Moor- und Klimaschutz: Landnutzende sind bereit

Offener Brief von Greifswald Moor Centrum und dem Deutschen Verband für Landschaftspflege an die Bundesminister*innen Robert Habeck, Steffi Lemke und Cem Özdemir.

Wiedervernässte Moorfläche mit Anbau von Rohrkolben umgeben von entwässerten Moorflächen. Bild: Tobias Dahms.

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In einem offenen Brief an die Bundesminister*innen Robert Habeck, Steffi Lemke und Cem Özdemir empfehlen das Greifswald Moor Centrum und der Deutsche Verband für Landschaftspflege sowie Praxispartner konkrete Unterstützung für eine beschleunigte Umsetzung von Klimaschutz durch Moorschutz. Die Wiedervernässung von landwirtschaftlich genutzten Moorflächen und eine anschließende nasse Nutzung sind effektive und kostengünstige Maßnahmen des natürlichen Klimaschutzes. Viele Landwirt*innen haben das erkannt und möchten ihren Beitrag leisten. Doch die fehlende Sicherheit bei Planungen, Investitionen und Förderungen lässt sie zögern.

Die Chance, bis zu 7% der Treibhausgasemissionen Deutschlands durch Moorbodenschutz einzusparen, wird so verpasst. Es steht im „Sofortprogramm Klimaschutz“ und auch im vier Milliarden Euro schweren „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“: Der Schutz und die Wiedervernässung von Mooren sind essentiell zum Erreichen der Klima-und Biodiversitätsziele. Eine anschließende nasse Nutzung von Moorböden (Paludikultur) hat viele Vorteile: Die Emissionen aus den Flächen sind effektiv reduziert. Eine Bewirtschaftung lässt sich so innovativ weiterführen, die entstehenden Produkte können Kohlenstoff festlegen und zudem noch fossile Rohstoffe ersetzen.

Nach Jahrhunderten der entwässerungsbasierten Landwirtschaft auf Paludikultur umzustellen, ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Risiken und Kosten können nicht Einzelne tragen. Das Wissen und die Bereitschaft für solch eine „Moor-Transformation“ sind da.Das Projekt Moor- und Klimaschutz (MoKli) der Nationalen Klimaschutzinitiative hat in den letzten drei Jahren in fünf Modellregionen in moorreichen Bundesländern gemeinsam mit Landwirt*innen, Wasser- und Bodenverbänden, Behörden und anderen Akteur*innen vor Ort Lösungen für die konkrete Umsetzung von Moor-Klimaschutz entwickelt. Es sieht gewillte Landwirt*innen, die jedoch wegen langwieriger Planungsverfahren, unsicheren Rahmenbedingungen für Investitionen und fehlender finanzieller Unterstützung ausgebremst und frustriert sind. Damit laufen wir Gefahr, das Potenzial eines ernstzunehmenden Klimaschutzes auf Moorböden ungenutzt zu lassen. (Greifswald Moor Centrum)

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