Wertvolle Kulturen zwischen Witterung, Diebstahl und Betriebsrisiken wirksam schützen

Moderne Agrarbetriebe stehen vor komplexen Risiken durch Diebstahl, Extremwetter und Fehler bei internen Abläufen, die ganzheitliche und präventive Schutzkonzepte erfordern.

Wertvolle Kulturen wirksam schützen. Bild: GABOT.

Agrarbetriebe stehen heute vor verschiedenen Sicherheitsherausforderungen, die aus unterschiedlichen Bereichen kommen. Insbesondere sich verändernde äußere Bedingungen, die mit dem Klimawandel einhergehen, aber auch Diebstahl und innerbetriebliche Risiken sind zu beachten und präventive Gegenmaßnahmen müssen ergriffen werden.

Diebstahl

Eine der wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen bei wertvollen Kulturen ist der Schutz vor Diebstahl. Sowohl der kultivierten Produkte als auch des Arbeitsmaterials. Um wirklich effektiv möglichem Diebstahl vorzubeugen, braucht es ein umfangreiches Konzept. 

Überwachungstechnik

Für landwirtschaftliche Betriebe eignen sich moderne IP Kameras, um das gesamte Areal rund um die Uhr effizient überblicken zu können. Diese bieten nämlich den Vorteil, dass die Kameras zu einem System zusammengeschlossen werden und so miteinander kommunizieren können. 

Der große Vorteil von IP Kameras ist, dass sie aus der Ferne bedient werden können. Bei großen Agrar-Anlagen ist das ein wichtiger Faktor. Statt jede Kamera einzeln abzufahren und das Bildmaterial zu sichern und zu sichten, geht all das einfach aus der Ferne. Zudem übernehmen moderne Überwachungskameras direkt selbst die Analyse des Gesehenen und können im Zweifel eine Warnung ausgeben, wenn verdächtige Vorgänge geschehen.

Ein umfangreiches Überwachungssystem kann nicht nur helfen, Diebstahl aufzuklären, wenn es zu spät ist. Sichtbar angebrachte Kameras und entsprechende Beschilderungen können schon präventiv dafür sorgen, dass Diebe es sich anders überlegen.

Witterung

Damit wertvolle Kulturen gut gedeihen und in der erwünschten Qualität wachsen können, dürfen Wetterumschwünge keinen Einfluss nehmen. Gerade auf kurzfristige, unerwartete Witterungsveränderungen wie Spätfrost sollte man gut vorbereitet sein. Aber auch lange andauernde Dürren im Sommer dürfen der Kultur nicht anhaben. Für teure Schäden können insbesondere auch Hagelunwetter sorgen.

Wettersensoren und IoT

Um sich vor den Witterungsbedingungen zu schützen, ist es wichtig, möglichst frühzeitig über kommende Wetterumschwünge oder extreme Klimabedingungen Bescheid zu wissen. Sich nur auf die Analysen offizieller Wetterstationen zu verlassen, ist da häufig nicht präzise genug. Besser ist es, wenn mit eigenen Wettersensoren gearbeitet wird, die die individuelle Lage der Kultur besser darstellen können. 

Über das gesamte Areal kann dank der „Internet of Things“-Technologie ein zusammenarbeitendes Netzwerk eigenständiger Sensoren installiert werden. Die Daten der einzelnen Sensoren werden dann automatisch zusammengetragen und ein umfassendes Lagebild wird erstellt. Kritische Veränderungen von Dingen wie der Luftfeuchtigkeit oder Bodentemperatur werden somit detailliert aufgefasst und schnell weiterkommuniziert. Kommt es zu problematischen Veränderungen, wird automatisch eine Warnung abgegeben, und falls nötig können entsprechende Schritte eingeleitet werden.

Wie schon bei den IP-Kamerasystemen, bieten auch die modernen Wettersensoren den Vorteil, dass auf alle Daten aus der Ferne zugegriffen werden kann. Jede einzelne Anlage anzufahren und manuell die Daten abzulesen, ist nicht nötig.

Infrastruktur des Geländes

Die Infrastruktur der Gebäude spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Qualität der Gewächshäuser oder -hallen kann einen großen Einfluss auf den Erfolg der Kulturen haben. Die Dächer müssen allen Witterungsbedingungen standhalten, auch schweren Schneelasten oder starkem Hagelschlag. Bei all der strukturellen Robustheit darf aber auch die Luft- und Klimaqualität innerhalb der Gewächshäuser nicht leiden. Dafür braucht es reibungslos funktionierende Lüftungsklappen. 

