"1. Gesundheitstag im Obstland"

Die konkreten Auswirkungen des derzeitigen demografischen Wandels auf die Arbeitswelt in der vielschichtig strukturierten Obstland Dürrweitzschen AG standen im Mittelpunkt eines gestern erstmals durchgeführten "Gesundheitstages".

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Die konkreten Auswirkungen des derzeitigen demografischen Wandels auf die Arbeitswelt in der vielschichtig strukturierten Obstland Dürrweitzschen AG standen im Mittelpunkt eines gestern erstmals durchgeführten "Gesundheitstages". Hochkarätige Referenten aus Wissenschaft und Forschung stellten in der Unternehmenszentrale in Dürrweitzschen dem Vorstand und Mitgliedern des Aufsichtsrates, Geschäftsführern und verantwortlichen Mitarbeitern für Arbeits- und Gesundheitsschutz die Problematik und deren immer deutlich spürbar werdenden Auswirkungen auf die Gesellschaft, das Land und die Unternehmen dar.

„Die demografische Entwicklung wirkt sich zunehmend auf alle Zweige der Wirtschaft aus und zwingt sie zunehmend zum Handeln. Dass wir in dieser Frage handeln müssen, wissen wir aber auch nicht erst seit heute. Bereits vor 15 Jahren haben wir auf einer strategischen Klausurberatung über unsere Altersstruktur und die daraus resultierenden Anforderungen an den Berufsnachwuchs beraten.“ so Gerd Kalbitz, Vorstand der Obstland Dürrweitzschen AG auf dieser Veranstaltung.

„Nach einer umfänglichen Situationsanalyse arbeiten wir bereits seit Monaten an konkreten Plänen zur Umsetzung und Handhabung der wohl für alle deutschen Unternehmen gleichermaßen brisanten Problematik. Im absoluten Vordergrund des Handelns steht dabei für uns die Gesundheitsprävention.“ führte Michael Erlecke, Personalleiter des Unternehmens, weiter aus. Zugleich wies er darauf hin, dass die Vielfalt der körperlichen und geistigen Anforderungen der Arbeiten im Obstland aufgrund des außerordentlich breiten Tätigkeitsspektrums sehr hoch ist und damit auch die Anforderungen an ein ausgewogenes Gesundheitsmanagement in allen Tochtergesellschaften.

Demnach soll die Gesundheit aller MitarbeiterInnen, nicht nur während ihres Arbeitslebens, sondern auch noch im Rentenalter, mit entsprechenden prophylaktischen Maßnahmen – dazu gehören u. a. die Aufklärung der ArbeitnehmerInnen ebenso wie die Beachtung der Ergonomie der Arbeitsplätze durch den Arbeitgeber – sicher gestellt werden. Vor allen gilt es zukünftig verstärkt auf die Bedürfnisse der älteren MitarbeiterInnen einzugehen, deren berufliche Erfahrungen und fachliches Wissen für jedes Unternehmen in der Obstland-Gruppe eine enorme Bedeutung hat und noch möglichst lange haben soll. Hier helfen die Regelungen zum betrieblichen Eingliederungsmanagement. Sie sollen helfen, nach langer krankheitsbedingter Abwesenheit vom Arbeitsplatz, eine optimale Lösung für alle Beteiligten zu finden, um eine erneute Arbeitsunfähigkeit zu umgehen. „Gleichzeitig müssen wir natürlich unseren berufsständischen Nachwuchs sichern und so gut wie nur eben möglich ausbilden. Der vor uns stehende demografische Wandel stellt damit unsere Führungskräfte und MitarbeiterInnen vor neue, zusätzliche Aufgaben.

Aber der Herausforderung werden wir uns gemeinsam stellen und für beide Seiten – Arbeitnehmer Innen und Arbeitgeber – praktikable Lösungswege finden!“ führte Kalbitz in seinem abschließenden Statement aus.

Ein Blick auf die Prognosen zur weiteren Entwicklung der Bevölkerungszahlen in Deutschland, Sachsen und im ländlichen Raum zwischen Grimma, Döbeln und Oschatz zeigt, dass das bisher vermeintlich noch in weiter Ferne liegende und daher eher stiefmütterlich behandelte Thema „Demografischer Wandel“ zukünftig auch ein äußerst gewichtiges Kriterium für viele wirtschaftliche Entscheidungen im Obstland sein wird.

Die Kinder des Babybooms aus Zeiten des deutschen Wirtschaftwunders in der zweiten Hälfte der 50er und der ersten Hälfte der 60er Jahre haben heute ein Alter zwischen 44 bis 55 Jahren erreicht und sind derzeit mit Abstand die bestimmende Altersgruppe der Gesellschaft. Die Einführung der Antibabypille in der Mitte der 60er Jahre und deren negative Auswirkung auf die Geburtenrate in ganz Deutschland ist ein signifikanter Grund der inzwischen eingetretenen Bevölkerungsstagnation. Die mit der deutschen Wiedervereinigung Anfang der 90er Jahre eingesetzte Migration von Ost nach West und der nach dem „Pillenknick“ 1965 nochmals enorme Geburteneinbruch in dieser Zeit trägt ein Übriges zu der ohnehin schon brisanten Situation bei. Sachsen ist mit durchschnittlich 40,5 Jahren das Bundesland mit der demografisch ältesten Bevölkerungsstruktur der Bundesrepublik! (Quelle: Statisches Landesamt Sachsen 2007)

„Umso mehr gilt der vorbeugenden Gesunderhaltung der vorhandenen Arbeitskräfte im Obstland – bei vollständig bei den ArbeitnehmerInnen bleibender persönlicher Verantwortung für die eigene Gesundheit und Gesunderhaltung – verstärkte Aufmerksamkeit. Zum Wohle der Arbeitgeber wie auch der Arbeitnehmer“, fasste Gerd Kalbitz die angeregte und von großer Konstruktivität geprägte Diskussion in den späten Nachmittagsstunden zusammen. In den nächsten Wochen werden sich der eigens dafür gegründete Steuerkreis mit den Geschäftsführern der Obstland-Tochterunternehmen und externen Fachkräften der Regionalstelle Dresden der „Gesellschaft für Gesunde Arbeit“ und anderen kooperierenden wissenschaftlichen Einrichtungen des Landes über die konkreten Maßnahmen beraten und einen Katalog von kurz-, mittel- und langfristig möglichen Maßnahmen vorlegen. (obstland)

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