Gärtner von Eden: Trendprognose für 2016

Zugegeben, bis zum Start der neuen Gartensaison dauert es noch ein Weilchen. Aber das ist ja kein Grund, sich nicht jetzt schon einmal damit zu beschäftigen, was sich demnächst in unseren Gärten tun könnte.

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Zugegeben, bis zum Start der neuen Gartensaison dauert es noch ein Weilchen. Aber das ist ja kein Grund, sich nicht jetzt schon einmal damit zu beschäftigen, was sich demnächst in unseren Gärten tun könnte. Die Gärtner von Eden wagen eine Prognose, was 2016 im grünen Wohnzimmer angesagt sein könnte.

Eigentlich ist der Garten der denkbar schlechteste Ort, um über Trends zu philosophieren, denn Trends im landläufigen Sinne sind etwas recht Kurzlebiges. Der Garten hingegen bezieht seinen Reiz und seinen Wert für den Menschen nicht zuletzt aus seiner Langlebigkeit. Damit läuft ein Garten der ständigen Jagd nach Neuem also eigentlich zuwider – und genau das macht ihn selbst so trendy. Denn das Gärtnern an sich bleibt auch 2016 angesagt. Das steht fest. In einer sich scheinbar immer schneller drehenden Welt suchen und brauchen die Menschen einen Anker, einen Ort, der für Beständigkeit, Verlässlichkeit und Vertrautheit steht. Der Garten ist und bleibt Refugium und Kraftstation, aber auch der Ort, an dem man liebe Menschen um sich versammelt, ungezwungen und ungestört genießt.

Hier wird deutlich: Die Beziehung der Menschen zu ihrem Garten ist immer Reaktion auf gesellschaftliche Entwicklungen, und mit dem Wandel des gesellschaftlichen Umfelds entwickelt sich auch der Garten weiter.

Naturnähe
Gerade in Ballungsräumen werden freie und damit auch grüne Flächen immer rarer. Als Ausgleich dafür, dass die Natur im Alltag vieler Menschen eine immer geringere Rolle spielt, kommt die Natürlichkeit zurück in die Gärten. Das heißt, akkurat gestutzte Formgehölze oder auch kunstvoll gezogene Gartenbonsais verlieren bei der Gartengestaltung an Bedeutung. Stattdessen sind urwüchsige und individuelle Formen gefragt. Es muss nicht mehr ein Baum wie der andere aussehen, sondern das Bewusstsein für die Einzigartigkeit einer jeden Pflanze stellt sich allmählich wieder ein. Knorrige alte Bäume werden zum gestalterischen Mittelpunkt einer Pflanzung und fast wie ein Kunstwerk inszeniert.

Zur Rückbesinnung auf natürliche Formen gehört auch die Freude an oft bunten und scheinbar ungeordneten Pflanzgesellschaften, die in Wahrheit aber fein durchkomponiert sind, denn diese Freude möchte der Gartenbesitzer möglichst lange genießen und das heißt: Staudenbeete müssen fachkundig zusammengestellt werden, um während der gesamten Vegetationsperiode ansprechende Gartenbilder zu liefern. Sehr gefragt: ein passend zur Jahreszeit wechselndes Farbenspiel im Beet.

Eine Auswirkung der wachsenden baulichen Verdichtung ist auch, dass Balkon oder Dachterrasse die Rolle des klassischen Gartens übernehmen. Hier entstehen im Kleinformat individuelle grüne Oasen, bei denen man auf nichts zu verzichten braucht. Die Ausstattungsdetails reichen vom Miniteich bis zur passend dimensionierten Sitzecke. Hochwertige Pflanzgefäße unterstreichen den wohnlichen Charakter.

Geselligkeit
Längst ist der selbst gewählte Freundeskreis die Gesellschaft, in der sich die meisten Menschen am wohlsten fühlen. Natürlich spielt auch die eigene Familie nach wie vor eine große Rolle, doch man kommt am liebsten in großer Runde und in privat-vertrauter Atmosphäre zusammen. Dafür ist der Garten der ideale Ort. Entsprechend entwickelt sich die Ausstattung für das Grundstück immer mehr zum Spiegel der Hauseinrichtung. Der Bereich, in dem sich hier derzeit am meisten tut, ist die Küche. Gut ausgestattete Outdoorküchen finden immer mehr Anhänger. So wie jede gute Party im Haus irgendwann in der Küche ihren Höhepunkt erreicht, hat auch die Außenküche das Potential, zum Anziehungspunkt für große Runden zu werden. Hier kann man gemeinschaftlich unter freiem Himmel das Essen zubereiten, sich am Kaminfeuer wärmen und einfach entspannt zusammenstehen.

Die eigene Ernte
Die Rückkehr des reinen Selbstversorgergartens wird es wohl nicht geben. Gleichwohl spielt die eigene Ernte eine nicht unwesentliche Rolle bei der Pflanzenauswahl für Garten und Balkon. Schon allein das Wissen darum, dass der Apfel aus dem eigenen Garten stammt, macht ihn ungleich leckerer als den aus dem Supermarkt. Außerdem hat man hier die Chance, wirklich schmackhafte Sorten zu entdecken – abseits vom 0815-Ganzjahresangebot des Handels. Nutzpflanzen machen eine gute Figur in Hochbeeten aus den unterschiedlichsten Materialien. Das erleichtert die Pflege und sieht gleichzeitig schön aus. Auf diese Weise holt man sich auch über den leiblichen Genuss ein wenig Naturnähe zurück in den Alltag.

Wasser
Kein anderes Element hat eine derartige Wirkung auf den Menschen wie das Wasser. Kein Wunder also, dass es auch in der Gartengestaltung immer wichtiger wird. Vollkommen unabhängig von Garten- und Budgetgröße: Ein Wasserelement ist ein Muss. Wer es sich leisten kann und den Platz hat, setzt auf die eigene Schwimmgelegenheit – am liebsten in natürlich aufbereitetem Wasser. Aber auch in kleinen Gärten oder auf dem Balkon sorgen individuell gestaltete Wasserspiele mit sanftem Plätschern für Entspannung.

Die Experten
Die Gärtner von Eden sind ein genossenschaftlicher Zusammenschluss von rund 50 Gartengestaltern im deutschsprachigen Raum, die sich auf Planung, Anlage und Pflege individueller Privatgärten spezialisiert haben. Durch einen intensiven Dialog untereinander, regelmäßige Fortbildungen und Reisen – etwa zur Chelsea Flower Show – haben die Mitglieder der Gärtner von Eden ihr Ohr stets am Puls der Zeit, spüren neue Entwicklungen für den Privatgarten auf und prägen dessen zeitgemäße Gestaltung maßgeblich mit. (GvE)

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