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Schlüter: Schöner Garten auf Bestellung
Ein Versandhandel mit rund einer halben Million Kunden in der vierten Generation, zweistelliges Umsatzwachstum und Manufakturqualität: Das Familienunternehmen Garten Schlüter im NordWesten Hamburgs bietet Pflanzen und Bäume für Hobbybotaniker, Selbstversorger und alle, die es werden wollen. Und das mit großem Erfolg. Großvater, Tochter und Enkel wachen mit ihren grünen Daumen über Wurzeln und Wandel der knapp 100-jährigen Gärtnerei.
Rosen und Erdbeeren per Mausklick, gärtnerische Expertise am Telefon und eine Auswahl von mehr als 1.200 unterschiedlichen Pflanzen-Sorten: Dafür steht der im gesamten deutschen Raum erfolgreiche Pflanzenhandel Garten Schlüter, der seine Rosen, Erdbeeren und Obstbäume im Herzen des größten Baumanbaugebiets der Welt produziert - im Raum Pinneberg bei Hamburg. In den 1940er und 1950er-Jahren verkauften hunderte Vertreter Schlüter’sches Grün, aber vor allem Obst und Gemüse zur Selbstversorgung an den Haustüren der durch den Krieg gepeinigten Bundesrepublik. Später bestellte der nun dichte Kundenstamm per Katalog. Heute ist auch ein Onlineshop hinzugekommen, der dem Familienbetrieb in vierter Generation zweistelliges Umsatzwachstum beschert.
„Jeder Jahrgang hat unseren Betrieb auf seine ganz eigene Weise geprägt und weiterentwickelt. Mein Vater Gustav Schlüter hat den Samen gesetzt, ich habe den Betrieb weiter wachsen lassen und durch die Nachkriegszeit gebracht, meine Tochter hat eine moderne Baumschule entwickelt sowie das Unternehmen erneuert und mein Enkel führt es nun in die Zukunft. Glücklicher könnte ich nicht sein“, so Großvater Jürgen Schlüter. Der mittlerweile fast 90-Jährige kommt beinahe täglich in sein Büro, um eine Pfeife zu rauchen, seinen Rosenkeller auf Vordermann zu halten und mit den fünf Auszubildenden zu plauschen. „Er ist immer noch die gute Seele unseres Unternehmens“, sagt Marcus Lehmann, Urenkel des Firmengründers und seit 4 Jahren hier der Chef von 50 Mitarbeitern. Der Ursprung der Gärtnerei Schlüter liegt in den 1920er-Jahren. Gustav Schlüter betrieb gemeinsam mit seiner Frau die Bahnhofsgaststätte in Vossloch ein Ortsteil von Bokholt-Hanredder, bei Elmshorn - nur ein paar hundert Meter von den heutigen Gewächshäusern entfernt. „Für meinen Vater waren es harte Zeiten“, erinnert sich Opa Jürgen Schlüter heute. Die Wirtschaftskrise lähmte das Land.
„Mein Vater wollte damals etwas schaffen, sein Leben in die Hand nehmen. Also pachtete er 1923 Land und begann Rosen zu züchten“, erzählt Jürgen Schlüter. Damals kostete eine veredelte Rose zehn Pfennig. Zum Vergleich: Heute geht es erst bei 4,95 Euro los.
1927 kam Sohn Jürgen pünktlich mit dem Vier-Uhr-Zug zur Welt. Genauso schnell wie der Sprössling auf die Erde strebte, entwickelte sich auch das Unternehmen. Das Geschäft expandierte, als Schlüter begann, hunderte Weidenkörbe Schnittrosen mit dem Expresszug nach Berlin zu senden. Mehr als 50.000 Rosen erreichten so pro Saison die Hauptstadt. Noch vor dem Krieg kaufte Schlüter 8 ha dazu, inklusive mehrerer Häuser, die das Unternehmen und die Produktion beherbergten. Auf 10.000 qm wurden nun auch Obstbäume und Erdbeeren angebaut.
Der erste Garten-Katalog erschien bereits 1936 und wurde mit der Post versandt. Parallel eröffnete Garten Schlüter kleine Filialen und Niederlassungen in ganz Norddeutschland – das Netz erstreckte sich bis Bremen. Im Krieg wurde die Produktion von Blumen und Zierpflanzen eingestellt, stattdessen konzentriert man sich darauf, Kartoffeln und Gemüse anzubauen, die nach Hamburg, Bremen und in Norddeutschland verkauft wurden. Auch ein Schwein sowie ein paar Hühner lebten in dieser Zeit zwischen Traktoren und Gewächshäusern.
Mit dem Ende des Krieges waren viele Menschen ohne Arbeit. Gustav Schlüter stellte über Nacht eine Reihe von Vertretern ein, die in ganz Deutschland Obstbäume und Rosen verkauften. Sie gingen von Tür zur Tür und bescherten der Gärtnerei einen Riesenerfolg. Das Vertreternetz wuchs auf mehrere hundert. Ab den 1970er-Jahren lag der Schwerpunkt auf dem Versandhandel per Katalog, dessen Erfolg vor allem auf dem dichten Kundenstamm im gesamten deutschsprachigen Raum fußte. Eine Beilage in der „Hörzu“ mit Erdbeerpflanzen in den 1960ern machte Garten Schlüter zu einem der bekanntesten Versandhändler des Landes. Für die leckeren Früchte der Sorte Senga Sengana ist das Unternehmen noch heute bekannt. „Es ist eine spezielle und mittlerweile verbreitete Zucht für den Hausgarten, die nicht für die Masse, für das heimische Beet aber sehr gut geeignet ist“, erklärt Marcus Lehmann.
