VGL-BW: Naturnahe Gärten-Lebensraum für Mensch und Tier

Ziel eines naturnahen Gartens ist nicht nur, ein Paradies für den Menschen zu schaffen, sondern auch Lebensraum für Vögel, Insekten und andere Kleintiere zu sein.

Claudia Hügel, Landschaftsgärtnerin und Geschäftsführerin der „Hügel mehr Garten GmbH“ in Rümmingen, verriet in der Vortragsreihe „Garten aktuell“ alles über Naturnahe Gärten. Bild: VGL BW.

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Claudia Hügel, Landschaftsgärtnerin und Geschäftsführerin der „Hügel mehr Garten GmbH“ in Rümmingen, verriet in der Vortragsreihe „Garten aktuell“ zum ersten Mal im Treffpunkt Grün in Neuenburg, wie man der heimischen Tierwelt wirklich helfen und im eigenen Garten diese Möglichkeiten schaffen kann.

Die Idee, einen Naturnahen Garten zu schaffen bedeutet nicht, dass man den Garten sich selbst überlässt.Der Gärtner darf schon eingreifen und auch gestalten. Daher ist es wichtig, dass man Pflanzen ihrem Standort entsprechend auswählt, damit sie sich ohne viel Aufwand wohlfühlen und gedeihen.

Einheimische Pflanzen sind zumeist an die Bedingungen in unserer Region besonders gut angepasst und wertvoll für die Vögel und Insekten.Aber natürlich dürfen diese auch durch andere ergänzt werden, ganz nach persönlichem Geschmack.Gerade Pflanzen aus dem Süden kommen mit dem sich verändernden Klima oft sogar besser zurecht. Dabei werden Dornen gerne als Versteck und Nistmöglichkeit für Vögel genutzt.

Auf die richtige Staudenauswahl kommt es an.

Stauden erfreuen nicht nur uns Menschen mit ihren wunderschönen Blüten! Bienen und andere Insekten sind dankbar über eine reiche Auswahl. Dabei sollte man auf verschiedene Blütenzeitpunkte achten, damit es möglichst lange blüht-das ist ein schöner Anblick und wichtig für dir Insekten, die immer auf der Suche nach Futter sind. Ungefüllte Blüten dienen den Insekten als Futterquelle und sind gefüllten Blüten vorzuziehen.

Im zeitigen Frühjahr eröffnen Blumenzwiebeln die Blühsaison, die von ganz unterschiedlichen Stauden bis zum ersten Frost abgelöst werden. Wer auch hier etwas besonders Gutes tun möchte, kann bei der Farbauswahl darauf achten. Bienen sehen nicht alle Farben. Blau, Gelb und Weiß leuchten für sie besonders attraktiv, Rot sehen sie nicht.

Obstbäume sind ein wahrer Schatz im Garten!

Im Frühling liefern sie mit ihrer Blüte erste Nahrung für Insekten. Werden die Früchte reif, können wir ernten und eigenes Obst genießen. Wenn sie ein paar Früchte hängen lassen, können auch Vögel noch Nahrung finden. Gerade Amseln freuen sich über Äpfel am Baum. Und fällt einer runter, haben auch Igel ihre Freude.

In Ihrem Garten ist ein Baum abgestorben? Wunderbar! Wenn sie die Möglichkeit haben, dann lassen sie den Baumstumpf oder den gesamten Baum so hoch wie möglich stehen und entfernen sie nur die Äste, die eine Gefahr durch Abstützen darstellen. Spechte, Käfer und viele andere Tiere wird es freuen, und mit einer schönen Kletterrose bewachsen sieht der tote Stamm dann wunderschön aus!

Man kann Nistplätze aufhängen und Vögeln Brutmöglichkeiten schaffen. Das nützt wieder beiden: Menschen und Vögeln. Manche Vogeleltern fliegen bis zu 900x am Tag mit Futter im Schnabel zu ihrem Nachwuchs ins Nest und räumen so ganz nebenbei ihren Garten auf. Mücken, Raupen und sogar Blattläuse stehen auf dem Speiseplan von Vogelküken

Gemischte Hecken bieten eine Vielfalt an Lebensraum und Futterquelle für verschiedenste Tiere. Immergrüne Sträucher bieten den Menschen einen Sichtschutz rund ums Jahr und den Vögeln ein Versteck im Winter.

Wasser ist besonders während der Sommermonate lebenswichtig für Tiere. Wer genügend Platz für einen Teich hat, schafft ein besonderes Biotop in seinem Garten. Aber auch Quellsteine werden sehr gerne von Insekten zum Trinken und von Vögeln sogar zum Baden angenommen.

Aber Achtung: Pools, Regentonnen und Wasserbecken können auch zur tödlichen Gefahr werden. Wenn die Tiere im Sommer auf der Suche nach Wasser sind, fallen sie in die Wasserbehälter und können durch die glatten Ränder oft nicht mehr hinausklettern. Solche Wasserfallen sollten auf jeden Fall nachts abgedeckt werden oder ein Brett an den Rand gelehnt werden, damit Igel, Eichhörnchen, Mäuse und Co. wieder heraus klettern können.

Insgesamt war dies ein sehr schöner und inspirierender Vortrag, der zur Unterhaltung der Teilnehmer untereinander angeregt hat. Es gibt noch so viele Möglichkeiten, der Natur gerade in der heutigen Zeit zu helfen, uns erhalten zu bleiben. Dieses Thema ist unerschöpflich.

Das wichtigste ist jedoch am Ende, dass sich alle wohl fühlen. Groß und Klein, Mensch und Tier.

Im Rahmen der Reihe „Garten Aktuell“ informieren folgende GaLaBau- Experten jeden zweiten Dienstag um 15 Uhr im Treffpunkt Grün oder in den „Gärten in Rheinkultur“ der Landesgartenschau Neuenburg am Rhein über aktuelle Themen rund um den Garten. (VGL BW)

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