- Startseite
- Baselbieter Hochstammbäume bleiben gefäh...
Baselbieter Hochstammbäume bleiben gefährdet
Staatsbeiträge retten den Obstanbau mit Hochstamm-Bäumen nicht: Kaufen Großverteiler und Kundschaft Obst ab Hochstämmern künftig nicht zu kostendeckenden Preisen, überleben in fünf Jahren fast nur Niederstamm-Plantagen. Das zeigt eine Potenzial-Analyse auf.
Blühende große Obstbäume prägen das Landschaftsbild der Jurahügel in der Region Basel. Diese liefern über die Hälfte der Schweizer Tafelkirschen und über zwei Drittel der Industriekirschen, zumeist ab Hochstammbäumen. Diese werden jedoch verdrängt von Niederstamm-Plantagen, wie die Nachrichtenagentur SDA eine am 14. Oktober präsentierte Baselbieter Studie zitiert.
Die Studie erwartet einen Rückgang der Hochstamm-Kirschbäume in der Nordwestschweiz um etwa einen Drittel, selbst wenn der Großhandel weiterhin einiges derer Früchte abnimmt. Fährt der Großhandel Hochstamm-Kirschen herunter, dürfte auch bei guter Vermarktung in der Region und via Öko-Schiene über die Hälfte der Hochstämmer fallen. Gelingt es nicht, eine solche alternative Vermarktung mit kostendeckenden Preisen aufzuziehen, dann bleiben nur Lokal- und Direktvermarktung. Mit bloßen Nischenmärkten würden dank Ökobeiträgen von Bund und Kanton langfristig nur 20 bis 30.000 Hochstamm-Obstbäume überleben lassen - heute sind es gegen 150.000.
80% der für die Studie befragten Bauern wünschen gemäß Hochstamm Suisse eine Förderung des Hochstamm-Anbaus, aus emotionalen und ökologischen Gründen. Wetterpech und Marktprobleme drückten aber die Motivation. Baselland hat die schweizweit höchste Hochstamm-Dichte, doch jedes Jahr verschwinden davon 3%. Der Kanton Baselland sieht mit Verweis auf Markt-Realitäten keinen Konsens dafür, mehr als die bisher 18.000 Hochstammbäume mit Verträgen für ökologischen Ausgleich zu unterstützen. Auch 15 Jahre Bundesbeiträge hätten den Niedergang nicht verhindert - anstelle der Gießkanne könnte man vielleicht gezielt effektiver vorgehen. (lid)

Kommentare (0)
Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.