Obst und Gemüse: Rückblick und Vorschau

Das Jahr 2009 war für den Obst- und Gemüsebereich mit niedrigsten Erzeugerpreisen korrespondierend mit niedrigsten Verbraucherpreisen gekennzeichnet. Viele Erzeugnisse wurden über die meiste Zeit des Jahres unterhalb der Gestehungskosten vermarktet. Die Gemüse- und Obstbaubetriebe zehrten in 2009 über weite Strecken von der Substanz.

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Das Jahr 2009 war für den Obst- und Gemüsebereich mit niedrigsten Erzeugerpreisen korrespondierend mit niedrigsten Verbraucherpreisen gekennzeichnet. Viele Erzeugnisse wurden über die meiste Zeit des Jahres unterhalb der Gestehungskosten vermarktet. Die Gemüse- und Obstbaubetriebe zehrten in 2009 über weite Strecken von der Substanz. Eine Preiserholung auf den Obst- und Gemüsemärkten ist dringend notwendiger denn je.

Als Hauptgründe für die miserable Obst- und Gemüsesaison 2009 sind im Wesentlichen drei Faktoren ins Rennen zu schicken: Zum einen ist aufgrund der vergleichsweise günstigen Witterung für Obst und Gemüse jeweils eine große Ernte herangewachsen. Zum Zweiten sind sowohl beim Frischgemüse als auch beim Frischobst leichte Verbrauchsrückgänge von 1-2% zu verzeichnen und zum anderen ist drittens der massive Konkurrenzdruck im Lebensmitteleinzelhandel maßgeblich für die Preismisere 2009 verantwortlich. Zudem ist festzustellen, dass auch wenn durch massive Preiszugeständnisse seitens der Erzeuger und massiven Preissenkungen im Lebensmitteleinzelhandel es keine gegenläufig höhere Nachfrage gegeben hat. Erstmals in 2009 ist bei den meisten Obst- und Gemüseerzeugnissen bei niedrigeren Erzeuger- und Verbraucherpreisen auch eine niedrigere Nachfrage bzw. umgekehrt ein niedrigerer Mengenabsatz des Lebensmitteleinzelhandels zu verzeichnen.

Nach Produkten aufgegliedert, ergibt sich allerdings ein sehr differenziertes Bild. Die Spargel- und Erdbeermärkte zu Beginn des Jahres 2009 waren dabei sowohl von der Menge als auch von den Preisen her sowohl für die Erzeuger als auch letztlich die Verbraucher ein ordentliches Jahr. Gleichmäßig heranwachsende Erzeugnisse bester Qualität mit den Mengen entsprechend korrespondierenden Preisen, die entweder auf dem Durchschnitt des vergangenen Jahres oder leicht darunter lagen, führten zu einem ausgeglichenen Saisonverlauf und auch zu einem ausgeglichenen Ergebnis. Spargel und Erdbeeren waren dabei aber auch die einzigen Lichtblicke bei Obst und Gemüse in der Vermarktungssaison 2009.

Der Apfelmarkt 2009/2010 war von drei wesentlichen Faktoren gekennzeichnet. Zum einen wurde noch im August die voraussichtliche Erntemenge in Deutschland und in Europa unterschätzt. Zum anderen waren noch genügend Bestände aus der vorjährigen Ernte vorhanden, die sich in die neue Saison im Abverkauf hineinzogen. Darüber hinaus ist es bisher nur sehr schleppend zu einem Mostobstmarkt gekommen, so dass teilweise auch für den Mostobstmarkt vorgesehene Qualitäten noch über den Tafelmarkt abgesetzt wurden. Hinzu kamen Lockangebote des Lebensmitteleinzelhandels bei größeren Gebinden von 2,5 kg bis 5 kg Tafeläpfeln zu "Spottpreisen" für die Erzeuger. Damit waren zu Beginn der Vermarktungssaison 2009/2010 die Preise für Tafeläpfel deutlich niedriger als in den vorangegangenen Jahren. Zudem lagen die Mostobstpreise teilweise bei nur 3 Euro pro 100 Kilogramm, die sich jetzt aber zögerlich auf 5 bis 6 Euro pro 100 Kilogramm erholt haben. Auch bei Tafeläpfeln ist nun mit einer vorsichtigen Preiserholung auf 35 bis 40 Euro je 100 Kilogramm auszugehen, womit zumindest das bereits niedrige Niveau 2008/2009 knapp wieder erreicht würde.

Bei den Zwetschgen waren aufgrund einer großen Menge in 2009 die Preise während der ganzen Verkaufssaison im Keller. Gleiches gilt im Übrigen für Süß- und Sauerkirschen und auch das Beerenobst konnte die Preiserwartungen in 2009 nicht erfüllen.

Beim Gemüse haben wir in 2009 im Freiland eine Rekordernte eingefahren, bei im Wesentlichen unveränderten Anbauflächen. Allerdings ist über alle Gemüsearten festzuhalten, dass die Preise während der ganzen Saison unter den Preisen der Vorjahre lagen und zum größten Teil auch die "schlechtesten Gemüsepreise" des Jahres 2004 in vielen Fällen noch unterschritten haben. Eissalat, Blumenkohl, Kohlrabi, Brokkoli und viele andere Gemüse konnten von den Erzeugern oftmals nur unterhalb der Gestehungskosten abgesetzt werden. Im Vergleich zu den europäischen Kollegen z. B. in Frankreich haben die deutschen Erzeuger oftmals nur den halben Preis für ihre Erzeugnisse erzielt. Allerdings ist nun zu beobachten, dass auch die spanischen Erzeugnisse, die auf den deutschen Markt kommen, in Spanien zu oftmals nicht kostendeckenden Erzeugerpreisen nach Deutschland verschickt werden.

Beim Lagergemüse ist derzeit verhalten optimistisch von einer stabilen Vermarktungssaison 2010 auszugehen, da insbesondere die bei Möhren, Zwiebeln, Porree und anderen Lagergemüsearten geernteten Mengen für einen ausgeglichenen und für die Erzeuger zufriedenstellenden Saisonverlauf Hoffnung geben. (Quelle: bog)

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