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Genossenschaftsverbände fusionieren
Westfalen und Rheinland bündeln ihre Kräfte.Münster - Die Mitglieder des Westfälischen Genossenschaftsverbandes (WGV) haben sich bei ihrem Verbandstag in Münster einstimmig für die Fusion mit dem Genossenschaftsverband Rheinland (GVR) in Köln entschieden. Damit macht Westfalen den Weg frei für den neuen Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband (RWGV). Der GVR entscheidet am 24. September in Köln. Das Geschäftsgebiet des RWGV umfasst neben Nordrhein Westfalen auch das Gebiet der beiden ehemaligen rheinland-pfälzischen Regierungsbezirke Koblenz und Trier. WGV-Präsident Hartmut Schauerte, MdB, bezeichnete das Votum aus Münster als "weitsichtigen und richtigen Schritt zum Nutzen der 700 Verbandsmitglieder und ihrer mehr als 2,8 Mio. Anteilseigner".
Nach Angaben von Schauerte war dieses Votum eine wichtige Entscheidung für genossenschaftliche Organisationen in Deutschland. "Es präsentiert sich hier ein kompetenter Verband, der ein Viertel des Volumens an Masse in Deutschland repräsentiert", sagte Schauerte. Es würden zwei Verbände fusionieren, die kerngesund sind. Der neue Verband will nach Angaben von WGV-Verbandsdirektor Moritz Krawinkel seine Dienstleistungen noch effizienter gestalten, dadurch die Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit der Verbandsmitglieder sichern und so deren Förderauftrag unterstützen.
Der RWGV wird neben den Hauptniederlassungen in Köln und Münster weitere Niederlassungen in Koblenz und Rösrath-Forsbach unterhalten. Hauptamtliche Vorstandsmitglieder sind Diplomkaufmann und Wirtschaftsprüfer Moritz Krawinkel (WGV) und Diplombetriebswirt Robert Weiler (GVR). Insgesamt 580 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden beim neuen Verband für 280 Volks- und Raiffeisenbanken, 265 landwirtschaftliche und 130 gewerbliche Betriebs-, Dienstleistungs- und Handelsgenossenschaften tätig sein.
Klassische Aufgabenfelder des Genossenschaftsverbandes sind die gesetzliche Prüfung sowie Beratung und Betreuung der Primärgenossenschaften in steuerlichen, rechtlichen, betriebswirtschaftlichen und genossenschaftlichen Fragen. In Rösrath-Forsbach und Münster werden Akademien zur Aus- und Fortbildung unterhalten, in Münster gibt es zudem ein eigenes Berufskolleg.
Präsident des neuen RWGV soll der bisherige WGV-Präsident Hartmut Schauerte werden. Vorsitzender der Fachvereinigung der Kreditgenossenschaften wird Bankdirektor Gerhard Reibert von der Märkischen Bank in Hagen, die Fachvereinigung der Landwirtschaftlichen Genossenschaften soll Landwirt Johann Prümers (Steinfurt) führen. Die gewerbliche Sparte im neuen RWGV wird Joachim Siebert aus Neuss, Vorstandsvorsitzender Ariston Nord-West-Ring, anführen. Vorsitzender des Verwaltungsrates, der als Aufsichtsrat fungiert, wird der bisherige GVR-Präsident, Bankdirektor Heinz Gommans, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Krefeld. Die 142 landwirtschaftlichen Waren-, Betriebs- und Dienstleistungsgenossenschaften unter dem Dach des WGV haben ihren Gesamtumsatz mit 1,5 Milliarden Euro etwa auf Vorjahresniveau halten können. "Angesichts der Verbraucherverunsicherung und Kaufzurückhaltung ist dies ein großer Vertrauensbeweis in Qualität und Leistung aus Westfalen", sagte Verbandsdirektor Krawinkel. Die landwirtschaftlichen Genossenschaften sollten sich noch konsequenter an den Markt- und Wettbewerbserfordernissen ausrichten. Nur so könnten sie dauerhaft Erlösvorteile für ihre 115.000 Mitglieder erreichen. (LK)

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