Botanischer Garten Berlin: Orchideenschau im September

Vom 11.-13. September 2026 wird es wieder bunt und blütenreich im Neuen Glashaus des Botanischen Gartens Berlin (BO).

Orchideen sind faszinierende Pflanzen, über die es viel zu erzählen gibt. Bild: GABOT.

Anzeige

Zum 16. Mal bietet die Orchideenschau auf rund 1.000 Quadratmetern eine große Farbenpracht und jede Menge Wissenswertes rund um die faszinierenden Pflanzen – von Klassikern, über Raritäten, bis zu echten „Diven": Staunen, Fachsimpeln und Kaufen erwünscht! Und wer Orchideen in ihrer natürlich anmutenden Umgebung bewundern möchte, kann sich auf Entdeckungstour durch die Gewächshäuser des Botanischen Gartens begeben. Tiefere Einblicke in die Welt der Orchideen gibt das BO-Begleitprogramm mit speziellen Sonntagsführungen und spannenden Kurzvorträgen zu heimischen Orchideen.

Von ganz schön klein bis ziemlich groß ist alles dabei: Wer auf der Suche nach „Dracula", Cattleya oder Frauenschuh-Orchideen ist, findet sie hier. Dazu gibt's jede Menge praktische Tipps von den Fachleuten vor Ort und auch gleich das richtige Equipment: Orchideensubstrat, Töpfe, Hygrometer, Sprühflaschen, Orchideenkörbe, Wannen für die Fensterbank, Bücher und vieles mehr. Die Kakteenfreunde Berlin sowie die Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen sind ebenfalls mit jeweils einem Stand vertreten. Alle zwei Jahre präsentiert die Berliner Gruppe der Deutschen Orchideen-Gesellschaft e.V. (D.O.G.) gemeinsam mit weiteren Landesgruppen sowie nationalen und internationalen Orchideengärtnereien ungewöhnliche Züchtungen und beeindruckende Naturformen. 2026 feiert die D.O.G. ihr 120-jähriges Bestehen!

Vom Keimling zum „Fensterling" – von der Topfpflanze zum Kunstwerk

Die Vermehrung von Orchideen durch Samen ist kein leichtes Unterfangen. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzen besitzen die mikroskopisch kleinen Samen der Orchideen kein Nährgewebe. Daher sind sie am Naturstandort zur Keimung auf spezielle Mykorrhizapilze angewiesen, von denen die heranwachsenden Orchideenkeimlinge die nötigen Nährstoffe beziehen. In Kultur erfolgt die Aussaat mangels Pilzpartner auf speziellen Nährmedien. Das klappt nur im Labor, da die Umgebung vollkommen keimfrei sein muss. Die reifen, aber noch ungeöffneten Samenkapseln werden deshalb auch sterilisiert, bevor die Samen zu Millionen vorsichtig herausgelöst und ausgesät werden können. Die Keimung dauert etwa vier Wochen. Dann braucht es noch einmal fast ein Jahr, bis aus den Samen Jungpflanzen geworden sind, die in passendes Orchideensubstrat getopft werden können.

Erstmals haben Orchideen-Fans die Möglichkeit, bei der Schau im Botanischen Garten, einem Pflänzchen zum Start ins Leben zu verhelfen. Die aufwändigen Vorarbeiten sind bereits getan – jetzt heißt es: Unter fachlicher Anleitung eine Mini-Pflanze aus der Nährlösung pikieren, umtopfen und mit nach Hause nehmen. Das Ganze ist kostenlos, die Anzahl der Pflänzchen begrenzt. Und wer seine Lieblings-Pflanze schon immer mal in Aquarell auf die Leinwand bringen wollte, sollte bei der Orchideenschau die Augen offenhalten. Die Künstlerinnen Kristin Tessen und Mary Adler zeigen live und in Farbe, wie das geht. Zuschauen, nachfragen und kaufen – auch das ist möglich!

Unter Glas und vor der Haustür: Das BO-Begleitprogramm zur Orchideenschau

Sie sind nicht nur schön anzuschauen. Orchideen sind faszinierende Pflanzen, über die es viel zu erzählen gibt. Was macht sie eigentlich so besonders? Wie funktioniert das genau mit der Vermehrung? Und welche heimischen Orchideen gibt es in Berlin und Umgebung? Antworten auf diese Fragen und noch viele weitere haben die Auskenner des Botanischen Gartens: Am Freitag und Samstag (11. & 12. September) gibt Naturschutzgenetiker Max Fussan Einblicke in seine Forschung zum Schutz heimischer Orchideen und am 13. September widmen sich zwei Sonntagsführungen durch Garten und Gewächshäuser der faszinierenden Welt der vielfältigen Pflanzen. Für die Führungen sind Anmeldung und Teilnahmegebühr erforderlich, die Vorträge sind kostenfrei und offen für alle Interessierten.

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.