Einsatz biologisch abbaubarer Mulchfolien

Eine neue Infobroschüre und ein Kalkulationsprogramm zeigen, wie es geht und ob es sich rechnet.

Die Forschungsgemeinschaft Biologisch Abbaubarer Werkstoffe (FBAW) hat zusammen mit der Staatlichen Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan (FGW) eine ausführliche Informationsbroschüre für Gartenbaubetriebe zum Thema biologisch abbaubare Mulchfolien herausgegeben. Ergänzt wird der Leitfaden durch ein Kalkulationsprogramm, mit dessen Hilfe die Betriebe schnell errechnen können, ob sich der Einsatz von Mulchfolien aus Biokunststoff für sie auch finanziell lohnt.

Beide Materialien stehen zum kostenlosen Download auf der Internetseite des FBAW www.fbaw.uni-hannover.de im Menü Projekte bereit oder auf der Seite der FGW www.fh-weihenstephan.de, der Mulchfolienrechner ist auch in englischer Sprache verfügbar.

Die Materialien wurden im Rahmen eines Projektes erstellt, das vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) über dessen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) betreut wurde.

Der Absatz von Mulchfolien im Obst- und Gemüsebau ist in den letzten Jahren stark angestiegen, 2004 wurden die schwarzen bodenbedeckenden Kunststoffplanen bereits auf rund 20.000 Hektar verlegt. Als Motive spielen die Unkrautunterdrückung, die Reduzierung der Verschmutzung der Pflanzen, phytopathologische Aspekte sowie die schnellere Bodenerwärmung eine Rolle.

Biologisch abbaubare Mulchfolien, basierend auf Stärke aus Mais und auf biologisch abbaubaren fossilen Bestandteilen, sind heute für zahlreiche Anwendungsbereiche marktreif. Allerdings bestehen bei den potenziellen Anwendern große Informationsdefizite. Für die meisten wirkt noch immer der höhere Einkaufspreis im Vergleich zu PE-Folien abschreckend. Dabei wird außer acht gelassen, dass bei den biologisch abbaubaren Folien keinerlei Aufwand für das Abräumen und Entsorgen anfällt, weil diese sich nach einem definierten Zeitraum von selbst rückstandslos auflösen.

Die vollständigen Kosten, die dem Anbauer beim Einsatz von Mulchfolien entstehen, können regional und betriebsspezifisch extrem variieren. Bislang fehlte den Gärtnern die Möglichkeit, fundiert und schnell die ökonomischen Auswirkungen des PE-Einsatzes bzw. des Einsatzes biologisch abbaubarer Folien berechnen zu können. Der Mulchfolienrechner setzt genau hier an, er erlaubt die Berechnung mit Standard- oder betriebsindividuellen Werten, er kalkuliert Kosten und Arbeitszeit, für eine oder auch vergleichend für mehrere Varianten und sogar für Mulchfolien, die zum Zeitpunkt der Rechnererstellung noch gar nicht auf dem Markt waren. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit für Deckungsbeitragsrechnungen im integrierten oder biologischen Anbau. Die Infobroschüre wiederum enthält alle weiteren notwendigen Informationen, z.B. Hinweise für die verschiedenen Kulturarten und Bezugsquellen für Material und Verlegemaschinen.

Die Daten und Erkenntnisse, die dem Rechner und der Broschüre zugrunde liegen, wurden in einem zweijährigen Projekt gesammelt. Dazu setzten unter anderem bundesweit 54 Praxisbetriebe biologisch abbaubare Mulchfolien ein und teilten ihre Erfahrungen mit. Im Ergebnis waren die Betriebe mit den Eigenschaften und den positiven Effekten der Folien sehr zufrieden, bei der Verlegung gab es jedoch noch Probleme. Hier besteht Optimierungsbedarf bei den Maschinen.

Die Informationsbroschüre zu biologisch abbaubaren Mulchfolien und der Mulchfolienrechner stehen auf www.fbaw.uni-hannover.de unter Downloads bzw. auf www.fh-weihenstephan.de zur Verfügung.

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