Niederlande setzen auf den internationalen Bio-Markt

Die Niederlande genießen weltweit einen ausgezeichneten Ruf für ihre Agrarprodukte. Nicht zuletzt deswegen sind sie im globalen Vergleich die zweitgrößte Exportnation für landwirtschaftliche Erzeugnisse.

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Die Niederlande genießen weltweit einen ausgezeichneten Ruf für ihre Agrarprodukte. Nicht zuletzt deswegen sind sie im globalen Vergleich die zweitgrößte Exportnation für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Auch im Bereich der Bio-Produkte streben die Holländer eine Spitzenstellung an. Aktuell haben sie sich im Bio-Markt bereits eine starke Position erobert und exportieren rund 50% ihrer Gesamtproduktion in diesem Segment in alle Welt. Auf der BioFach in Nürnberg ist die Präsenz aus dem Nachbarland entsprechend groß. Vom 17. bis 20. Februar 2010 präsentieren sich fast 100 niederländische Bio-Betriebe aus den verschiedensten Bereichen in den Messehallen.

Gemeinsam zum Erfolg
Zum Erfolg der Niederländer haben vor allem die drei Faktoren ausgezeichnete Logistik, international bedeutende Forschung und strenge Qualitätssicherungssysteme beigetragen. Darüber hinaus stimuliert die niederländische Konsenskultur die gleichermaßen enge Zusammenarbeit von Regierung und Nicht-Regierungsorganisationen, den sogenannten NGOs, sowie Bauern, verarbeitenden Betrieben, Markenartiklern, Einzelhandel, Catering-Betrieben und nicht zuletzt auch Banken. Gemeinsam hat man sich das Ziel eines jährlich 10-%igen Zuwachses auf dem Bio-Markt gesetzt. Mit ihrer innovativen und pragmatischen Agrarpolitik unterstützt die niederländische Landwirtschaftsministerin Gerda Verburg dieses Ziel. Mit ihrem Besuch auf der BioFach will sich die Ministerin nicht nur einen aktuellen Überblick über die Bio-Branche in ihrem Land verschaffen, sondern zugleich will sie damit auch die Bedeutung des Bio-Landbaus für die Niederlande unterstreichen.

Zusätzliche Sicherheit
Das Bestreben, den Konsumenten sichere Produkte bei zuverlässig bester Qualität zu bieten, ist in dem hohen Selbstanspruch der niederländischen Bauern – konventionell wie biologisch – tief verankert. Die holländischen Bio-Produzenten wissen aber auch, dass sie auf dem internationalen Markt nur dann bestehen können, wenn ihre Produkte wesentliche Unterscheidungsmerkmale zu den Mitbewerbern aufweisen. Es reicht keineswegs aus, neben Qualität und Sicherheit die offiziellen Richtlinien und Normen für Bio-Produkte zu erfüllen – es muss noch mehr geboten werden. Forschung und Innovation sind daher wichtige Kriterien für die niederländische Bio-Branche. So haben die Holländer kürzlich gemeinsam mit einigen anderen Westeuropäischen Ländern eine Initiative zur Rückstandskontrolle auf Betriebsebene eingeleitet. Diese Initiative soll dem Verbraucher zusätzliche Sicherheit hinsichtlich Qualität und Umweltschutz bieten. Darüber hinaus arbeiten die niederländischen Bioproduzenten aktuell an der Formulierung eines “Code of Conduct“, in dem sich der Handel zu vereinbarten Prinzipen bekennt und erklärt, wie diese Prinzipien umgesetzt wer-den.

Breites Bio-Angebot
Die Zeiten, in denen biologisch produzierte Lebensmittel nur eine kleine Gruppe überzeugter Konsumenten ansprachen, sind längst vorbei. Heute erfreuen sich Bio-Produkte eines stetig wachsenden Zuspruchs von Verbrauchern aus allen Bevölkerungsschichten. Aktuell werden rund 85% des gesamten Bio-Umsatzes von 16,5% der Konsumenten getätigt. Die verstärkte Nachfrage nach Bio-Produkten ist aber nicht nur darauf zurückzuführen, dass sich immer mehr Menschen bewusst gesund ernähren und dabei gleichzeitig etwas für die Umwelt tun wollen. Ein weiterer wichtiger Grund für mehr Bio ist auch, dass das Angebot nicht mehr auf reine Bio-Läden beschränkt ist, sondern mittlerweile auch in den Supermärkten zu finden ist. Eine wesentliche Voraussetzung dafür war die deutliche Erweiterung der Angebotspalette. Die niederländischen Bio-Produzenten bedienen heute vom Saatgut bis zum Convenience-Food alle Wünsche und Ansprüche von Handel und Konsumenten. Selbst Hundefutter und Blumen aus biologischer Produktion umfasst das vielschichtige Angebot des niederländischen Bio-Sektors.

Besonders erfreulich ist, dass auch das holländische Gaststättengewerbe verstärkt auf Bio setzt. Eine aktuelle Untersuchung unter niederländischen Köchen mit mindestens einem Michelin-Stern hat gezeigt, dass 86% der Chefköche bevorzugt Produkte und Zutaten aus biologischer Produktion verwenden. Selbst in Kantinen, Kaufhausrestaurants und vielen Restaurationsbetrieben in Urlaubsanlagen können sich die Gäste darauf verlassen, gesunde Biokost auf dem Teller zu haben. Mehr Bio in der niederländischen Gastronomie und der Cateringbranche bedeutet für die Bioproduzenten nicht nur die Erschließung eines zusätzlichen Marktes, sondern – mindestens ebenso bedeutsam – einen enormen Imagegewinn für Bio im allgemeinen und die Qualität im besonderen.

Bio in Afrika
Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Kriterium in der gesamten niederländischen Agrarwirtschaft. Die biologische Landwirtschaft ist mit ihren Nachhaltigkeitsmaßnahmen seit jeher darauf ausgerichtet, die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten. Die niederländischen Bio-Bauern streben daher an, dass ihre Nachhaltigkeitsziele über das gesetzlich geforderte Maß hinausgehen. Die Verwendung von “grünem“ Strom sowie der Einsatz kompostier- oder recyclebarer Verpackungen ist für die Holländer in diesem Zusammenhang ein wichtiger Beitrag zur Glaubwürdigkeit. Nicht alle Bio-Produkte können in unseren Breitengraden angebaut werden. Einige Früchte und Gemüsesorten müssen auch für den Biohandel importiert werden. Für den niederländischen Obst- und Gemüse-Importeur Eosta ist es wichtig, dass sich Handel und Konsumenten auch bei importierten Produkten auf die gewohnte hohe Bio-Qualität verlassen können. Daher hat das Unternehmen in Afrika einige Projekte initiiert, die zusätzlich sowohl die klimaneutrale Produktion wie auch die Maßstäbe des fairen Handels garantieren. Die Vermarktung dieser Bio-Produkte erfolgt unter dem von Eosta gegründeten Label Nature & More. Weitere Informationen zu Bio-Produkten aus dem Nachbarland können die Besucher der BioFach an den Ständen 101 und 102 der niederländischen Aussteller in Halle 5 erhalten. (MLNV)

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