HHU: Blüten an allen Orten

Im Mai zeigt sich der Botanische Garten der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) in seiner ganzen Pracht.

Das ikonische Kuppelgewächshaus im Botanischen Garten, gelb davor blüht der Ginster (Genista). Bild: HHU / Arne Claussen.

Überall, auf den Wiesen, an Sträuchern und Bäumen blüht es. Noch sind auch Pfingstrosen und späte Magnolien zu finden. Der Garten ist täglich bis 19:00 Uhr geöffnet.

Aktuell zeigt die Natur, welch vielfältige Formen und Farben sie hervorbringen kann. Diese spiegeln auch verschiedene Bestäubungsstrategien der unterschiedlichen Pflanzen wieder. Entsprechend sind auch zahlreiche Insekten – neben Bienen und Hummeln auch viele Schmetterlinge – an den Blüten zu finden. Bei Hahnenfußblüten (Ranunculus-Arten) wird Nektar, eine Belohnung für die Bestäuber, unter einer kleinen Schuppe auf den Kronblättern gebildet und ist so für sehr viele Insekten zugänglich.

Der Acker-Rettich (Raphanus raphanistrum) scheidet Nektar am Grunde der Blüte aus. Violette Adern der Blütenblätter dienen Insekten als sogenannte Saftmale, die den Weg zur verborgenen Quelle weisen. Der Nektar des Wiesen-Salbeis (Salvia pratensis) ist nur langrüsseligen Insekten erreichbar. Dringt eine Hummel in die Blüte ein, so gelangen Pollen auf ihren Rücken; beim Besuch der nächsten Salbeiblüte wird diese mit dem zuvor gesammelten Pollen bestäubt.

Prachtvoll anzusehen sind die verschiedenen Wildarten und Sorten von Pfingstrosen (Paeonia), die überall im Botanischen Garten zu finden sind. Doch nicht alle von ihnen sind gleichermaßen für Bestäuber wertvoll. Dr. Sabine Etges, die Wissenschaftliche Leiterin den Botanischen Gartens der HHU: „Die Züchter haben unter anderem Sorten mit sogenannten gefüllten Blüten gezüchtet. Diese haben statt Staubblättern sehr viele Kronblätter. Insekten können so kaum Pollen – eine weitere Belohnung – sammeln. Wildarten der Pfingstrose können mehrere Millionen Pollenkörner pro Blüte bilden und sind eine üppige Nahrungsquelle.“ Zusätzlich scheiden die Kelchblätter Nektar aus, der besonders von Ameisen aufgenommen wird, die die Pflanzen vor Fressfeinden schützen.

Auch wenn die Pfingstrosen demnächst verblüht sein werden, so lohnt doch ein Blick auf ihre Standorte in der geographischen Abteilung. Dort sind dann deren Früchte zu sehen, die teilweise mit einem feinen Pelz überzogen sind. Später im Jahr werden diese Balgfrüchte aufreißen und ihre schwarz glänzenden Samen entlassen. Etges: „Die ebenfalls darin enthaltenen leuchtend roten Samen sind steril und haben möglicherweise eine Schaufunktion.“

Gerade die Wiesen rund um das Kuppelgewächshaus sind jetzt mehr als einen Blick wert. Dort blüht unter anderem in kräftigem Violett der Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), während der Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia) in der Heidelandschaft ein zartlila Blütenbett hervorbringt. Selten zu sehen sind die zartgrünen Klappertöpfe (Rhinanthus) mit ihren kleinen gelben Blüten. Ihren deutschen Namen verdanken sie den Samen, die in den reifen, pergamentartigen Früchten charakteristische Geräusche verursachen.

Nicht nur Blumen, Stauden und Sträucher stehen nun in Blüte, sondern auch manche Bäume wie die Rote Rosskastanie (Aesculus x carnea 'Briotii'). Die Ulme (Ulmus ® Resista) hat bereits ausgeblüht, um sie herum finden sich ihre geflügelten Nussfrüchte. Ulmen sind weltweit durch einen aus Ostasien eingeschleppten Pilz bedroht, der über den Ulmensplintkäfer übertragen wird. Der Pilz verstopft die Wasserleitbahnen, wodurch die Bäume absterben. Die Ulme im Botanischen Garten ist eine gegen den Pilz resistente Art.

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