Fachschule Auweiler geschlossen

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Am 17. Juli 2004 wurden die letzten Floristmeister/innen in Köln-Auweiler losgesprochen. 13 junge Meister/innen dürfen sich über ihren erfolgreichen Abschluss in Köln-Auweiler freuen. Sie bleiben ohne Nachfolger, denn es wird keinen neuen Floristmeisterkurs in Köln-Auweiler mehr geben. Die Landwirtschaftskammer gibt den Standort auf. Ab Sommer 2004 wird die Fachschule für Floristik und Gartenbau in Auweiler geschlossen. Auch das gesamte floristische Seminarangebot, das in Kooperation mit dem Fachverband Deutscher Floristen in Auweiler angeboten wurde, findet nicht mehr statt. Nur die Fachschule für Landwirte bleibt erhalten. Damit verliert der Berufsstand eine der traditionsreichsten Bildungsstätten, die untrennbar mit dem Namen eines Wegbereiters der Floristik, Schulleiter Albert Eurich, verbunden ist. Seit 1984 hat Meisterausbilder Klaus Krielke mit seinem Team hunderte von Floristmeisterschülern erfolgreich auf ihre Prüfung vorbereitet. Insgesamt 19 Floristmeisterlehrgänge hat er in dieser Zeit zum Abschluss geführt. Jetzt wechselt Krielke für den Fachverband Deutscher Floristen nach Grünberg und wirkt ab sofort in der dortigen Floristmeisterausbildung unter Leitung von Olaf Schroers mit.

 

1952 gründete der Fachverband Blumenbindereien, heute Fachverband Deutscher Floristen, und die Landwirtschaftskammer Rheinland in der damaligen Gärtnerlehranstalt in Bonn-Friesdorf die zweite Fachschule für Floristik in Deutschland. In der Zeit des beginnenden Wirtschaftsaufschwungs stieg die Nachfrage nach Blumen und Sträußen ständig, so dass sich immer mehr Gärtner auf das Blumenbinden spezialisierten. Was fehlte, war die Möglichkeit einer qualifizierten Ausbildung. Das war der Grund für die Geburtsstunde einer floristischen Fortbildung in Friesdorf. Bis 1986 wurden in Bonn-Friesdorf rund 1.000 Floristmeisterinnen und Floristmeister auf die Prüfung vorbereitet. Dann verkaufte die Landwirtschaftskammer Rheinland das Gelände in Friesdorf an die Bundesrepublik Deutschland im Zuge der Erweiterung der Regierungsbauten in Bonn und investierte das Geld in eine neue Lehr- und Versuchsanstalt in Köln-Auweiler. Noch im gleichen Jahr wurde der gesamte Umzug mit der offiziellen Einweihung in Auweiler am 11. Juni abgeschlossen. Die ersten Meisterprüfungen für Floristen fanden in den neuen Räumlichkeiten 1987 vor der Industrie- und Handelskammer Köln statt – seither verbunden mit einer Ausstellung der praktischen floristischen Prüfungsarbeiten, die unter dem Namen FLOR bis heute tausende von Besuchern begeisterte.

 

Die höchsten Schülerzahlen hatte die Fachschule in den 80er und 90er Jahren mit über 50 Meisteranwärtern pro Jahr. Neben ihrem Erfolg als selbstständige Unternehmer sowie als verantwortliche Arbeitnehmer haben Absolventen aus Auweiler immer wieder herausragende Erfolge bei floristischen Wettbewerben erzielt. So gingen Weltmeister, Europa-Cup-Sieger und Sieger der „Goldenen und Silbernen Rose“ aus dieser Fachschule hervor. Immer wieder waren Schüler/innen aus Auweiler auch bei Ausstellungen und Messen erfolgreich. Zum Beispiel beim bekannten Straußwettbewerb auf der Internationalen Pflanzenmesse IPM in Essen, der wiederholt von Auweiler-Absolventen gewonnen wurde. (FDF)

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