FNR: Checklisten für den Umstieg auf torfreduzierte Substrate

Die Umstellung auf torffreie und torfreduzierte Kultursubstrate stellt Gartenbaubetriebe vor zahlreiche Fragen: Welche Substrateigenschaften sind zu beachten? Wie müssen Düngung und Bewässerung angepasst werden? Und worauf kommt es bei Lagerung und Substratproben an? Antworten liefert eine zweiteilige Checkliste zur Substratumstellung, die im Rahmen des Projekts FiniTo entstanden ist.

Checklisten helfen Gartenbaubetrieben beim Umstieg auf torfreduzierte Substrate. Bild: GABOT.

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Die Checklisten richten sich an Gartenbaubetriebe, die ihre Kulturen ganz oder teilweise auf torfreduzierte oder torffreie Substrate umstellen möchten, und begleitet sie Schritt für Schritt durch den Umstellungsprozess – von der Vorbereitung bis zur laufenden Kultur.

Teil 1: Was vorab beachtet werden sollte (Download)

Der erste Teil der Checkliste widmet sich der Vorbereitung: Er zeigt, worin sich Torfersatzstoffe chemisch und physikalisch von Torf unterscheiden und warum sich dies auf pH-Wert, Nährstoffdynamik sowie Luft- und Wasserkapazität der Substrate auswirkt. Zudem gibt die Checkliste Hinweise zur Anpassung von Düngung und Bewässerung sowie zur Bedeutung der betrieblichen Gießwasserqualität. Denn je höher der Anteil an Torfersatzstoffen, desto wichtiger werden Kennwerte wie der EC-Wert, der angibt, wie viele gelöste Salze bzw. Nährstoffe sich im Gießwasser befinden bzw. wie hoch die Gesamthärte des Wassers liegt und welcher Anteil davon auf die Karbonathärte entfällt.

Teil 2: Was vor und während der Kultur beachtet werden sollte (Download)

Der zweite Teil begleitet Betriebe durch die laufende Kultur. Themen sind die passende Substratwahl und -beratung, die fachgerechte Lagerung torfreduzierter und torffreier Substrate sowie die regelmäßige Kontrolle über Substratproben, etwa hinsichtlich Nährstoffgehalte, pH-Wert und Salzgehalt. Auch Bewässerung und Düngung werden praxisnah beleuchtet: Die Checkliste sensibilisiert dafür, frühzeitig auf Veränderungen der Analysewerte zu reagieren, damit Gegenmaßnahmen rechtzeitig wirken können.

Mit den beiden Checklisten stellt das FiniTo-Team kompaktes, praxisnahes Wissen bereit, das Betrieben die Unsicherheit bei der Substratumstellung nehmen soll. Sie ergänzen die Angebote des Projekts, die Betriebe über die reine Wissensvermittlung hinaus ganz praktisch bei der Umstellung begleiten und auch über das Projektende im Oktober 2026 hinaus Unterstützung bieten.

Breites Angebot an Fachinformationen

Über die Checklisten hinaus bietet FiniTo Gartenbaubetrieben ein breites Angebot an praxisnaher Unterstützung. Im Rahmen von Betriebsbesichtigungen besucht das FiniTo-Team Gartenbaubetriebe, die bereits torfreduziert oder torffrei produzieren, und bringt Praxiserfahrungen aus erster Hand in die Projektarbeit ein – ein Format, von dem auch interessierte Betriebe im Austausch profitieren. Die Erfahrungsberichte stellt FiniTo unter „Torfersatzgeschichten“ Interessierten zur Verfügung: https://projekt-finito.de/torfersatzgeschichten/. 

Mit FiniTo interaktiv, ein kostenfreier Online-Kurs, vermittelt FiniTo die wichtigsten Grundlagen zu Torfersatzstoffen für alle Sparten des Produktionsgartenbaus. Einsteigerinnen und Einsteiger sowie Profis können ihr Wissen anhand praxisnaher Szenarien im eigenen Tempo vertiefen und mit Wissenstests überprüfen: https://projekt-finito.de/content/finito-interaktiv/. 

Die fünf regionalen Fachstellen begleiten Betriebe auch weiterhin bundesweit als direkte Ansprechpartner bei der praktischen Umsetzung der betriebsindividuellen Substratumstellung – von der ersten Orientierung bis zur laufenden Kulturführung. Die Fortführung des Projektes wurde vor Kurzem bewilligt, sodass FiniTo mindestens weitere zwei Jahre bis Ende 2028 in die Verlängerung geht. 

Hintergrund

FiniTo unterstützt Gartenbaubetriebe auf dem Weg zu einer torffreien und torfreduzierten Kulturführung. Das Projekt stellt praxisnahe Fachinformationen, Checklisten und Beratungsangebote bereit und begleitet Betriebe bei der praktischen Umsetzung der Substratumstellung. Gefördert wird FiniTo von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). 

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