Royal Avebe: Will Angebot und Nachfrage besser in Einklang bringen

Das Kartoffelstärkeunternehmen Royal Avebe startet in das Anbaujahr 2026 mit einem indikativen Kartoffelgeld ab Hof für das A‑Volumen von 65 Euro pro Tonne Kartoffeln bei 19% Stärke. Damit liegt das Niveau deutlich unter dem des vergangenen Anbaujahres.

Royal Avebe ist eine Genossenschaft von rund 2.000 landwirtschaftlichen Mitgliedern aus den Niederlanden und Deutschland, die Stärkekartoffeln anbauen.

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Ein übersättigter Kartoffelmarkt, eine gute Ernte im Anbaujahr 2025, historisch hohe Anmeldungen beim A‑Volumen sowie geopolitische und wirtschaftliche Entwicklungen setzen die Ertragskraft der Genossenschaft erheblich unter Druck. Dies erfordert einen vorsichtigen Start in das neue Anbaujahr. Vor diesem Hintergrund ergreift Avebe Maßnahmen, um Angebot und Nachfrage besser in Einklang zu bringen.

Neuer Begriff: Kartoffelgeld ab Hof

Avebe spricht ab dem Anbaujahr 2026 vom „Kartoffelgeld ab Hof“. Dieser Begriff vermittelt Mitgliedern und Lieferanten ein vollständigeres Bild der gesamten Auszahlung ab Hof. Die Änderung steht im Zusammenhang mit der Erhöhung der Erfüllungsprämie, wie sie Ende 2025 beschlossen wurde. Das indikative Kartoffelgeld ab Hof von 65 Euro pro Tonne Kartoffeln bei 19% Stärke setzt sich zusammen aus Grundpreis, Mitgliederzulage, Qualitätsprämie, Erfüllungsprämie sowie einer Auszahlung aus dem genossenschaftlichen Ergebnis.

Mehr Angebot als Nachfrage

Der Markt ist aktuell von einem Überangebot an Kartoffeln geprägt. In der Verarbeitungskampagne 2025 hat Avebe deutlich mehr Kartoffel-Volumen als üblich verarbeitet und davon auch einen entsprechenden Teil vermarktet. Für das Anbaujahr 2026 wurde nun ein historisch hohes A‑Volumen seitens der Anbauer eingeschrieben. Daher muss die Genossenschaft in dieser Phase der Saison davon ausgehen, dass erneut große Mengen Kartoffeln an die Genossenschaft geliefert werden. In der aktuellen Marktsituation steht dadurch die Auszahlungskapazität pro gelieferter Tonne Kartoffeln unter Druck. Die Gesamterlöse müssen auf mehr Tonnen verteilt werden. Dies führt zu einer Verwässerung des Auszahlungswertes.

Anpassung der Lieferbedingungen für das Anbaujahr 2027

Für das Anbaujahr 2027 arbeitet Avebe gemeinsam mit dem Vertreterrat an Anpassungen der genossenschaftlichen Lieferbedingungen. Ziel ist es, das Angebot an Stärkekartoffeln besser auf das Absatzvolumen abzustimmen. Dies soll zu einer stärkeren Basis für die Genossenschaft beitragen und eine schnellere Erholung des bereits eingeleiteten Wachstums des Kartoffelgeldes für die Avebe-Mitglieder und Lieferanten ermöglichen.

Startpunkt für das Kartoffelgeld ab Hof

Das neue „Kartoffelgeld ab Hof“ bildet den Startpunkt für die Preisbildung für das Anbaujahr 2026. Der endgültige Auszahlungswert wird nach Abschluss der Kampagne im Mai 2027 festgelegt

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