Auch heute ist es der Anspruch von Garten Schlüter, Hobbygärtner mit Pflanzen und Knowhow zu begeistern, die passgenau auf ihre Ansprüche zugeschnitten sind und über viele Jahre hinweg Freude bringen. „Wir vertreiben und produzieren ausschließlich Produkte höchster Qualität. Wir würden niemals Billigerzeugnisse aus Übersee oder Ahorn aus China anbieten, wie es viele große Gartenmärkte tun. Wir setzen uns für Nachhaltigkeit ein und wollen, dass unsere Kunden lange Freude an den Produkten haben – wenn möglich ein Leben lang“, so Gabi Lehmann, älteste Tochter von Jürgen Schlüter, die 1993 das Ruder von Ihrem Vater übernahm. Bereits in der GärtnerAusbildung lernte sie ihren Mann Hans-Joachim Lehmann kennen, mit dem sie heute den Baumschulen-Bereich leitet.
Bei mehr als 1.200 Blumen, Obstbäumen, Gräsern und Stauden ist Arbeitsteilung hilfreich. Doch nicht die gesamte Produktpalette wird auf dem eigenen Grund herangezüchtet, denn bei einer halben Million Kunden sind die Kapazitäten längst gesprengt. „50% unseres Portfolios wird im Auftrag unserer Familie im Raum Pinneberg angebaut, dem traditionell größten Baumanbaugebiet der Welt“, so Gabi Lehmann. Das gilt auch für 50.000-100.000 Rosen, Gräser und Stauden.
Gabi Lehmann wuchs, wie ihr Vater vor ihr, mit den Händen in der Erde auf: „Schon als Kind richtete sich mein Lebensrhythmus nach dem Gartenjahr. Im April wurden die Spargelpflanzen und im Sommer die Erdbeerpflanzen geputzt. Noch als ich mit Marcus hochschwanger war, stand ich an der Topfmaschine und bin dann direkt ins Krankenhaus“, erinnert sich Gabi Lehmann. Kein Wunder, dass auch die jüngste Generation von Geburt an so auf den Berufsstand geeicht wurde. Als dritte Gärtnergeneration der Familie, leitete Gabi Lehman einen entscheidenden Wandel in der Gärtnerei Schlüter ein: „Anbaumethoden und Pflanzenschutz haben sich seit den 1980er Jahren grundlegend verändert, wir wollten immer ganz vorn dabei sein und Maßstäbe setzen. So haben zum Beispiel Würmer, sogenannte Nematoden, die Bodenentseuchung ersetzt. Und wir beziehen nur noch homöopathische Pflanzenschutzmittel wie Mykorrhiza-Pilze ein, um zum Beispiel die Abwehrkräfte von Rosen zu stärken“, erklärt Gabi Lehmann. Auch das System Baumschule stellte sie auf den Kopf: Aus der Erd- wurde die Topfkultur: „Pflanzen sind so jederzeit pflanzbereit, können besser weiterwachsen und werden weniger durch Umwelteinflüsse gestört.“
Kunden aller Altersgruppen schätzen die Qualität von Garten Schlüter. Die Generation 60+ nutzt immer noch die Bestellkarte aus dem Katalog, der zweimal im Jahr in 100.000er-Auflage versendet wird. Die jüngere Generation shoppt online und Gartenliebhaber jeden Alters rufen in der Telefonberatung an. Hier sitzen erfahrene Gärtner, die ihr Handwerk verstehen. Ein Service, bei dem das Unternehmen den um sich greifenden Fachkräftemangel zu spüren bekommt: „Uns fehlen gelernte Gärtner! Wir würden sehr gerne mehr Menschen für diesen wunderbaren Beruf begeistern.
Dann könnten wir die Flut an Fragen, die uns am Telefon erreichen noch besser beantworten“, sagt Marcus Schlüter, der heute als vierte Generation des Unternehmens vor allem die Online-Strategie in den Fokus rückt. Seit 2008 sorgt der Garten-Schlüter-Onlineshop jedes Jahr für zweistellige Wachstumszahlen.
Doch auch der jüngste Spross der Unternehmerfamilie lebt sein Handwerk nicht nur virtuell, er erlernte den Beruf wie seine Eltern und Großeltern und studierte zusätzlich Gartenbau an der Universität Weihenstephan. „Ich liebe es, etwas wachsen zu sehen, neues Leben zu schaffen. Die Natur bietet uns alle Rohstoffe, die wir für unseren Beruf benötigen. Wir brauchen also theoretisch keine Rohstoffe einkaufen, um selbst tätig zu werden, das begeistert und fasziniert mich.“ Obwohl der 30-Jährige erst seit 3 Jahren in der Geschäftsführung ist, wünscht er sich schon jetzt, dass er den Staffelstab eines Tages an den eigenen Nachwuchs weitergeben kann. „Wir wollen ein Familienbetreib bleiben. Ich wünsche mir, dass auch meine zukünftigen Kinder ihre Begeisterung für das Gärtnern entdecken und dass wir gesund weiterwachsen können“, so Marcus Lehmann. (Schlüter)

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