HERBERT DAMMANN GmbH: Restrukturierung im Eigenverwaltungsverfahren

Die HERBERT DAMMANN GmbH mit Sitz in Buxtehude hat beim Amtsgericht Tostedt einen Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung gestellt.

Die HERBERT DAMMANN GmbH hat sich auf die hochpräzise Ausbringung von Flüssigkeiten spezialisiert. Bild: GABOT.

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Das Amtsgericht hat mit Beschluss vom 29. Mai 2026 die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Der Geschäftsbetrieb der HERBERT DAMMANN GmbH wird fortgeführt. Produktion, Ersatzteilservice und Kundendienst laufen planmäßig weiter. Ein Eigenverwaltungsverfahren wird vom  Insolvenzgericht nur angeordnet, wenn nach einer besonders sorgfältigen Prüfung belastbare Sanierungsaussichten bestehen und die Fortführung des Unternehmens für die Dauer des Verfahrens finanziell abgesichert ist. Die Geschäftsführung bleibt im Amt und steuert die Restrukturierung weiterhin selbst. Das Verfahren wird durch einen gerichtlich bestellten Sachwalter überwacht.

Zur Unterstützung der Geschäftsführung wurde der Sanierungsexperte Dr. Jörg Grau (Kanzlei Heublein-Grau Rechtsanwälte PartG mbB) als Generalbevollmächtigter eingesetzt. Der Rechtsanwalt und Steuerberater Prof. Dr. Per-Hendrik Heerma (Kanzlei FRH | Fink Rinckens Heerma Rechtsanwälte Steuerberater PartG mbB ) wurde vom Amtsgericht zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Die HERBERT DAMMANN GmbH ist ein seit 1979 inhabergeführtes Familienunternehmen mit einem modernen Maschinenpark, welches Fahrzeuge und Geräte im Bereich der  Pflanzenschutztechnik, Airport- und Kommunaltechnik entwickelt. Spezialisiert auf die hochpräzise Ausbringung von Flüssigkeiten konnte sich das Unternehmen als einer der führenden Hersteller am Markt etablieren.

Das Unternehmen ist insbesondere bekannt für seine Anhängespritzen der Baureihe Profi-Class Tandem und selbstfahrenden Spritzen der Marke DAMMANN-trac mit Arbeitsbreiten von bis zu 48 Metern. Die HERBERT DAMMANN GmbH beschäftigt rund 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Umsatz lag zuletzt bei rund 35 Mio. Euro. Hintergrund des Verfahrens ist eine seit längerem andauernde, branchenweite Marktschwäche in der Landwirtschaft und der Landmaschinentechnik, die zu deutlich rückläufigen Auftragseingängen und einer niedrigeren Auslastung geführt hat. Hinzu treten strukturelle Belastungen, die eine nachhaltige Stabilisierung außerhalb eines Eigenverwaltungsverfahrens erheblich erschweren. Die HERBERT DAMMANN GmbH hatte bereits vor Antragstellung umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet. Das Eigenverwaltungsverfahren bietet nun den erforderlichen rechtlichen Rahmen, um die bereits begonnene Restrukturierung konsequent umzusetzen und das Unternehmen nachhaltig zu stabilisieren. Die Beschäftigten wurden über die nächsten Schritte informiert. Die Löhne und Gehälter sind über das Insolvenzgeld bis einschließlich Juli 2026 gesichert. Dr. Jörg Grau, Generalbevollmächtigter, erklärte: „DAMMANN ist operativ leistungsfähig und verfügt über eine starke Marke. Das Eigenverwaltungsverfahren schafft jetzt den rechtlichen Rahmen, um die Restrukturierung konsequent umzusetzen und das Unternehmen nachhaltig zu stabilisieren. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit allen Beteiligten tragfähige Perspektiven zu entwickeln.“ Prof. Dr. Hendrik Heerma, Sachwalter, ergänzte: „Wichtig ist: Der Geschäftsbetrieb läuft weiter. DAMMANN verfügt nach meinem ersten Eindruck über hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie eine in der Branche anerkannte Produktqualität. Im Verfahren werde ich die Eigenverwaltung dabei unterstützen, die Möglichkeiten des Sanierungsrechts zu nutzen, um zukunftsfähige Strukturen zu schaffen.“ Parallel zur Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen wird in den kommenden Tagen ein Investorenprozess eingeleitet, um zusätzliche Optionen für eine nachhaltige Fortführung zu eröffnen.

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