Eine gute Gebäudestruktur legt ein wichtiges Fundament, um von plötzlichen Wettereinflüssen nicht böse überrascht zu werden und der Kultur eine bestmögliche Umgebung für gesundes Wachstum zu bieten.

Betriebsrisiken

Allgemeine Betriebsrisiken im Alltag eines Agrarbetriebs sind nicht zu unterschätzen. Probleme mit den Arbeitsgeräten, Störungen an Sensoren oder schlicht und einfach menschliche Fehler: Kommt es zu Unfällen oder Ausfällen an den Arbeitsmaschinen, kann das den gesamten Betrieb lahmlegen. Um diesen Betriebsrisiken vorzubeugen, braucht es eine perfekt funktionierende Symbiose aus menschlicher und maschineller Arbeit.

Maschinensicherheit

Nicht richtig funktionierende oder falsch kalibrierte Maschinen bringen zwei Probleme mit sich. Zum einen senken sie die Effizienz bei der Kultivierung und zum anderen kann sogar die Gefahr bestehen, dass die Pflanzen selbst durch die Maschinen Schaden nehmen. Daher müssen Maschinen unbedingt regelmäßig kontrolliert und gewartet werden. Praktisch ist dabei, dass moderne Maschinen sich häufig selbst kontrollieren und Fehler diagnostizieren können.

Indem sichergestellt wird, dass alle Geräte korrekt funktionieren, werden nicht nur Ausfälle verhindert, sondern auch plötzlichen, großen wirtschaftlichen Schäden kann vorgebeugt werden.

Die menschliche Komponente

Die Vorgänge in der Landwirtschaft sind heute zu großen Teilen automatisiert und viele Aufgaben werden von Maschinen übernommen. Ein Betrieb kann bei aller Technologisierung aber trotzdem auch heute noch nur dann gut und effizient laufen, wenn alle menschlichen Mitarbeiter korrekt handeln.

Dafür reicht eine einmalige Berufsausbildung nicht aus, sondern es sind regelmäßige Schulungen erforderlich. Doch die nötige Qualifikation für die Arbeitsaufgaben ist nur ein Teil dessen, was es braucht, um die Betriebsrisiken zu minimieren. 

Alle Aufgaben und Prozesse müssen von den Verantwortlichen klar zugeteilt werden und jeder Mitarbeiter muss sich seiner Rolle bewusst sein. So kann bestmöglich sichergestellt werden, dass der Arbeitsablauf möglichst reibungslos vonstatten geht. 

Irren ist menschlich und somit lassen sich Fehler nie ganz vermeiden. In diesen Situationen ist schnelles, korrektes Handeln wichtig. Wie gut mit Fehlern umgegangen wird, kann maßgeblich für die Qualität des Anbaus einer Kultur sein. Wichtig sind ehrliche, transparente und schnelle Kommunikationsketten. Probleme müssen klar benannt und den Verantwortlichen mitgeteilt werden, damit schnelle Maßnahmen ergriffen werden können. Dafür braucht es einerseits klare Hierarchie-Strukturen, andererseits aber auch eine solide Vertrauensbasis in beide Richtungen.

Schäden auffangen

Es gibt bestimmte Mehrgefahrenversicherungen, mit denen sich landwirtschaftliche Betriebe gegen die verschiedenen Risiken absichern können. Kommt es zu einem Zwischenfall, ist die angebaute Kultur vielleicht nicht mehr zu retten. Das lässt sich dann nicht ändern. Durch eine Versicherung kann dann aber wenigstens eine finanzielle Kompensation erhalten werden.

Für den Anbau von besonderen und wertvollen Kulturen gibt es spezifische Versicherungen, die den Ernteausfall effizient auffangen können. So ist ein guter Schutz gegen existenzbedrohende Schäden gegeben. In Baden-Württemberg gibt es sogar ein Förderprogramm zur Mehrgefahrenversicherung.

Fazit – Sicherheit umfassend denken

Die Herausforderungen für den sicheren Anbau wertvoller Kulturen sind vielseitig. Mit einem einfachen Zaun als Begrenzung ist es da bei weitem nicht getan. Wer seine Kultur so schützen möchte, dass am Ende der beste Ertrag herauskommt, muss seinen Betrieb so organisieren, dass die Sicherheit und Effizienz eine Symbiose ergeben – auch zwischen den Mitarbeitern und den Arbeitsmaschinen. 

Die Sicherheit ist nichts, über das sich erst bei akuter Bedrohung Gedanken gemacht werden. Stattdessen muss von vornherein ein umfassendes und lückenloses Konzept aufgestellt werden, bei dem jeder Mitarbeiter seinen Platz und seine Rolle kennt.

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