Erdbeeren aus dem Gewächshaus

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Erdbeeren aus deutschen Landen im Herbst und frühen Frühjahr. Wie geht das?Des Rätsels Lösung: Die Erdbeeren werden in Gewächshäusern angebaut. Licht durchflutet und beheizbar, schützen sie die beliebten Früchte vor Wind und Wetter. Unterschiede zu den Freilanderdbeeren lassen sich nicht verleugnen. Die Früchte erfüllen in jeder Hinsicht höchste Ansprüche an die Qualität.

 

Erdbeerpflanzen in Augenhöhe

Ein Pionier in Sachen Gewächshaus- Erdbeeren ist Konrad Schwarz aus Bornheim- Merten im Rheinland. Nach einer Begehung seines 11.000 qm großen Gewächshauses klebt kein Krümel Erde an den Schuhen. Die Erdbeerpflanzen werden nicht in den Boden sondern in Töpfe gepflanzt und in Brusthöhe aufgehängt. Die Vorteile: Die Früchte kommen nicht mit der Erde in Kontakt, bleiben sauber und appetitlich. Die Pflanzen sind zudem viel weniger gegen Pilzkrankheiten anfällig. Bodenschädlinge wie z.B. Schnecken gibt es gar nicht. Geerntet wird im Betrieb der Familie Schwarz im Stehen. Die reifen, empfindlichen Früchte werden nicht gepflückt, sondern abgeschnitten. Druckstellen, die Qualität und Haltbarkeit beeinträchtigen, gibt es nicht.

 

Rund 100.000 Erdbeerpflanzen werden im Betrieb Schwarz im August gepflanzt. Jeder Topf ist mit einem Tropfer ausgerüstet, der die Pflanzen mit der richtigen Menge an Wasser und Dünger versorgt. Beides wird per Computer in Abhängigkeit vom Nährstoffgehalt des Bodens und von der Vegetationsperiode dosiert. Auch die Frischluftzufuhr und die Temperaturen werden elektronisch gesteuert.

 

Beginnen die Pflanzen zu blühen, werden die Blütenstände vorsichtig aus dem Blättergewirr heraussortiert und nach außen gehängt. Freihängend können die Blüten besser bestäubt werden und die Erdbeeren in optimalem Klima heranreifen. Geerntet wird zum ersten Mal von Anfang Oktober bis Ende Dezember. Im Januar herrscht Winterruhe. Der Computer senkt die Temperaturen ab und verhindert, dass Frost die Pflanzen schädigt. Blätter und abgeerntete Blütenstände werden herunter geschnitten. Im Februar wächst dann das frische Blattgrün wieder heran. Die Frühjahrsernte beginnt bereits Anfang April und dauert bis Ende Mai.

 

Gesunde Pflanzen mit Integriertem Pflanzenschutz

Der Einsatz von Fungiziden kann bei der Pflanzung in Töpfen minimiert werden. Wenn die Erdbeeren Früchte tragen, werden Schädlinge wie Blattläuse und Spinnmilben mit Nützlingen bekämpft. Gerade bei unfreundlichen Außentemperaturen ziehen die Gewächshäuser vielerlei Insekten an. Nehmen die ungebetenen Gäste überhand, werden Röhrchen mit kommerziell herangezogenen Schlupfwespen und Raubmilben in die Reihen gehängt.

 

Bioindikatoren zur Kontrolle

Biologischer Pflanzenschutz erfordert ständige Kontrollen. Bei der Überprüfung von Schädlingsbefall und Nützlingsaktivität setzt man mit Getreideblattläusen geimpfte Weizenpflanzen als Bioindikatoren ein. Die Weizenpflanzen werden jeweils am Anfang der Erdbeerreihen angebracht. Finden die Nützlinge keine Schädlinge mehr, machen sie den Getreideblattläusen den Garaus. Schwarz verfärbte Getreideläuse sind ein Hinweis darauf, dass Nützlinge am Werk waren.

 

500.000 Bienen für die Bestäubung

Erdbeeren sind wie die meisten Obstsorten auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. In Gewächshäusern werden dazu Bienenvölker oder Hummeln eingesetzt. Im 11.000 qm großen Gewächshaus der Familie Schwarz verrichten 10 bis 12 Bienenvölker diese Arbeit. Das sind etwa 500.000 fleißige Bienen. (Profil Online)

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