NL: Rekordexport von 6 Mrd. Euro möglich

Trotz eines Rückgangs bei den fünf größten Kundenländern werden die Blumen- und Pflanzenexporte aus den Niederlanden den Rekordwert von 6 Mrd. Euro erreichen.

Trotz eines Rückgangs bei den fünf größten Kundenländern werden die Blumen- und Pflanzenexporte aus den Niederlanden den Rekordwert von 6 Mrd. Euro erreichen. Bild: GABOT.

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Der VGB und Floridata erwarten einen Exportrekord auf Basis der Ergebnisse bis einschließlich November. Die CEOs der großen Handelshäuser erwarten im nächsten Jahr wieder ein Wachstum. Sie befürworten ein stärkeres Engagement für Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Positionierung und warnen vor Kostensteigerungen und mehr regulatorischem Druck, auch durch den Brexit.

Die magische Grenze von 6 Mrd. Euro Exportumsatz wurde im vergangenen Jahr erstmals knapp überschritten. "Angesichts des zunehmenden internationalen Wettbewerbs ist dies eine besondere Leistung", sagt Matthijs Mesken, Geschäftsführer des VGB. Bis November dieses Jahres lag der Exportwert auf dem Niveau von 2017. "Wenn die Märkte auf Kurs bleiben, ist die gleiche Performance ein weiterer großer Meilenstein", ergänzt Wesley van den Berg von Floridata.

Beschleunigung der Nachhaltigkeit

"Mit dem vor uns liegenden Jahr 2019 müssen wir noch mehr Tempo bei der weiteren internationalen Nachhaltigkeit setzen. Im folgenden Jahr wollen wir mindestens 90% nachhaltig angebaute Blumen und Pflanzen handeln", sagt Geschäftsführer Marco van Zijverden von der Dutch Flower Group (DFG). "In diesem Jahr ist die Branche stärker auf die unbequeme Situation rund um Kunststoff aufmerksam geworden", sagt Michiel de Haan, CEO von Royal Lemkes. Matthijs Mesken fasst zusammen, dass Kettenpartner Maßnahmen ergreifen müssen, um die Anforderungen ihrer Kunden weiterhin erfüllen zu können.

Verstärkte Digitalisierung

"Wir müssen in der Informationstechnologie innovativ sein, weil wir mehr datengesteuert arbeiten und uns als Dienstleister entwickeln müssen. Dazu gehört auch eine effizientere Logistik als Reaktion auf den Kostendruck", sagt Frank Koenen, Geschäftsführer von FleuraMetz. De Haan bemerkt, dass dies die Transparenz in der Kette und damit die Kooperationsbereitschaft erhöht. Die Zusammenarbeit findet auch bei der Förderung von Blumen und Pflanzen durch das Bloemenbureau Holland statt. Die neuen Kampagnen in Kombination mit der "Shopper-Aktivierung" fördern den Konsum und die Zusammenarbeit zwischen den Kettenparteien.

Realisierung von Wachstumspotenzialen

Die CEOs erwarten für 2019 ein gesundes Wachstum, sowohl organisch als auch durch Akquisitionen oder andere Formen der Zusammenarbeit. Sie verweisen aber auch auf die drückenden Auswirkungen von Kostensteigerungen, insbesondere bei Arbeit, Logistik, Währungsschwankungen und verstärkter Regulierung. Der bevorstehende Brexit sei das deutlichste Beispiel dafür.

Van den Berg stellt fest, dass das Vereinigte Königreich nach Deutschland (28,2%) der zweitgrößte Handelspartner beim Exportumsatz niederländischer Blumen und Pflanzen mit einem Anteil von 13,7% ist. Van Zijverden: "Wir treffen viele operative Vorbereitungen mit der Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter in Zollformalitäten und zum Beispiel mit der Erlangung des Status eines AEO (Auhthorized Economic Operator), aber die Auswirkungen von Brexit lassen sich nicht richtig einschätzen. Das ist auch die Meinung von De Haan. "Alle Parteien, die nach Großbritannien liefern, müssen ein Worst-Case-Szenario in Betracht ziehen. Mesken betont, wie wichtig eine gute Vorbereitung auf den Status Englands als "Drittland" ist. "Dies unterliegt völlig anderen Formalitäten".

Wetterbedingungen wirken sich aus

"Den Umsatz trotz der extremen Wetterbedingungen in den wichtigsten Märkten auf 6 Mrd. Euro zu halten ist ein Zeichen für die Stärke des niederländischen Großhandels", ergänzt Mesken. Nach einem extrem kalten Frühling folgte ein langer, warmer Sommer. Die fünf größten Kundenländer mit einem Umsatz in Höhe von 3,6 Mrd. Euro, was in diesem Jahr einem Anteil von 64% entspricht, verlieren laut Van den Bergs Exportstatistik um mehr als 2%. "Die Tatsache, dass die anderen Zielländer diesen Rückgang ausgleichen, ist ein Zeichen für die Flexibilität und den Unternehmergeist unseres Großhandels", sagt er.

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