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GfK: Konsumklima im Sinkflug
Besonders trüben sich die Einkommenserwartungen ein, aber auch die Anschaffungsneigung fällt merklich pessimistischer aus. Die Sparneigung geht indes leicht zurück, bleibt aber auf hohem Niveau. Dies zeigen die aktuellen Ergebnisse des NIM
Konsumklimas powered by GfK, das seit Oktober 2023 gemeinsam vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM), Gründer der GfK und NIQ/GfK herausgegeben wird.
Einbruch der Einkommenserwartungen
Die Einkommenserwartungen der Verbraucher, die bereits letzten Monat deutlich nachgegeben haben, brechen im April um weitere 18,1 Punkte ein und liegen nun bei -24,4 Punkten. Wie im letzten Monat spielen die abgekühlten Konjunkturerwartungen und die anziehenden Preiserwartungen eine entscheidende Rolle für diese Entwicklung. Eine Langfristanalyse des NIM zeigt: Die Einkommenserwartungen sind eng mit der von den Verbrauchern erwarteten Inflation verknüpft. Effekte zwischen den Inflationserwartungen der Verbraucher und Anschaffungs- bzw. Sparneigung zeigen sich leicht zeitversetzt und fallen geringer aus.
Anschaffungsneigung sinkt, Sparneigung ist nahezu unverändert
Die Anschaffungsneigung zeigt in diesem Monat einen Rückgang um 3,5 Punkte auf -14,4 Punkte. Dies markiert im längerfristigen Vergleich ein Zwei-Jahres-Tief.
Die Sparneigung, die angibt, ob es die Menschen angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage derzeit für ratsam halten, zu sparen, zeigt einen leichten Rückgang und liegt mit einem Minus von 2,4 Punkten auf einem nach wie vor hohen Niveau (16,1 Punkte).
„Die Verbraucherstimmung gibt nochmal deutlicher stärker nach als im Vormonat und liegt nun bei -33,3 Punkten. Dies ist der niedrigste Wert seit Februar 2023“, erklärt Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM. „Die Einkommenserwartungen brechen infolge der gestiegenen Inflation regelrecht ein. Und vor diesem Hintergrund erachten die Menschen auch den Zeitpunkt für größere Anschaffungen derzeit als weniger günstig.“
Die Inflationsrate ist im März infolge der Verteuerung der Energiepreise durch den Irankrieg von 1,9% auf 2,7% gestiegen, wodurch die Verbraucher mehrheitlich erneut mit Preissteigerungen rechnen. Zwar stieg der Indikator zu den Preiserwartungen im April etwas weniger stark als noch im März, wofür die rückläufigen Preise an den Zapfsäulen verantwortlich sein dürften. Dennoch ist das Niveau des Indikators im Vergleich zu Beginn des Jahres erhöht.
Die Konjunkturerwartungen trüben sich erneut ein
Zudem lastet der Iran-Krieg weiter auf den Konjunkturaussichten: Die Befragten schätzen die Entwicklung der deutschen Wirtschaft in den kommenden 12 Monaten weniger positiv ein als im Vormonat. Der Indikator verliert erneut 6,8 Zähler und fällt auf -13,7 Punkte. Dies ist ein ähnliches Niveau wie im April 2022 zu Beginn des Ukraine-Kriegs.
Hier verstärkt sich die Sorge der Verbraucher, dass der vorsichtige Aufschwung der deutschen Wirtschaft einen ernsthaften Dämpfer erhalten könnte, vor allem dann, wenn der Konflikt weiter anhält und Maßnahmen der Regierung keine Wirkung zeigen.

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