BDC: Rohstoff Stroh wird immer knapper

63. BDC-Jahrestagung in Bensheim. Für Champignonerzeuger wertvolle Rohstoff Stroh wird immer knapper. Engpässe befürchtet.

Braune Champignons im Anbau, bevor sie geerntet werden, im Betrieb von Volker Löcke in

Büttelborn. Foto: BDC<br />

„Die Strohmenge wird EU-weit knapp. Die benötigte Menge wird wahrscheinlich nicht für einen reibungslosen Champignonanbau in den kommenden zwölf Monaten ausreichen. Spannungen auf dem Strohmarkt sind schon jetzt deutlich zu spüren“, stellte Franz Schmaus, Vorsitzender des Bundes Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC) auf der 63. Jahrestagung vergangenen Freitag, 30. September, in Bensheim fest.

Die Gründe für diese Knappheit sind vielschichtig. Der Maisanbau expandiert in Deutschland auf Kosten der Getreideflächen weiter. Um garantiert stehendes Getreide ernten zu können, nimmt die Halmlänge weiter ab. Das trockene Frühjahr hat das vegetative Wachstum reduziert, der nasse Sommer die Ernte behindert und die Strohqualität herabgesetzt. Auch Pferdehalter suchen zunehmend nach preisgünstigeren Einstreualternativen zum teuren Stroh. Der wertvolle Rohstoff Stroh wird verstärkt in der Bauindustrie aber auch zu Heizzwecken eingesetzt, sodass die Preise ungewöhnlich stark gestiegen sind.

Die bundesweite Umfrage der Champignonerzeuger hat ergeben, dass voraussichtlich die Erntemenge 2011 auf 62.000 t (2010 waren es 60.000 t) leicht, insbesondere in Niedersachsen, gestiegen ist. Der Anteil der Champignons, die für die Verarbeitung bestimmt sind, ist mit 8.000 t unverändert geblieben, betonte Schmaus.

Die BDC-Kampagne www.gesunde-pilze.de ist weiter auf Erfolgskurs. Die Speisepilzausstellung des BDC auf der Bundesgartenschau in Koblenz - als erster Dauerbeitrag in dieser Branche überhaupt - ist ein wahrer Publikumsmagnet geworden. Mehr als 250.000 Verbraucher-Flyer fanden bei den Besuchern reißenden Absatz. Michael Legrand vom Grünen Medienhaus, welches die Öffentlichkeitsarbeit des BDC steuert, konnte in seinem Vortrag zur Entwicklung dieser Kampagne sehr positive Zahlen vermelden. Die Zugriffszahlen auf die Website haben sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdreifacht. Besonders positiv sind die Veröffentlichungszahlen in der klassischen Pressearbeit, die im Rahmen der Erfolgskontrolle von einem unabhängigen Dienstleister erhoben werden. Texte und Bilder finden sich in der Tagespresse, in Verbrauchermedien, in Fachtiteln und im Internet und erreichen viele Millionen Leser.

In dem Vortrag „Faire Arbeitsbedingungen - Unsere Stärke" zeigte Silke Peters von der Kölner Agentur „2nd floor“, dass die Qualität der Pilzproduktion von den Menschen mitbestimmt wird, die die Pilze in Handarbeit ernten. Die Pflege der Unternehmenskultur und die Einhaltung von sozialen Standards bilden entsprechend einen festen Bestandteil der Kostenstruktur und sollten den Abnehmern transparent vermittelt werden.

Dr. Hans- Christoph Behr von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) stellte heraus, dass der Discounterbereich erstmals seit Längerem Marktanteile verloren hat. (ZVG/BDC)

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