Chrysanthemen: Besondere Zusammenarbeit

Mit dem Ziel, den Einsatz von Chemikalien bei der Produktion von Stecklingen in Afrika weiter zu reduzieren, haben sich sechs große Vermehrungsbetriebe im Chrysanthemensektor zusammengeschlossen.

Die in Kenia durchgeführte Studie ist inzwischen abgeschlossen. Bild: Deliflor.

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Sechs große Vermehrungsbetriebe im Chrysanthemensektor haben sich zusammengeschlossen, um den Einsatz von Chemikalien bei der Produktion von Stecklingen in Afrika weiter zu reduzieren. Seit 2017 arbeitet die einzigartige Gruppe von Unternehmen, bestehend aus Dekker Chrysanten, Deliflor Chrysanten, Dümmen Orange, Floritec, Royal van Zanten und Armada (seit 2020), im Bereich des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) eng zusammen, um dieses gemeinsame Ziel zu erreichen. Ihre Bemühungen haben bereits zu den gewünschten Ergebnissen geführt und viele Erkenntnisse für die Zukunft gebracht.

Die Unternehmen schlossen sich 2017 aus dem gemeinsamen Bedürfnis heraus zusammen, Pflanzenmaterial in Afrika mit so wenig Chemikalien wie möglich zu produzieren und in die Niederlande zu liefern. Die Vermehrungsbetriebe sind sich einig in ihrem Bestreben, den Kunden ein hochwertiges, nachhaltiges Produkt zu liefern, das unter Berücksichtigung der Natur, der Umwelt und der Arbeitsbedingungen produziert wird. Ihr Ziel ist es, eine führende Rolle bei der Verbesserung der Nachhaltigkeit der Produktionskette von Chrysanthemen zu spielen. Sie sind sich darüber im Klaren, dass die notwendigen Schritte zur Erreichung ihres ehrgeizigen Ziels, Stecklinge in Afrika zu produzieren und dabei keine Chemikalien zu verwenden, nur gemeinsam erreicht werden können. 

Die Vermehrer sind sich auch des zunehmenden gesellschaftlichen Drucks und der Forderungen von Endkunden, wie z. B. Einzelhändlern, nach nachhaltigeren Produktionsmethoden bewusst. Die soziale Verantwortung der Unternehmen (Corporate Social Responsibility, CSR) hat für alle Beteiligten höchste Priorität, und sie bekennen sich uneingeschränkt zu den von den Vereinten Nationen im Jahr 2015 festgelegten Zielen für nachhaltige Entwicklung. In dieser Hinsicht sind die Pflanzenschutz-bezogenen Ziele, die sich die Unternehmen gesetzt haben, ein logischer Schritt.

Schnell wurde klar, dass die Verwirklichung ihrer anspruchsvollen Ziele ein intensiver und kostspieliger Weg sein würde und dass sie nur durch gemeinsame Anstrengungen, Finanzierung und einen offenen Wissensaustausch das gewünschte Ergebnis erzielen konnten. Auf dieser Grundlage wurden ein Lenkungsausschuss und eine Arbeitsgruppe eingerichtet, in denen jedes der beteiligten Unternehmen vertreten ist. Alle Beteiligten arbeiten in voller Transparenz und Autonomie zusammen, ohne dass sie einen direkten kommerziellen Nutzen daraus ziehen.

Die Zusammenarbeit trägt nun erste Früchte. In den letzten vier Jahren hat die Gruppe alle erforderlichen Versuche an ihrem gemeinsamen Teststandort in Kenia durchgeführt und eine große Menge an Daten gesammelt. Die in Kenia durchgeführte Studie ist nun abgeschlossen. Sie hat gezeigt, dass es möglich ist, Stecklinge in Afrika mit weniger Chemikalien so zu produzieren, dass die produzierten Stecklinge problemlos in die Niederlande verschifft werden können. Der Wunsch, durch integrierten Pflanzenschutz Stecklinge zu produzieren, die zu 100% frei von Schädlingen und Krankheiten sind, bleibt eine Herausforderung. Daher hat der Lenkungsausschuss seine Absicht bekundet, die Zusammenarbeit fortzusetzen und seine Bemühungen auf die Erreichung des festgelegten Ziels zu konzentrieren.

Der Lenkungsausschuss wird am 1. Februar eine virtuelle Sitzung veranstalten, um die Forschungsergebnisse auszutauschen und die gewonnenen Erkenntnisse zu vertiefen.  (Deliflor)

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