Basel: Intensivierung der Überwachung des Japankäfers

Der Japankäfer bedroht sowohl als Engerling im Boden als auch als Käfer einheimische Pflanzen.

Popillia japonica. Bild: Mauro Jermini, Agroscope.

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In der Schweiz ist der Japankäfer erstmals im letzten Jahr im Südtessin aufgetreten. Die kantonalen Pflanzenschutzdienste stellten in der Folge an ausgewählten Orten Fallen mit einem Lockstoff, um eine Ausbreitung des Käfers umgehend festzustellen. Nun ging auf dem Wolfgottesacker ein Käfer in die Falle. Die Stadtgärtnerei intensivierte darum die Überwachung, unter anderem mit einem engmaschigen Fallennetz.

Der Japankäfer kann an vielen Kulturpflanzen massive Schäden anrichten. Während die Engerlinge im Boden leben und sich vorwiegend von Graswurzeln ernähren, frisst der ausgewachsene Käfer Blätter verschiedener Pflanzen. Er befällt insbesondere Rosen, Apfel- und Steinobstbäume, Sträucher wie Haselnuss, Brom- und Himbeeren, Mais, Weinreben sowie weitere Baum- und Straucharten. Der Japankäfer bringt die Pflanzen nicht direkt zum Absterben, ein allfälliger Kahlfraß setzt ihnen aber stark zu.

In Europa wurde der Japankäfer erstmals in den 70er-Jahren auf den Azoren festgestellt. Im 2014 wurde er in Norditalien nachgewiesen, ab 2017 in Grenznähe zur Schweiz. Seither erfolgt im Kanton Tessin vorsorglich ein Monitoring. Ein erster Befall in der Schweiz wurde im Jahr 2020 im Südtessin registriert. In der Folge installierten die jeweiligen kantonalen Pflanzenschutzdienste, in Basel durch die Stadtgärtnerei sichergestellt, an neuralgischen Orten Lockstoff-Fallen, um eine allfällige Käferpräsenz frühzeitig festzustellen. Mitte Juli verzeichnete nun auch die Stadtgärtnerei in Basel einen Fund. Es ist der zweite in der Schweiz.

Als invasiver Schädling gilt der Japankäfer in der Schweiz und in der EU als Quarantäneorganismus. Das heißt, die Stadtgärtnerei meldete den Befall dem Bund und ergriff umgehend Maßnahmen: In der Umgebung der Fundstelle auf dem Wolfgottesacker kontrollierte sie visuell, ob noch weitere Käfer vorhanden sind. Glücklicherweise ohne Fund. Um die Situation genauer zu beobachten, stellte sie im Umkreis von zwei Kilometern um die Fundstelle 18 zusätzliche Fallen auf, fünf davon auf Baselbieter Boden. Sämtliche Stadtgärtnerei-Mitarbeitenden sind entsprechend geschult und wissen wie vorgehen, falls sie bei ihrer Arbeit einen Käfer oder verdächtige Fraßspuren entdecken.

Japankäfer sind nur ca. 1 cm groß. Sie gleichen den einheimischen Mai- und Junikäfern sowie den hiesigen Gartenlaubkäfern. Als besondere Erkennungsmerkmale haben sie auf jeder Seite fünf kleine weiße Haarbüschel und zwei größere am hinteren Körperende. Ihre Flügel schimmern metallisch kupferfarben, während Kopf und Körper grünlich glänzen. In der Schweiz hat der Japankäfer keine natürlichen Feinde.

Eine Verschleppung über weite Strecken erfolgt meist mit Verkehrsmitteln und via Pflanzenhandel. Beispielsweise werden Eier und Engerlinge in der Erde von Topfpflanzen, Wurzelballen, Rollrasen und Erdtransporten eingeführt. Geeignete Gegenmaßnahmen in den betroffenen Gebieten unterbinden eine weitere Ausbreitung. (Kantonaler Pflanzenschutzdienst Basel-Stadt)

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