausgestaltung einzelner Verfahrensschritte im Kartoffelanbau.
Bestellung
Viele digitale Programme ermöglichen heute eine Optimierung der Fahrspurplanung für die einzelnen Schläge am heimischen PC, die dann per Stick oder Cloud auf den Traktor übertragen wird. Zudem können Informationen zur abgestuften Reihenabschaltung beim Legen von keiligen Parzellen einfließen oder die Anlage von Fahrgassen automatisiert werden. Bei der praktischen Legearbeit sind eine konstante Legetiefe und ein gleichmäßiger Dammaufbau wesentliche Qualitätskriterien. Da sie nicht nur die Voraussetzungen für einen einheitlichen Aufgang und die nachfolgende Bestandsentwicklung bilden, sondern bei der Ernte auch die erforderliche Rodetiefe mit bestimmen.
Mit dem Zusammenspiel von Sensoren und der Steuerung der Laufwerkshydraulik lässt sich der Abstand des Grundrahmens der Legemaschinen zur Ackeroberfläche heute relativ konstant halten. Dies unterstützt, unabhängig von der Füllmenge des Vorratsbunkers und der Tragfähigkeit des Bodens, sowohl eine exakte Tiefenführung der Furchenzieher als auch einen gleichmäßigen Enddammaufbau durch die unterschiedlichen Werkzeuge. Diese technische Lösung führt vor allem dann zu messbaren Vorteilen, wenn vom Betrieb Pflanzgut mit einer möglichst engen Sortierung eingesetzt wird.
Durch die vermehrte Nutzung hydraulisch und zukünftig auch elektrisch angetriebener Legeelemente lassen sich die Legeabstände in der Reihe nicht nur im Bereich der Fahrgassen individuell verändern, sondern auch schlagspezifische Pflanzkarten automatisch umsetzen.
Pflegemaßnahmen
Aus der langsamen Jugendentwicklung der Kartoffelpflanzen und der vergleichsweise großen Reihenweite ergibt sich in dieser Wachstumsphase eine geringere Konkurrenzfähigkeit gegenüber Unkräutern. Hier kann neben mechanischen Pflegemaßnahmen und Herbiziden auch die gezielte Auswahl von Sorten mit einem schnelleren Bestandsschluss Abhilfe bieten. Jedoch zwingen gerade Phasen mit stark wechselnden Witterungsbedingungen bei der mechanischen Pflege zu Kompromissen, die bei der Kartoffel mit ihrem bis weit in die Dammflanken hineinreichenden Wurzelwerk zu nachhaltigen Beeinträchtigungen der Pflanzenentwicklung führen können. Bei zu späten Einsatzterminen ist dagegen der Bekämpfungserfolg schon größerer Unkräuter deutlich begrenzt.
Ein Lösungsansatz wären mechanische Pflegegeräte mit größerer Arbeitsbreite, die auch bei spurübergreifendem Einsatz durch eine eigenständige Gerätesteuerung oder die individuelle Seitenführung einzelner Werkzeuge pflanzenschonend eingesetzt werden könnten.
Ernte und Einlagerung
Die Kartoffelernte steht zwar am Ende der feldbasierten Verfahrenskette, doch unerkannte Fehler können vor allem in Form von Knollenbeschädigungen zu erheblichen Risiken bei der Lagerung und späteren Vermarktung führen. Mit unterschiedlichen Sensoren und dem Einsatz von Kameras soll die Kontrolle und Optimierung des Gutflusses durch die Erntemaschinen erleichtert werden. Hinzu kommen Ansätze zur Nutzung künstlicher Intelligenz, um die in den Bildern verfügbaren Informationen zu erfassen und systematisch auszuwerten.
Ein weiteres Dauerthema in Verbindung mit der Kartoffelernte ist die Notwendigkeit und Einordnung der Beimengungstrennung in den Ernte- oder Einlagerungsprozess. Hier gibt es auf der einen Seite die Betriebe, die die Anbauflächen schon vor dem Legen entsteinen oder separieren, um später eine weitgehend beimengungsfreie sowie schlagkräftige Ente sicherzustellen. Dem gegenüber stehen vermehrt Betriebe, die mechanische, pneumatische und elektronische Trenneinrichtungen nutzen und die Beimengungen erst im Rahmen der Einlagerung aus dem Erntegut abtrennen. Auslöser für diesen Trend sind deutlich höhere Rodeleistungen auf dem Feld, das Fehlen von verlässlichem Verlesepersonal und die enormen Entwicklungsfortschritte bei den opto-elektronischen Trennsystemen, die im engen Zusammenhang mit der Bilderkennung und -verarbeitung, auch mit Hilfe künstlicher Intelligenz, stehen.
Mit den opto-elektronischen Trenneinrichtungen lassen sich die Kartoffeln auch noch einmal bei der Auslagerung auf Beimengungen und deutlich sichtbare Veränderungen, wie faule oder stark beschädigte Knollen, kontrollieren. Für das Qualitätsverlesen ungewaschener Partien wären diese Maschinen grundsätzlich auch geeignet, wenn eine entsprechende Software zur Verfügung steht. Aktuell ist aber eine separate Entwicklung in Richtung spezieller Verleseautomaten zu beobachten, die sich durch eine höhere Anzahl Fotos pro Knolle als Entscheidungsgrundlage und eine nachfolgende Trennung des Gutstromes in mehr als drei Fraktionen bzw. Größenklassen auszeichnen. Mit diesen wesentlich höheren Investitionen verbinden die kartoffelbauenden Betriebe einen deutlich geringeren Bedarf an Verlesekräften und eine noch flexiblere Aufbereitung der Partien nach den unterschiedlichen Qualitäts- und Größenanforderungen der Abnehmer.
Maschinenvorführungen und FarmRobotix auf der PotatoEurope 2026
Bei den Maschinenvorführungen wird moderne Landtechnik unter realen Einsatzbedingungen gezeigt. Die Maschinen arbeiten live und direkt vom Feld. Besucherinnen und Besucher erleben, wie aktuelle Lösungen die Arbeitsabläufe in der Kartoffelproduktion unterstützen. Themen sind: Legen, Roden, Verladen und innovative Pflanzenschutztechnik. Technikpartner ist Case IH.
Zudem zeigen die DKE-Data und die DLG mit FarmRobotix die neuesten Technologien in Robotik, Automatisierung und KI für den Pflanzenbau. Besucher und Besucherinnen erwarten Live-Vorführungen, Praxis-Tipps und Experten-Diskussionen, die zeigen, wie autonome Maschinen und digitale Systeme die Landwirtschaft effizienter und nachhaltiger machen. Mit der Plattform FarmRobotix bringt die DLG Landwirte und Landwirtinnen, Hersteller, Forschung und Investoren zusammen und zeigt, wie zukunftsweisende Technologie die Landwirtschaft verändert.

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