Baumarktbranche verspürt Rückenwind

Die Bau- und Heimwerkermarktbranche verspürte im dritten Quartal noch einmal kräftigen Rückenwind und rüstet sich für einen erfolgreichen Jahresendspurt. Von Juli bis einschließlich September 2009 stiegen die Bruttoumsätze um 4,4% gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

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Die Bau- und Heimwerkermarktbranche verspürte im dritten Quartal noch einmal kräftigen Rückenwind und rüstet sich für einen erfolgreichen Jahresendspurt. Von Juli bis einschließlich September 2009 stiegen die Bruttoumsätze um 4,4% gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Das dritte Quartal hat den Baumarkthandel in Deutschland damit endgültig wieder in den positiven Bereich geführt. Nach sehr guten Wachstumsraten im Juli und August entwickelte sich auch der Monat September deutlich besser als der Vergleichsmonat des Vorjahres.

Insgesamt wurden laut BHB/GfK-Report bis Ende September 2009 13,7 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaftet und damit 1,5% mehr als im Vorjahr. In den zurückliegenden Monaten wurde sogar ein höherer Umsatz erzielt als in den vergleichbaren Kalenderwochen des Jahres 2007, als noch kaum jemand an eine weltumspannende Finanz- und Wirtschaftskrise denken wollte.

Betrachtet man nur die Märkte, die mindestens seit einem Jahr geöffnet sind, ergibt sich für das dritte Quartal 2009 ein flächenbereinigtes Umsatzplus von 2,3%. Für die ersten neun Monate bleibt damit ebenfalls ein leichtes Plus stehen, auch wenn die Wachstumsrate mit 0,2% noch bescheiden ausfällt.

Verband rechnet mit positivem Jahresabschluss
Der Start ins vierte Quartal lässt sich sehr gut an. Nach Einschätzung des Bundesverbandes Deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte auf Basis einer Mitgliederbefragung nahm der Oktober einen ähnlich positiven Verlauf wie der September. Würde sich diese Entwicklung bis Ende des Jahres fortsetzen, käme die Branche für das Gesamtjahr 2009 auf ein flächenbereinigtes Umsatzplus von rund einem Prozent. Doch auch wenn sich die Entwicklung noch umkehren sollte, bliebe der Baumarktbranche ein leichtes Umsatzplus sicher.

Baumarktbranche deutlich besser als Einzelhandel insgesamt

Mit einem solchen Ergebnis hatten noch im Frühjahr 2009 die wenigsten Experten gerechnet. Der Einzelhandel erwies sich bisher als ziemlich krisenresistent. Die Verbraucher ließen sich ihre Konsumlaune nicht verderben, wenngleich die Ausgaben bewusster verteilt wurden und die Bürger auf kostspielige Investitionen häufiger verzichteten. Dieses Stimmungsbild gilt ebenso für die Baumarktbranche. Doch im Vergleich zu vielen anderen Bereichen des Einzelhandels können die Bau- und Heimwerkermärkte ihren Umsatz in diesem Jahr sogar steigern. Zum Vergleich: Die ersten drei Quartale des Jahres brachten den Unternehmen des Einzelhandels nach Aussage des Handelsverbandes Deutschland einen Umsatzrückgang von nominal 2% auf 284,4 Mrd. Euro.

Als Gründe für das sehr gute Abschneiden der Baumarktbranche lassen sich verschiedene Faktoren nennen. Wenn es in diesem Jahr häufiger hieß, wir verbringen unseren Urlaub auf Balkonien, dann wurden die freien Tage nicht selten dazu genutzt, um zu Hause zu schrauben und zu werkeln. In den letzten Monaten war oft davon die Rede, dass sich Menschen in schwierigen Zeiten gerne in die vertraute Umgebung des eigenen Zuhauses zurückziehen, um die Alltagssorgen hinter sich zu lassen. Wer mehr Zeit zu Hause verbringt, dem ist wichtig, sich dort rundum wohl zu fühlen. Viele Wohnungen und Gärten erhielten daher Schönheitskuren, die mit einem Einkauf im Baumarkt ihren Anfang nahmen.

