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LWK Schleswig-Holstein auf richtigem Kurs
Die letzten fünf Jahre waren von großen Veränderungen geprägt.Die gesamte Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein wurde mit seinen Einrichtungen auf den Prüfstand gestellt. Die gesamte Kammerarbeit wurde klar und nachvollziehbar nach der Devise Facharbeit hat Vorrang vor regionaler Präsenz neu konzipiert. Unser Fach- und Standortkonzept „LK 2004“ hat in der breiten Agrarpraxis Anerkennung gefunden. Die Landwirtschaftskammer geht auf der Basis einer soliden Finanzentwicklung an eine intensive Gestaltung ihrer Facharbeit, um den in einem harten wirtschaftlichen Wettbewerb stehenden agrarwirtschaftlichen Unternehmen mit einem modernen und anspruchsvollen Dienstleistungsangebot zur Seite zu stehen, betonte Hermann Früchtenicht, Präsident der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, anlässlich seines Rechenschaftsberichtes vor den Deputierten der Hauptversammlung am 4. Dezember 2003 in Rendsburg.
Eingehend auf die schon weit fortgeschrittene Konsolidierungsphase der Landwirtschaftskammer in den letzten fünf Jahren nannte Hermann Früchtenicht folgende Stichworte:
1. Erreichung eines akzeptablen Rechtsrahmens
2. Festlegung eines verlässlichen Finanzrahmens
3. Wirtschaftliche Konsolidierung
4. Umschichtung des Vermögens mit erheblicher investiver Neuausrichtung
5. Neuschnitt des Kernaufgaben-Profils (LK 2004)
6. Straffung der Organisation vertrauensvolle, konstruktive Zusammenarbeit zwischen Ehren- und Hauptamt
7. Innere Stabilität im Ehrenamt
8. Anerkennung der Arbeit durch Politik und Verbände
Die Aufgabe der Landwirtschaftskammer wird es sein, die wirtschaftliche und produktions-technische Beratung so auszurichten, dass ein Beitrag zur Festigung einer lebensfähigen Land-, Forst-, Gartenbau- und Fischereiwirtschaft geleistet wird. Wir erleben heute, in Zeiten eines erheblichen agrarstrukturellen Wandels, dass ein zunehmender Bedarf an sozioökonomischer Beratung im Lande besteht, stellte der Kammerpräsident fest.
Einen besonderen Dank richtete der Chef der landwirtschaftlichen Selbstverwaltung an die Abgeordneten des Schleswig-Holsteinischen Landtages, wegen der inzwischen gesetzlich verankerten 50%igen Beteiligung des Landes an den Pensionszahlungen der Landwirtschaftskammer. Darüber hinaus sei die erarbeitete beispielhafte Zielvereinbarung mit dem Land ein Eckpfeiler für die Finanzierung notwendiger exzellenter Facharbeit. Die Landwirtschaftskammer erfüllt zur Zeit mit rund 250 Vollarbeitskräften ihren Förderungsauftrag für die Landwirtschaft des Landes. Der Wirtschaftsprüfer hat im Jahresabschluss 2002 bestätigt, dass die Landwirtschaftskammer ihr Konzept finanzwirtschaftlich sehr erfolgreich umgesetzt habe. Sowohl hinsichtlich Eigenkapital als auch Liquidität seien deutliche Verbesserungen zu verzeichnen, da der Aufwand den Ertrag jedoch noch übersteige, müsse die Konsolidierung konsequent fortgesetzt werden.
In einer Zeit der Stagnation bzw. sogar Rückzug der öffentlichen Haushalte wird in Ellerhoop-Thiensen für 16 Mio. Euro ein in Norddeutschland einmaliges kooperatives Gartenbauzentrum entstehen. Zur Finanzierung des Eigenanteils der Landwirtschaftskammer wurden Grundstücke und Gebäude in Kiel-Steenbek verkauft. Vermögen der Kammer wurde somit sinngebend umgeschichtet. Der gültige Zeitplan sieht vor, dass im Jahr 2006 das neue Gartenbauzentrum voll funktionsfähig sein wird.
Als Vorhut für die voraussichtlich 2005 nachfolgende Verlagerung der Hauptverwaltung wurde die Pflanzenbauabteilung mit ehemaligem Personal aus Bredstedt und aus Futterkamp in Rendsburg angesiedelt. Daneben wurde die zentrale Versuchsstation in Schuby durch Um- und Neubau zukunftsfähig gestaltet.
In gutem Einvernehmen mit dem Landwirtschaftsministerium und dem Amt für ländliche Räume Kiel ist es uns gelungen, die personellen Kapazitäten für die Beratung und Betreuung der verschiedenen Sparten der Fischerei in Kiel zu einem Kompetenzzentrum für Fischerei auf dem Gelände des ehemaligen Seefischmarktes zusammenzuführen.
Mit dieser starken Profilierung der Facharbeit in Kompetenzzentren setzt die Landwirtschaftkammer Schleswig-Holstein neue Akzente, die bundesweit Beachtung finden. Sie strebt eine weitere kooperative Zusammenarbeit mit anderen Informations- und Beratungseinrichtungen zur Effizienzverbesserung an.
Die finanzielle Konsolidierung der Landwirtschaftskammer ist untrennbar verbunden mit dem Verkauf des Millionenverluste verursachenden Institutszentrums LUFA-ITL. Diese Aktion, die nach meinen neuesten Gesprächen auch in anderen Ländern beispielhaft genannt wird, ist im Wesentlichen unserem ehemaligen Geschäftsführer, Herrn Dr. Marquard Gregersen, gelungen. Tatsache ist, dass es nur wenige vergleichbare Beispiele in Deutschland gibt, wo ein Betrieb mit rund 200 Mitarbeitern in vollem Umfang aus der öffentlichen Obhut in eine private Trägerschaft überführt wurde, resümierte Hermann Früchtenicht.
Die Weiterentwicklung der Kammer muss sich an den Notwendigkeiten der von Landwirtschaftskammer beratenen und betreuten Berufsgruppen orientieren. Beratung und Betreuung sind an den aktuellen und künftigen Bedarf anzupassen. Der Kammerpräsident nannte folgende Stichworte: Umsetzung der Agrarreform mit Entkoppelung, Modulation und Cross Compliance, den Abzug von ernährungswirtschaftlichen Unternehmen, die Veränderung der Waldbewirtschaftung, einschließlich forstlicher Förderung oder die Notwendigkeit der Gestaltung einer künftigen Anforderungen genügenden, qualifizierten Ausbildung der jungen Menschen. Die europäische Agrarpolitik, einschließlich der Umsetzung der FFH-Richtlinie wird zu deutlichen Veränderungen für die wirtschaftenden Betriebe und die auf ihnen arbeitenden Menschen führen, betonte der Präsident der Landwirtschaftskammer abschließend.

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