Obstbautage: Forderungen an Özdemir

Bei den 74. Norddeutschen Obstbautagen in Jork nutzte Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies die Gelegenheit, die fünf Kernbotschaften des Landesbauernverbandes an Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir erneut zu unterstreichen.

Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies nutzte während der Obstbautage in Jork die Gelegenheit, erneut die fünf Forderungen des Landvolks zu unterstreichen (v.l.n.r. Claus Schliecker, Dr. Holger Hennies, Cem Özdemir, Jens Stechmann) Foto: Landvolk.

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Während seitens der Obstbauverbände vor allem Forderungen nach mehr Planungssicherheit und Kommunikation auf Augenhöhe laut wurden, hob Hennies hervor, welch hohen Stellenwert der Berufsstand habe und wie viel schon gemeinsam erreicht worden sei, zum Beispiel bei der Minderung des Nitrateintrags bei der Düngung. „Die aktuelle Debatte um die Zukunft der Landwirtschaft zeigt, dass wir genau jetzt die Chance haben, die Weichen neu zu stellen“, bekräftigte Hennies. „Wir Landwirte sind zum Dialog bereit.“

Zu den Kernforderungen des Landvolks zählen die Rücknahme der geplanten Veränderungen beim Agrardiesel, die steuerliche Entlastung der Landwirtschaft, ein Moratorium für nationale Auflagen zum Beispiel beim Pflanzenschutzrecht, der Rückbau von Überregulierung beim Düngerecht und bei der gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) sowie die finanzielle und rechtliche Unterstützung für eine Weiterentwicklung einer wettbewerbsfähigen Tierhaltung. Hennies: „Niedersachsen ist Agrarland Nr. 1; die Wertschöpfung auch im vor- und nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft ist von großer Bedeutung.“

Beim Rundgang über das Ausstellungsgelände vor dem verbandspolitischen Nachmittag des Landvolks Niedersachsen sagte Özdemir am Stand der Landfrauen: „Der Agrardiesel ist nur noch ein Symbol für das, um was es jetzt gehen muss. Jetzt haben wir die Chance, alle Themen voranzubringen. Ich stehe an der Seite der Landwirte und bin im guten Austausch mit den landwirtschaftlichen Verbänden.“

Claus Schliecker, Vorsitzender der Fachgruppe Obstbau im Landvolk Niedersachsen, forderte beim Messerundgang, bei dem sich insgesamt rund 160 Unternehmen und Institutionen mit Maschinen- und Gerätetechnik, Obstbäumen, Bedarfsartikeln und Dienstleistungen präsentierten, konkrete Maßnahmen wie die Tarifglättung, steuerfreie Risikorücklagen und einen Abbau der Bürokratie. „Diese Dinge müssen nun seitens der Politik angepackt werden; geredet wurde genug.“ Der Obstbau habe 2023 ein gutes Jahr gehabt, davor hätten zwei schlechte Jahre die Bauern zum Teil in extreme Zahlungsschwierigkeiten gebracht. Dazu beigetragen habe auch der Mindestlohn, denn Obstbauern seien wegen der aufwändigen Ernte von Hand auf Helfer angewiesen. Beim Einkauf des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) beim Obstbauern zähle oft nur der Preis, nicht die Herkunft. „Hier fordern wir ganz klar den Blick auf mehr Regionalität zu setzen“, machte Schliecker deutlich. Er distanzierte sich in seiner Rede zudem sehr deutlich von Angriffen, die die Grenzen des legitimen Protests überschreiten: „Gülle und Mist gehören auf den Acker, nicht auf die Straße.“

Die Obstbautage werden vom Obstbauversuchsring des Alten Landes, der Obstbauversuchsanstalt Jork der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) und der Landesfachgruppe Obstbau im Landvolk Niedersachsen veranstaltet. (LPD)

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