- Startseite
- Mecklenburg-Vorpommern: Nematodenfunde a...
Mecklenburg-Vorpommern: Nematodenfunde an zypriotischen Kartoffeln
„Sogar zwei Arten des gefährlichen Kartoffelzystennematoden sind bei der Untersuchung von Proben anhängender Erde in zwei Partien zypriotischer Speisekartoffeln aus Supermärkten in M-V gefunden worden“, sagt Dr. Armin Hofhansel, Dezernatsleiter Pflanzengesundheitskontrolle im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V in Rostock. Bei den Nematoden (Fadenwürmern) handelt es sich um den Gelben und den Weißen Kartoffelnematoden (Globodera rostochiensis und Globodera pallida).
Besonders der Fund von Globodera pallida bedeutet ein erhebliches Risiko, da dieser meldepflichtige Quarantäneschädling bisher nicht in M-V vorkommt. Eine Einschleppung muss deshalb unbedingt verhindert werden! „Kartoffelschalen von importierten Frühkartoffeln und ihre Anhangerde sollten unbedingt über den Hausmüll entsorgt und auf keinen Fall auf den Komposthaufen oder in die Biotonnen gegeben werden“, bittet Hofhansel. Denn: Eine direkte Bekämpfung der Nematoden ist nicht möglich! Die Fadenwürmer und ihre langlebigen Zystenformen bedeuten eine enorme Gefahr für den Kartoffelanbau in den Landwirtschaftsbetrieben des Landes und gleichermaßen für den Kartoffel- und Tomatenanbau in den Kleingärten. Sie beeinträchtigen den Wuchs der Pflanzen und es kann sogar zu Totalausfällen kommen.
„Wir warnen weiter dringend davor, Speisekartoffeln aus Zypern, Ägypten oder auch aus anderen EU-Staaten als Pflanzkartoffeln zu verwenden“, betont Hofhansel. Die geringen preislichen Vorteile zahlen sich nicht aus. Wie in landwirtschaftlichen Betrieben sollte auch im Kleingarten die Bodenfruchtbarkeit nicht leichtfertig auf das Spiel gesetzt werden. Zertifiziertes Pflanzgut ist frei von diesen Risiken und auch ertraglich immer die bessere Lösung.
Hintergrund
Kartoffelzystennematoden befallen vorrangig Kartoffeln aber zum Beispiel auch Tomaten. Durch Saugen an den Wurzeln entstehen Wachstumsstörungen bis hin zu erheblichen Ertragsausfällen an betroffenen Pflanzen. Die Nematodenlarven können in ihrer Zystenform 15-20 Jahre im Boden überdauern. Nematodenbefall ist immer mit einem hohen Verbreitungsrisiko verbunden, denn der Erreger wird durch anhaftende Erde an Kartoffeln oder an Transportmitteln übertragen.
Zertifiziertes Pflanzgut garantiert, dass Pflanzkartoffeln speziell zur Vermehrung angebaut und untersucht wurden. Damit hat der Verbraucher die Sicherheit, dass das Pflanzgut gesund und frei von den gefährlichen Nematoden ist. Pflanzkartoffeln dürfen nur auf Flächen erzeugt werden, die vorher amtlich untersucht und als frei von Nematoden gekennzeichnet worden sind. Pflanzkartoffeln für den Kleingartenbereich werden jetzt in Beuteln von 2 bis 10 kg angeboten. Sie sind an einer blauen Banderole mit der Aufschrift „Zertifiziertes Pflanzgut“, Angaben zum Abpackbetrieb und dem Sortennamen zu erkennen. (lallf)

Kommentare (0)
Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.