EPS GmbH: Vorerst keine Investition in Lüllingen

"Die geplante Ansiedlung des Euregionalen Pflanzen Servicecenters (EPS) wird seitens unseres Unternehmens vorerst nicht weiter verfolgt." Das schreibt das Unternehmen in einem Statement zum Rückzug aus dem Bauvorhaben in Lüllingen.

Der Vermarkter EPS wollte näher an seine Kunden ziehen. Bild: Screenshot Webseite EPS GmbH.

Anzeige

Ausschlaggebend sei ein anonymes Schreiben sogenannter „Dorfrebellen“ an einen Kunden des Familienunternehmens gewesen. In dieser E-Mail sei dem EPS-Kunden angedroht worden, auch gegen ihn vorzugehen.

„Unsere Kunden wissen, dass wir uns intensiv um Nachhaltigkeit bemühen. Aber bei solch einem Stil bekommen wir Angst um unseren Ruf als Familienunternehmen“, begründet Geschäftsführer Norbert Engler die Entscheidung der Familie. „Wir wussten um die Sorgen der Lüllinger und hätten gern mit ihnen nach Lösungen gesucht, die Belastung zu minimieren und entsprechenden Ausgleich zu schaffen”.

Die Nachhaltigkeit hat aus Sicht der EPS GmbH für Lüllingen gesprochen: Zum einen wäre die CO2-Belastung insgesamt gesunken. Denn anliefernde Gärtner und abliefernde Spediteure fahren meist sowohl Landgard als auch EPS an. Durch die unmittelbare Nähe hätte sich der Fahrtaufwand für sie deutlich reduzieren lassen.

Zum anderen sollte ein großer Teil der Fläche nicht bebaut werden, sondern gezielt ökologisch aufgewertet werden. Erste Gespräche waren auch schon mit Landgard und der Stadt geführt worden, ob nicht auch der Rest der konventionell bewirtschafteten Ackerfläche beispielsweise mit großflächigen Streuobstwiesen bepflanzt und für die Lüllinger zugänglich gemacht werden kann.

An diesem Mittwoch war dazu eigentlich eine öffentliche Bürgerversammlung in Lüllingen angesetzt, bei der die Bürger Gelegenheit haben sollten, ihre Bedenken und Ideen einzubringen. „Wir haben die Sorgen der Lüllingerinnen und Lüllinger zur Verkehrssituation und zur Versiegelung von Flächen nachvollziehen können. Genau dazu wollten wir ergebnisoffen in Lüllingen ins Gespräch gehen.”

Die schon jetzt vorhandene Verkehrsbelastung wurde bereits im Vorfeld mit der Stadt diskutiert. „Wir hätten uns gerne an der Verbesserung der Kreuzungssituation beteiligt” versichert Norbert Engler. „Aber anonyme Drohungen, die an unsere Kunden gehen, torpedieren jedes Gespräch. Wir hätten gern in einer offenen Arbeitsgruppe Lösungen für die kritischen Punkte gesucht. Aber das scheint nicht erwünscht. Ob die selbsternannten Dorfrebellen wirklich für das ganze Dorf sprechen, scheint zumindest fraglich. Aber wir können das Risiko nicht eingehen, dass einige Radikale noch weitergehen.”

Das Familienunternehmen EPS sieht Nachhaltigkeit als zentrales Thema seiner Unternehmensziele und ist u.a. in dem Verein „Nachhaltiger Zierpflanzenbau e. V.“ im Vorstand engagiert.

Norbert und Martin Engler: „In unseren Familien sind wir uns im Sinne unserer Kinder und Enkel einig, dass wir ihnen eine Welt hinterlassen müssen, die lebens- und liebenswert ist. Daran werden wir auch weiter arbeiten, wenn auch vorerst nicht in Geldern.”

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.