Bodenschutz im Garten- und Landschaftsbau: Wie die Vermeidung von Verdichtung über den Erfolg entscheidet

Der Boden ist die wichtigste Produktionsgrundlage im Garten- und Landschaftsbau. Verdichtet er sich in der Bauphase, verliert er einen Großteil seiner Funktionen zum Wasserhaushalt, zur Durchwurzelbarkeit und zur Nährstoffversorgung. Die Folgen zeigen sich oft erst Monate oder Jahre später in Form von Kümmerwuchs, Staunässe oder absterbenden Gehölzen. Für ausführende Betriebe bedeutet dies Nachbesserungen, Gewährleistungsfälle und nicht zuletzt auch einen Reputationsverlust bei ihren Auftraggebern.

Der Baumaschineneinsatz hat entscheidenden Einfluss auf den Bodendruck. Bild: © 2026 rawf8/Shutterstock.

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Wie Verdichtung im Boden entsteht und welche Folgen sie bringt

Unter Druck von oben wird das Porenvolumen des Bodens kleiner. Besonders empfindlich reagieren feuchte, feinkörnige Böden, Lehm oder Ton. Schon eine einzige Überfahrt mit einem schweren Lkw kann bei ungünstigen Bedingungen im Unterboden Verdichtungen bis in Tiefen von 40 bis 60 cm verursachen. Das Grobporenvolumen, das für Gasaustausch und Wasserinfiltration entscheidend ist, sinkt häufig um mehr als die Hälfte. Untersuchungen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung haben gezeigt, dass einmal entstandene Unterbodenverdichtungen unter natürlichen Bedingungen sich nur nach Jahrzehnten wieder zurückbilden, teilweise gar nicht mehr.

Die Folgen sind messbar. Wurzeln finden keinen Sauerstoff, die Bodenatmung vermindert sich, die Kapillarität wird gestört. Regenwasser versickert langsamer, es entsteht Oberflächenabfluss und Erosion. Auf verdichteten Flächen werden Pflanzen schlechter heimisch, die Anwuchsraten vermindern sich, die Pflegeintensität steigt. In Baumstandorten führt Verdichtung im Wurzelbereich langfristig zu Vitalitätsverlusten, die durch nachträgliche Maßnahmen kaum wieder gutzumachen sind. Etwa 70 Prozent der Baumschäden in städtischen Räumen sind auf mechanische Wurzelschäden und Bodenverdichtung während Bauphasen zurückzuführen.

Ein weiterer Gesichtspunkt ist die Bodenbiologie. Die Regenwürmer, Mykorrhizapilze und Mikroorganismen sind auf ein intaktes Porensystem angewiesen. Sinkt der Sauerstoffgehalt unter zehn Volumenprozent, so kommt das aerobe Bodenleben weitgehend zum Erliegen. Damit gehen Funktionen wie Nährstoffmineralisierung, Krümelbildung und natürliche Bodenlockerung verloren, und die Regeneration wird zusätzlich erschwert.

Maschinenauswahl und Lasteintrag als Planungsgröße

Der Baumaschineneinsatz hat entscheidenden Einfluss auf den Bodendruck. Nicht nur das Gesamtgewicht ist hier von Bedeutung, sondern auch die Aufstandsfläche und damit der Kontaktflächendruck in kPa. Kleine kompakte Maschinen mit breiten Gummiketten verteilen ihr Gewicht über eine größere Fläche und vermindern die punktuelle Belastung erheblich. Während ein mit Luft bereifter Radlader Spitzendrücke zwischen 200 und 300 kPa auf den Untergrund überträgt, liegen Kettengeräte je nach Bauart häufig unter 40 kPa.

Betriebe, die sich einen Minibagger kaufen wollen, sollten dabei möglichst auf ein günstiges Verhältnis von Grabtiefe, Reichweite und Bodendruck achten. Für Arbeiten in kritischen Zonen, z. B. im Wurzelraum von Bestandsbäumen und auf strukturempfindlichem Boden, sind Geräte von weniger als 2 t Einsatzgewicht häufig die fachlich richtige Wahl. Ein Einsatzgewicht von etwa 1,8 t erlaubt es uns, auf tragfähigem, aber empfindlichem Untergrund zu arbeiten, ohne die für schwerere Radlader oder Kompaktbagger typischen Verdichtungsschäden anzurichten. Auch die Wendigkeit eines solchen Gerätes ist wichtig, da durch wendige Geräte weniger Rangierfahrten nötig sind und damit die Belastung des Untergrundes vermindert wird.

Es empfiehlt sich auch der Blick auf die Anbaugeräte. Grabenlöffel mit weniger Breite, hydraulische Schnellwechsler, Sortiergreifer usw. ermöglichen uns ein sehr sorgfältiges Arbeiten, mit weniger Rangieraufwand. Jede vermiedene Überfahrt mindert den kumulierten Bodendruck und schont den Untergrund. Und natürlich sollte der Reifen- oder Kettendruck ständig kontrolliert werden, da schon geringe Abweichungen die Aufstandsfläche und damit den Bodendruck sehr stark verändern können.

