Schweiz: Marmorierte Baumwanze auf dem Vormarsch

Die IG Zukunft Pflanzenschutz begrüßt die Motion "Forschung im Bereich der marmorierten Baumwanze" von Nationalrat Philipp Kutter zur Stärkung der Forschung im Bereich invasiver Schädlinge.

Die Einstiche der Wanzen führen zu Deformationen und bitteren Stellen im Pflanzengewebe. Bild: Schweizer Obstverband.

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Die Ausbreitung der Marmorierten Baumwanze wird zum nationalen Problem: Der Schweizer Obstverband schätzt die Schäden alleine für 2019 auf über 3 Mio Franken. Um die Obst- und Gemüsekulturen zu schützen, braucht es dringend neue Lösungen. Die IG Zukunft Pflanzenschutz begrüßt daher die Motion "Forschung im Bereich der Marmorierten Baumwanze" von Nationalrat Philipp Kutter zur Stärkung der Forschung im Bereich solch invasiver Schädlinge.

Das Beispiel der marmorierten Baumwanze zeigt eindrücklich, wie gefährlich invasive Schädlinge für Schweizer Produzenten sind. Der Schweizer Obstverband (SOV) beziffert die Schäden für ihre in den Obstkulturen in diesem Jahr auf über 3 Mio. Franken. Weitere Millionenschäden dürften im Gemüsebau dazukommen. Ohne schnelle und effiziente Maßnahmen gegen diesen Schädling, wird es beim Anbau von Kulturen wie Birnen, Äpfel, Gurken und Peperoni in der Schweiz zukünftig regelmäßig zu existenzbedrohenden Ernteausfällen kommen. Der Schaden bei Schweizer Produzenten würde mit verstärkten Importen aus dem Ausland einhergehen. Um die Schäden für die Schweizer Produzenten einzudämmen, bedarf es dringend Investitionen zur Förderung von wirksamen und nachhaltigen Schutzmaßnahmen. Die IG Zukunft Pflanzenschutz begrüßt daher die Motion "Forschung im Bereich der Marmorierten Baumwanze" von CVP-Nationalrat Philipp Kutter.

Innovation statt Verbote

Nationalrat Kutter fordert in seiner Motion zusätzliche Investitionen beim Bund von 5 Mio. Franken über fünf Jahre. Mit diesen Geldern sollen die Forschung und Beratung bei der Bekämpfung der Marmorierten Baumwanze und weiteren invasiven Krankheitserreger gestärkt und ausgebaut werden. Das ist dringend notwendig: Neben der Marmorierten Baumwanze können andere eingeschleppte Schadenerreger wie der Japankäfer, die Bananenschmierlaus (Pseudococcus) oder das Feuerbakterium (Xylella fasdidiosa) für die Spezialkulturen verheerend sein.

Die IG Zukunft Pflanzenschutz weist ausdrücklich darauf hin, dass der Anbau von qualitativ hochwertigem Obst und Gemüse in der Schweiz nicht selbstverständlich ist. Ohne wirksamen Pflanzenschutz – sei dies durch Netze, Nützlinge wie etwa die Samuraiwespe oder in letzter Konsequenz Pflanzenschutzmittel – wird es zukünftig regelmäßig zu existenzbedrohenden Ernteausfällen bei Produzenten kommen. Getreu dem Grundsatz "Innovation statt Verbote" unterstützt die IG Initiativen, welche die Forschung bei der Bekämpfung der invasiven Schädlinge stärken und somit nachhaltige Lösungen beim Pflanzenschutz ermöglichen. (IG Zukunft Pflanzenschutz)

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