NRW: Zwölf Azubis bestehen Abschlussprüfung zum Friedhofsgärtner

Konzentrierte Gesichter, präzise Handgriffe und immer wieder ein kritischer Blick, um das Gesamtbild zu prüfen: Auf der Landesgartenschau Neuss herrschte am Mittwoch besondere Spannung. Zwölf angehende Friedhofsgärtner haben dort nach dreijähriger Ausbildung ihre Abschlussprüfung abgelegt. Innerhalb weniger Stunden verwandelten sie vorbereitete Flächen in individuell gestaltete Grabstätten.

Geschafft: Die zwölf Absolventen der Abschlussprüfung zum Friedhofsgärtner freuen sich gemeinsam über ihren erfolgreichen Ausbildungsabschluss. Bild: Landesverband Gartenbau Nordrhein-Westfalen.

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Erstmals fand die traditionsreiche Abschlussprüfung der Rheinischen Friedhofsgärtner nicht auf einem Friedhof, sondern auf einer Landesgartenschau statt: Auf dem Ausstellungsbeitrag „Grabgestaltung und Denkmal“ der Friedhofsgärtner. So konnten die Besucher den angehenden Friedhofsgärtnern bei ihren Prüfungsarbeiten über die Schulter schauen.

Im Mittelpunkt der Prüfung stand die Gestaltung einer Grabstätte mit den Maßen 1,25 mal 2,5 Meter. Jeder Prüfling entwickelte eine eigene Gestaltungsidee und setzte sie Schritt für Schritt um. Von der Bodenbearbeitung mit Umgraben und Erstellen des Planums, der Auswahl und Anordnung der Pflanzen über das fachgerechte Einpflanzen bis hin zur harmonischen Abstimmung mit dem handwerklich gefertigten Grabstein mussten die Auszubildenden zeigen, dass sie ihr gärtnerisches Wissen sicher anwenden können. Neben den praktischen Arbeiten gehörten auch theoretische Prüfungen unter anderem zu Pflanzenkenntnissen und fachlichen Grundlagen zum Abschluss.

Viele der Friedhofsgärtner schätzen vor allem die Verbindung aus Natur, Gestaltung und dem Umgang mit Menschen. „Ich arbeite einfach gerne draußen und sehe am Ende des Tages, was ich geschafft habe. Besonders schön ist es, wenn Hinterbliebene sich über eine neu gestaltete Grabstätte freuen. Das zeigt mir, wie wichtig unsere Arbeit ist. Jetzt freue ich mich darauf, Berufserfahrung zu sammeln und mich später zum Meister weiterzubilden“, sagte Absolvent Benedikt Zapf von der Friedhofsgärtnerei Zillken in Köln.

Am Ende des Prüfungstages präsentierten die Prüflinge zwölf unterschiedlich gestaltete Einzelwahlgräber. Sie zeigen die Vielfalt der Friedhofsgärtnerei und erweitern den Ausstellungsbeitrag „Grabgestaltung & Denkmal“ auf der Landesgartenschau. Die Anlagen bleiben bis zum Ende der Landesgartenschau bestehen und können von den Besuchern besichtigt werden.

„Friedhofsgärtner schaffen Orte der Erinnerung, an denen Menschen Trost finden und ihrer Verstorbenen gedenken können“, sagte Martin Walser, Geschäftsführer des Fachverbands Friedhofsgärtner im Landesverband Gartenbau NRW. „Die Absolventen haben heute gezeigt, dass sie das gärtnerische und gestalterische Handwerk beherrschen und bereit sind, Verantwortung in einem besonderen Beruf zu übernehmen. Wir freuen uns über jeden jungen Menschen, der sich für diesen Berufsweg entscheidet.“

Am Nachmittag nahmen die zwölf Absolventen ihre Prüfungszeugnisse aus den Händen von Erhard Fischer entgegen. Mit dem erfolgreichen Abschluss starten sie nun im Berufsleben und werden noch viele Gedenkorte schaffen.

Hintergrund

Die Abschlussprüfung der Friedhofsgärtner hat im Rheinland eine lange Tradition. Sie findet jedes Jahr an einem anderen Ort statt, meist auf einem Friedhof. Die wechselnden Prüfungsorte stellen die Auszubildenden immer wieder vor neue Bedingungen und zeigen die Vielfalt ihres Berufs. Die Landesgartenschau Neuss machte die Prüfung in diesem Jahr zugleich für viele Besucher erlebbar. Die nordrhein-westfälischen Friedhofsgärtner pflegen rund 200.000 Gräber auf rund 2.600 Friedhöfen in NRW.

Wer sich für Natur, Pflanzen und Gestaltung interessiert und einen Beruf mit Verantwortung sucht, findet im Friedhofsgartenbau vielfältige Perspektiven. Die Ausbildung verbindet gärtnerisches Fachwissen mit handwerklicher Arbeit, Kreativität und dem direkten Kontakt zu Menschen. 

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