Ellwangen: Die Landesgartenschau ist eröffnet

Nach Jahren intensiver Planung, unzähliger Abstimmungen und einer Bauphase, die die Vorfreude in der Region stetig wachsen ließ, war es am Freitag endlich so weit: Die Landesgartenschau in Ellwangen hat feierlich ihre Tore geöffnet.

Eva de Haas, Nils Degen, Alexander Mezger, Gerhard Hugenschmidt, Susanne Bay, Marianne Mommsen, Michael Dambacher, Winfried Kretschmann, Dr. Joachim Bläse, Volker Grab und Stefan Powolny (von links). Bild: LGS GmbH.

Wo zuvor noch Bagger das Bild bestimmten, präsentieren sich nun blühende Landschaften, kunstvoll gestaltete Parkanlagen und ein vielfältiges Angebot für Besucherinnen und Besucher jeden Alters. Bis zum 4. Oktober wird das Gelände zum Treffpunkt für Naturfreunde, Familien und Kulturinteressierte – und zum lebendigen Schaufenster moderner Stadt- und Landschaftsentwicklung. Zur Eröffnung ließ es sich auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann nicht nehmen, persönlich vor Ort zu sein. Für ihn markierte der Termin einen besonderen Moment: Es war die letzte Landesgartenschau-Eröffnung seiner Amtszeit – ein symbolträchtiger Abschied von einer Tradition, die er über Jahre hinweg begleitet und geprägt hat.

Zentrum der feierlichen Eröffnung war die große Sparkassen-Heimatbühne, benannt nach der Kreissparkasse Ostalb als Hauptsponsor der Landesgartenschau. Bereits in den Morgenstunden hatte dort ein abwechslungsreiches Musikprogramm für die passende Einstimmung gesorgt, ehe ab 10.30 Uhr der offizielle Teil begann. Durch das Programm führte Moderator Jens Zimmermann, der die zahlreichen geladenen Gäste begrüßte, darunter Verkehrsminister Winfried Hermann und Landtagspräsidentin Muhterem Aras.

Ellwangens Oberbürgermeister Michael Dambacher betonte in seiner Begrüßungsrede: „Die Landesgartenschau ist für Ellwangen weit mehr als ein Großereignis. Sie ist ein echtes Zukunftsprojekt – und zugleich ein Stück Stadtentwicklung im Zeitraffer. Was wir hier in wenigen Jahren umgesetzt haben, hätte sonst Jahrzehnte gedauert. Und wir dürfen eines nicht vergessen: Dieser Weg war alles andere als einfach. Wir haben in diesen Jahren größten Herausforderungen getrotzt – der Corona-Pandemie, der Energiekrise und den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine.“

Laut Dambacher wurden Investitionen von mehr als 85 Mio. Euro durch die Stadt und die Landesgartenschau auf den Weg gebracht. „Investitionen, die bleiben. Investitionen in Lebensqualität. Investitionen in die Zukunft unserer Stadt“, sagte er. „Diese Landesgartenschau steht unter einem besonderen Motto: ‚Lust am Wandel‘. Und genau dazu möchten wir einladen: neugierig zu sein, offen zu sein, sich einzulassen auf Veränderungen. Diese Landesgartenschau ist mehr als ein Ort. Sie ist eine Einladung. Eine Einladung, sich Zeit zu nehmen. Eine Einladung, die Schönheit unserer Stadt neu zu entdecken. Und eine Einladung, miteinander ins Gespräch zu kommen.“

Nach drei Amtszeiten an der Spitze Baden-Württembergs kam diesem Moment eine besondere Bedeutung zu: Winfried Kretschmann trat ans Rednerpult, um sein letztes offizielles Grußwort zur Eröffnung einer Landesgartenschau zu sprechen. Eine Landesgartenschau sei mehr als nur Blumen und Gärten, denn Ellwangen entwickele sich durch die Schau ein Stück weit neu und die Umwelt erhalte neue Möglichkeiten, gestaltet zu werden. Denn Städte würden lebenswerter und grüner durch die Landesgartenschauen, so Kretschmann, der sich überzeugt zeigte, dass das 26 Hektar große Areal im folgenden Sommer zum "Wohnzimmer" Ellwangens werde. „Wer Ellwangen erst einmal kennengelernt hat, möchte wieder kommen. Die Stadt gehört zum 'Best of Baden-Württembergs'.“

Lobende Worte für das in Ellwangen Geschaffene fand auch Gerhard Hugenschmidt, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Förderungsgesellschaft für die Baden-Württembergischen Landesgartenschauen (bwgrün.de). „Die Jagst hat in Ellwangen wieder etwas zu sagen. Das steht ihr gut“, kam Hugenschmidt auf die Renaturierung des Flusses zu sprechen, der mitten durch das LGS-Areal führt. Man habe den Mut gehabt, die Stadt neu zu denken. Ellwangen sei ein gutes Beispiel für das, was die Landesgartenschauen in Baden-Württemberg ausmachten.

Kurz vor Mittag folgte schließlich der symbolträchtige Höhepunkt der Veranstaltung: der offizielle Eröffnungsakt. Gemeinsam mit Marianne Mommsen von den Relais Landschaftsarchitekten und Alexander Mezger vom Büro Arbol Landschaftsarchitektur, die für die Planung des Geländes verantwortlich zeichnen, sowie Michael Dambacher, Bürgermeister Volker Grab, Gerhard Hugenschmidt, Landrat Dr. Joachim Bläse, Regierungspräsidentin Susanne Bay, Eva de Haas vom Regierungspräsidium Stuttgart und den beiden LGS-Geschäftsführern Stefan Powolny und Nils Degen trat Winfried Kretschmann wieder auf die Bühne. Unter dem Applaus der zahlreichen Gäste durchschnitt er das LGS-Band und gab damit die Landesgartenschau Ellwangen offiziell für das Publikum frei. Im Anschluss begaben sich der Ministerpräsident und die weiteren Ehrengäste auf einen ersten Rundgang über das weitläufige Gelände, um sich ein Bild von den zahlreichen Attraktionen und gestalterischen Highlights zu machen.

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