Nachfrage steigt in fast allen Warenbereichen
Im aktuellsten BHB/GfK-Report für den September 2009 weisen daher nahezu alle Warengruppen einen teils deutlichen Umsatzsprung auf. Farben und Malerbedarf wurden besonders häufig nachgefragt ebenso wie bauchemische Produkte oder Baustoffe. Auch bei den Gartensortimenten zeigt die Verkaufskurve ungebrochen nach oben.

Für die ersten drei Quartale stehen somit auch zwei Warengruppen aus dem grünen Sortiment an der Spitze, wenn die positiven Veränderungsraten aufgelistet werden. Der Bereich lebendes Grün verzeichnet auf unbereinigter Fläche ein Umsatzplus von 7,1%. Bei Gartenmöbeln und dekorativen Artikeln für die Gartengestaltung verbuchen die Märkte einen Mehrumsatz von 4,9%. Der Spitzenreiter im September, Anstrichmittel und Zubehör, kommt in den ersten neun Monaten auf ein Plus von 3,5%. Weitere fünf Warengruppen erreichen Wachstumsraten zwischen 2,4 und 3,0%. Dazu gehören der Bereich Elektro, der vor allem dank der hohen Nachfrage nach Lampen und Leuchten kräftig zulegte, die Warengruppen Baustoffe/Bauchemie, Werkzeuge/Maschinen, die Fachabteilung Sanitär/Heizung sowie das Sortiment Eisenwaren und Sicherheitstechnik.

Leicht im Minus bewegen sich laut BHB/GfK-Report die Umsatzentwicklungen in den Warengruppen Tapeten / Bodenbeläge / Innendekoration sowie im Sektor Freizeit, Basteln, Werken. Weiterhin unverändert bleibt das Bild in der Warengruppe Holz, zu der auch der Bereich Kunststoffe zählt. Der negative Trend vom Jahresanfang setzt sich hier unvermindert fort. Lediglich im Juni wurden die Umsätze des Vorjahres einmalig übertroffen. Die unter der Bezeichnung Restliches Sortiment zusammengefassten Baumarktartikel verkaufen sich zwar insgesamt betrachtet schlechter als im Vorjahr (minus 5,4%). Doch finden sich hier ebenso die saisonalen Artikel wieder, die für die Bau- und Heimwerkermärkte eine immer größere Bedeutung gewinnen. Mit der stetigen Vergrößerung der Sonderverkaufsflächen beispielsweise für den Oster- und Frühlingsmarkt, die Halloween-Artikel oder aktuell die Weihnachtsbasare steigen auch die damit generierten Umsätze. In diesem Jahr dürfte das Umsatzwachstum bei Saisonartikeln zweistellig ausfallen.

Wetter schlägt Konjunktur
Allen schlechten Nachrichten aus dem Wirtschaftsleben zum Trotz haben sich die Deutschen in der gegenwärtigen Krise nicht als allzu ängstlich und übervorsichtig erwiesen. Der von der GfK ermittelte Konsumklima-Index, der Auskunft darüber gibt, wie die Verbraucher die allgemeine wirtschaftliche Lage aber auch ihre persönliche Situation einschätzen, hat sich seit seinem Fünf-Jahres-Tief im September 2008 nahezu kontinuierlich verbessert, wenn auch nach wie vor auf niedrigem Niveau.

Für die Baumarktbranche ist ein gutes Konsumklima mit Sicherheit eine wichtige Ausgangsbasis. Vergleicht man allerdings die Entwicklung des Konsumklimas innerhalb der vergangenen zwei Jahre mit der Umsatzentwicklung der Bau- und Heimwerkermärkte dann wird rasch deutlich, dass den weit größeren Einfluss auf die Kaufneigung der Baumarktkunden das Wetter ausübt. Mit der Temperaturkurve und der Sonnenscheindauer steigt und fällt die Motivation für Garten- oder Renovierungsarbeiten. Damit dürfte auch für das kommende Jahr gelten: das nächste Frühjahr kommt bestimmt und damit gute Umsätze nicht nur in den Gartenfachabteilungen. (BHB)

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