Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie: Neuer Direktor

Chemiker führt jetzt das Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie. Seit dem 01.08.2010 ist Professor Ludger Wessjohann Geschäftsführender Direktor des Leibniz-Institutes für Pflanzenbiochemie (IPB).

Professor Ludger Wessjohann, Foto: IPB

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Seit dem 1. August 2010 ist Professor Ludger Wessjohann Geschäftsführender Direktor des Leibniz-Institutes für Pflanzenbiochemie (IPB). Der Leiter der Abteilung Natur- und Wirkstoffchemie tritt das Amt in Nachfolge von Professor Dieter Strack an, der ab Oktober in den Ruhestand geht. Mit ihm leitet erstmals seit über 20 Jahren wieder ein Chemiker die Geschicke des Instituts. Seit dem 1. August 2010 ist Professor Ludger Wessjohann Geschäftsführender Direktor des Leibniz-Institutes für Pflanzenbiochemie (IPB). Der Leiter der Abteilung Natur- und Wirkstoffchemie tritt das Amt in Nachfolge von Professor Dieter Strack an, der ab Oktober in den Ruhestand geht. Mit ihm leitet erstmals seit über 20 Jahren wieder ein Chemiker die Geschicke des Instituts.

Ludger Wessjohann, 1961 geboren, studierte Chemie an den Universitäten Southampton, Oslo und Hamburg, wo er auch seine Promotion ablegte. Nach mehreren Auslandsaufenthalten in Brasilien und den USA habilitierte er sich 1998 an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Im gleichen Jahr übernahm er als Professor den Lehrstuhl für Bioorganische Chemie an der Freien Universität Amsterdam. Seit November 2000 leitet Ludger Wessjohann die Abteilung Natur- und Wirkstoffchemie am IPB sowie den Lehrstuhl für Naturstoffchemie an der Martin-Luther-Universität.

Ludger Wessjohann war Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, des königlich-norwegischen Rates für wissenschaftliche und industrielle Forschung und der Alexander von Humboldt-Stiftung. Er ist Autor und Coautor von über 180 wissenschaftlichen Fachartikeln sowie Inhaber und Initiator von über 15 Patenten und Patentanmeldungen. Der gebürtige Meller ist Gründungs- und Kuratoriumsmitglied des Halle Institute of Science and Technology (HIST), Mitgründer von drei Firmen und zeichnet sich durch eine rege Gutach¬tertätigkeit auf nationalem und internationalem Parkett aus.

International geht es auch in seiner Abteilung zu: Etwa ein Drittel seiner Belegschaft stammt aus allen Teilen der Welt: Gastwissenschaftler, Doktoran¬den und Stipendiaten aus ganz Europa, aber auch aus Pakistan, Ägypten, Kuba und Brasilien bereichern polyglott das Leben in den Laboren seiner Abteilung. Umgeben von mehreren Expertenkreisen, bestehend aus Chemikern, Molekularbiologen, Pharmazeuten und Informatikern, können die Jungwissen-schaftler in seiner Abteilung interdisziplinäres Denken und Forschen lernen, wie an kaum einem anderen Ort in Halle.

Im Zentrum seiner Forschungsarbeit stehen biologisch aktive Naturstoffe aus Pflanzen und Pilzen. Diese werden zunächst isoliert, oftmals aus heimischen Pilzen oder aus Heilpflanzen, die man in Afrika, Asien oder Südamerika zur Bekämpfung diverser Krankheiten verwendet. Nach der Gewinnung der Wirkstoffe, folgen Charakterisierung und Strukturaufklärung, man bestimmt ihre biologische Aktivität und versucht die aussichtsreichsten Kandidaten auf synthetischem Weg herzustellen und in ihrer Wirkung zu optimieren. Zur Auswahl der am besten geeigneten Naturstoffe und auch zur Aufklärung ihrer Wirkungsweise bedient man sich weiterführender Methoden, wie z.B. der Chemoinformatik und der computerbasierten Modellierung von Enzymen und Wirkstoffmolekülen.

Besonders jene Naturstoffe, die gegen Krebs wirken, stehen seit Jahren im Fokus von Wessjohanns Forschung. So hat er in Amerika an der Totalsyn-these von Taxol mitgewirkt, einem Wirkstoff aus der Eibe, das heute als das wichtigste Krebstherapeutikum gilt. Im Rahmen seiner Habilitation und danach beschäftigte er sich mit den Taxol-Nachfolgern, den Epothilonen, deren Herstellung in mehreren Patenten mündete. Zurzeit sucht er mit seinen Mitarbeitern nach neuen Antitumorwirkstoffen in Algen und in den chemisch noch wenig charakterisierten Höheren Pilzen. Neben den Krebsmitteln erforscht man in seiner Abteilung viele weitere Naturstoffe, die antibiotisch, hormonell, geschmacksverändernd oder als Pflanzenschutzmittel wirken.

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