Regelungen im Bodenschutz

Die einwandfreie Behandlung der Böden ist in mehreren Regelwerken verbindlich geregelt. Diese Regelwerke enthalten u. a. Vorschriften bis zu welchen Wassergehalten Böden befahren werden dürfen, welche Lagerhöhen für Oberboden zulässig sind, wie die Baumscheiben während der Bauzeit abzusichern sind. Wird auf diese Hinweise nicht Rücksicht genommen, sind nicht nur mangelhafte Bauleistungen im Sinne der VOB, sondern auch haftungsrechtliche Folgen bei Schäden an geschützten Gehölzen zu befürchten. In vielen Gemeinden sind Baumschutzsatzungen zudem mit empfindlichen Bußgeldern belegt, die bei nachweislicher Fahrlässigkeit fünfstellige Beträge erreichen können.

Ein in der Praxis verwendeter Kennwert ist die Proctordichte. Bei Vegetationsflächen sollte die Verdichtung nach Einbau regelmäßig unter 92 % der einfachen Proctordichte liegen, um genügend Porenvolumen für Wurzeln und Bodenleben zur Verfügung zu stellen. Für Rasentragschichten gelten je nach Nutzung abweichende Werte für Sportrasenflächen.

Praktische Maßnahmen zum Bodenschutz auf der Baustelle

Der Schutz des Bodens beginnt mit der Baustelleneinrichtung. Fahrgassen, Materiallagerplätze und Kranstellflächen sind rechtzeitig zu planen und räumlich abzugrenzen. Für befahrene Flächen sind Lastverteilungsplatten aus Kunststoff, Aluminium oder Holz geeignet, da sie den Kontaktflächendruck erheblich verringern. Mit Erfolg haben sich bei längerem Einsatz auch Baggermatratzen oder Bongossibohlen bewährt. Geotextile Trennlagen unter temporären Fahrbelägen schaffen es, dass Feinanteile nicht in tragfähige Schichten hineingedrückt werden.

Ein häufig unterschätzter Faktor ist die Bodenfeuchte. Angehörige auch nur leichter Maschinen richten bei zu nassem Boden schnell Strukturschäden an. Die Kontrolle, die Ausrollprobe oder das Tensiometer gehören zur Baustellenroutine. Zeigt der Boden bei leichtem Druck glänzenden Schmierhorizont, so ist er in der Regel nicht befahrbar. Bei bindigen Böden ist zusätzlich die Bestimmung der Konsistenzgrenzen nach Atterberg hilfreich, um den richtigen Bearbeitungszeitpunkt zuverlässig festzulegen.

Der Schutz von Bestandsbäumen erfordert mindestens Kronentraufe plus 1m als ungestörten Wurzelraum. In die Zone von Lagerung, Befahrung, Verdichtung ist hier Raum nicht zu betreten. Wo Arbeiten nicht zu vermeiden sind, werden dort Schutzkonstruktionen aus Bohlen mit untergelagerter Splittschicht gelegentlich auch mit Ventilationssystemen versehen. Bei wertvollen Bäumen kommen auch vorübergehende Wurzelvorhänge oder Luftlanzengrabungen zur Vermeidung aller Wurzelschäden zum Einsatz.

Nach Beendigung der Bauarbeiten ist eine sachgerechte Lockerung des Bodens vonnöten. Bei tief reichenden Verdichtungen sind mehrstufige Lockerungen mit Tiefengrubber oder Meißelzahn erforderlich, eventuell auch in Verbindung mit einer Verbesserung des Bodens mit Kompost oder mineralischen Zuschlagstoffen. Eine bloße Oberflächenfräsung reicht bei strukturgeschädigtem Boden nicht aus. Auch die Wahl der geeigneten Zwischenkulturen oder Gründüngungen kann helfen, die Bodenstruktur biologisch zu stabilisieren und die Regeneration zu beschleunigen.

Genauigkeit in der Dokumentation und Qualitätssicherung als Wettbewerbsvorteil

Bodenschutzmaßnahmen müssen von Anfang an dokumentiert werden. Die Fotodokumentation der Ausgangslage, Aufzeichnung der Bodenfeuchte, Nachweis über die erbrachten Schutzmaßnahmen und Prüfprotokolle über die nach Fertigstellung eintretende Verdichtung schaffen Rechtsschutz für alle Beteiligten. Bei größeren Maßnahmen ist die Beauftragung eines bodenkundlichen Baubegleiters nach BVB-Merkblatt zu empfehlen, der die Durchführung überwacht und dokumentiert. Diese Fachfunktion wird in Ausschreibungen der öffentlichen Hand immer mehr gefordert und bei verschiedenen größeren Maßnahmen mit ökologischer Sensibilität regelmäßig als selbständige Leistungsposition ausgeschrieben.

Zur Qualitätssicherung gehört auch die Kontrolle der Einbaubedingungen für Oberboden. Erfolgt dieser Einbau bei zu hoher Feuchte und zu großen Schütthöhen, so entstehen bereits im Einbauzustand Verdichtungen, die eine spätere Pflanzarbeit ungünstig beeinflussen. Die höchstzulässige Schütthöhe für zwischengelagerten Oberboden beträgt zwei Meter, Unterboden vier Meter, jeweils bei lockerer Lagerung ohne Befahrung. Auch die Lagerzeit sollte verkürzt werden, da zu lange Mieten Sauerstoffmangel und Vernässung im Kern bewirken, wodurch das Material später nicht mehr brauchbar ist.

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