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HDE: Verbraucherinformation funktioniert
„Die Information der Verbraucher funktioniert. Eine Verschärfung des Gesetzes ist unnötig“, sagte heute in Berlin Franz-Martin Rausch, verbraucherpolitischer Experte des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), mit Blick auf die Wahlprogramme der Parteien. So wollten Bündnis 90/Die Grünen das Verbraucherinformationsgesetz verschärfen, die SPD wolle die Verbraucher stärken und Die Linke den Konsumenten umfassende Informationsrechte einräumen. Die Union setze auf klare Informationspflichten, die FDP wolle eine bessere Information einschließlich Aufklärung und Zugang zu Informationen.
„Die bisherigen Erfahrungen mit dem Verbraucherinformationsgesetz zeigen, dass konkrete Verbraucheranfragen zeitnah und präzise beantwortet werden“, sagte Rausch. Allerdings würden pauschale Anfragen einiger Organisationen die Behörden und Handelsunternehmen als drittbetroffene Wirtschaftsakteure an den Rand der Leistungsfähigkeit bringen und erhebliche Ressourcen binden. So hätten im vergangenen Jahr beispielsweise 22 Anfragen allein in einer Landesbehörde 1.600 Anhörungen bei Unternehmen erforderlich gemacht. „Diesen pauschalen Anfragen muss ein Riegel vorgeschoben werden“, forderte der HDE-Experte. Er erteilte auch Forderungen nach einem direkten Informationsanspruch der Verbraucher gegenüber Unternehmen eine Absage. Dieser würde dem in Deutschland und Europa verfolgten ordnungspolitischen Kurs entgegenstehen. Außerdem, so Rausch: „Ein solcher direkter Anspruch der Konsumenten auf Informationen würde die Unternehmen einseitig belasten. Den Verbrauchern würde er keinen Zusatznutzen bringen.“ Denn schon heute würden Handelsunternehmen ihre Kunden weit mehr informieren als der Gesetzgeber vorschreibt: im Internet, per Telefon, im täglichen Gespräch mit den Kunden im Geschäft, aber auch auf den Verpackungen der Eigenmarken und an den Regalen. „Verbraucherinformation ist für den Handel kein Lippenbekenntnis, sondern gelebte Praxis“, so Rausch. „Denn Einzelhändler haben ein starkes Eigeninteresse an der Schaffung von Kundennähe und Vertrauen. Dazu bedarf es keiner ergänzenden gesetzlichen Regelung.“ (HDE)

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