Zimmerpflanzen des Monats August 2019: Fleischfressende Pflanzen

Sie bieten eine ungewöhnliche Optik, extravagante Formen und eine gute Geschichte.

Fleischfressende Pflanzen ziehen mit ihrem bunten und skurrilen Aussehen alle Blicke auf sich. Bild: Pflanzenfreude.de.

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Fleischfressende Pflanzen ziehen mit ihrem bunten und skurrilen Aussehen Spinnen und Insekten an. Sie fangen und verdauen die kleinen Tierchen, um sich von ihnen zu ernähren. Die bekanntesten fleischfressenden Pflanzen sind Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula), Schlauchpflanze (Sarracenia), Sonnentau (Drosera) und Kannenpflanze (Nepenthes). Ihre Jagdtechniken unterscheiden sich voneinander: Die Venusfliegenfalle verwendet Fangblätter, die sich blitzschnell schließen. Beim Sonnentau klebt die Beute an den Tentakeln der Blätter fest. Ebenfalls genial: Die Blätter von Sarracenia bilden einen Schlauch, in dem die Insekten gefangen werden. Bei Nepenthes bilden sich ebenfalls Gefäße aus. Bei dieser Pflanze sind es Kannen, die an den Enden der Blätter herabhängen.

Herkunft

In der freien Natur wachsen fleischfressende Pflanzen in relativ feuchten Gebieten mit stickstoffarmen Böden, beispielsweise in Sümpfen und Mooren. Die Kannenpflanze stammt aus Südostasien, Venusfliegenfalle und Schlauchpflanze aus Nordamerika, und den Sonnentau findet man auf allen Kontinenten außer der Antarktis.

Sortimentsauswahl fleischfressende Pflanzen

Die Kannenpflanze (Nepenthes) ist eine Solistin, Venusfliegenfalle (Dionaea), Sonnentau (Drosera) und Schlauchpflanze werden in gemischten Paletten angeboten. Kannenpflanze: Die Kannen dieses extravaganten Blickfangs variieren in der Länge um einige Zentimeter und können bis 30 cm lang werden. Es handelt sich eigentlich um umgewandelte Blätter, die sich bilden, wenn die Pflanze ausreichend Licht bekommt. Insekten finden auf dem Deckel der Kannen etwas Nektar und kriechen auf dem Rand der Pflanze nach innen, auf der Suche nach mehr. Direkt unterhalb des Kannenrandes finden sie weiteren Nektar, doch darunter befindet sich eine glatte wachsbeschichtete Rutschbahn, über die sie in die Kanne fallen. Das Zappeln der Tiere aktiviert die Pflanzendrüsen, die eine starke Säure abgeben. So werden die Insekten innerhalb von zwei Tagen verdaut. Nur die Hülle der Tierchen bleibt zurück. Die Pflanze wächst als Epiphyt in Bäumen.

Die Venusfliegenfalle ist die spektakulärste unter den Fleischfressern. Die Blätter dieses Carnivoren bestehen aus zwei Teilen, die sich schließen können. Setzt sich ein Insekt oder eine kleine Spinne darauf, wird der Schließmechanismus in Gang gesetzt. Die Pflanze lässt sich jedoch nicht so leicht foppen. Um sicher zu sein, dass sich tatsächlich Beute auf dem Blatt befindet, müssen sechs Tasthaare des Blattes zweimal berührt werden. Werden sie nur einmal berührt, schließen sich die beiden Blatthälften nicht.

Der Sonnentau bildet perfekte Rosetten am Boden und hat rote Tentakeln, an deren Enden sich klebrige, glitzernde Tropfen befinden. Diesen verdankt die Pflanze ihren deutschen Namen. Kleine Insekten bleiben an den Tropfen kleben und werden von den beweglichen Tentakeln auf der Blattoberfläche festgehalten, wo sie verdaut werden. Die Schlauchpflanze geht beim Insektenfang sehr effektiv vor. Die Pflanze lockt die kleinen Tierchen mit Nektar, die von der rutschigen Kante in den Schlauch fallen und dort verdaut werden.

Verkaufs- und Präsentationstipps

Fleischfressende Pflanzen im Kleinformat eignen sich gut für offene und geschlossene Terrarien oder große flache Schalen, die man als Mini-Sumpf angelegen kann. Das Angebot dieser vorgefertigten Arrangements hilft gegen das Vorurteil, dass fleischfressende Pflanzen kompliziert sind, während ihre Pflege eigentlich sehr einfach ist. Die größeren Exemplare kommen in ihrem eigenen Übertopf besser zurecht, können aber – in Gruppen präsentiert – ein interessantes Bild abgeben. Nepenthes ist eine echte Solistin, die am besten frei hängen kann, um ihre spektakulären Kannen ins rechte Licht zu rücken. Die urige Ausstrahlung der Pflanzen bildet einen schönen Kontrast zu modernen, geometrischen Ziertöpfen. Für eine besonders natürlich wirkende Präsentation kann der Tisch darunter mit Rinde, Steinen und Wasserpflanzen gefüllt werden. (BBH)

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