Hitzewelle: Klimawandel ist eine Tatsache

"Der Klimawandel ist eine Tatsache: Die aktuelle Hitzewelle und ihre Auswirkungen machen deutlich, dass wir handeln müssen!"

"Der Klimawandel ist eine Tatsache: Die aktuelle Hitzewelle und ihre Auswirkungen machen deutlich, dass wir handeln müssen!" Bild: GABOT.

„Außergewöhnlich viele heiße Tage und heftige Starkregenereignisse: Das sind spürbare Symptome des Klimawandels. Er ist auch hier in Rheinland-Pfalz angekommen. Das merken nicht nur wir Menschen. Die Natur betrifft es ebenfalls: Durch die Trockenheit steigt im Wald die Gefahr von Bränden, das Flusswasser erwärmt sich und beeinträchtigt Fische und andere Wasserlebewesen. In den Badeseen sorgt die intensive Sonneneinstrahlung für ein erhöhtes Wachstum der Blaualgen. Die heftigen Regenfälle im Juni und deren Folgen haben erhebliche Schäden in den betroffenen Städten und Gemeinden verursacht“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken heute zur aktuellen Hitzewelle. „Diese Auswirkungen machen deutlich: Wir müssen handeln. Wir dürfen in unseren Anstrengungen zur Energiewende und zur Wärmewende nicht nachlassen“, so die Ministerin.

„Die Wassertemperatur am Rhein klettert wieder nach oben. Da die Wassertemperatur bereits 27 Grad erreicht hat, werden aktuell alle relevanten Wärmeeinleiter von den zuständigen Wasserbehörden aufgefordert, alle Möglichkeiten einer Rückkühlung zu nutzen. Dazu zählen etwa zusätzliche Möglichkeiten der Luftkühlung. Bei weiter steigenden Temperaturen können auch weitergehende Maßnahmen in Frage kommen. Die Temperaturentwicklungen werden intensiv beobachtet und fachlich beraten“, berichtet Höfken. Ab einer Wasserdurchschnittstemperatur von 28 Grad Celsius werden die bedeutenden Wärmeeinleiter in Gewerbe und Industrie aufgefordert, weitergehende Maßnahmen bis hin zur Drosselung von Produktionen zu ergreifen. „Derzeit müssen wir die Situation weiter beobachten. Eine kühlere Nacht oder ein Gewitter können für eine signifikante Absenkung der Wassertemperatur sorgen. Daher schauen die Fachleute in unseren nachgeordneten Behörden sehr genau auf die aktuellen Werte und auf die Prognosen.“

Ministerin bittet um Vorsicht im Wald

Im rheinland-pfälzischen Wald besteht wegen der bleibend hohen Temperaturen eine hohe Waldbrandgefahr. „Unser Wald ist wichtig für unser Klima und unsere Artenvielfalt. Wir sollten ihn und die Bürgerinnen und Bürger in der Nähe von Wäldern schützen: Darum appelliere ich an alle, die Vorsichtsmaßnahmen im Wald ernst zu nehmen“, sagte die Ministerin. Eine Glasscherbe im Wald, eine achtlos weg geworfene Zigarette oder ein offenes Feuer könnten unvorhersehbare Folgen für Mensch und Natur haben.

Erhöhte Ozonwerte - Trend insgesamt aber rückläufig

Wie jedes Jahr im Sommer steigen mit den Temperaturen auch die Ozonwerte. An einigen Messstellen ist der Informationsschwellenwert von 180 Mikrogramm(µg)/Kubikmeter (m³) für das Jahr 2018 bereits überschritten worden - etwa in Ludwigshafen, aber auch im Westerwald und dem Pfälzerwald. Eine erhöhte Ozonbelastung kann für einige Menschen zu gesundheitlichen Problemen wie Hustenreiz, Atembeschwerden und Kopfschmerzen führen. Parallel zur atmosphärischen Ozonbildung entstehen aber auch zusätzlich reaktive Nebenprodukte, die im Gegensatz zu Ozon gut wasserlöslich sind und vor allem die Schleimhäute der oberen Atemwege und der Augen reizen können. „Erfreulicher Weise ist seit vielen Jahren ein abnehmender Trend hoher Ozonkonzentrationen zu verzeichnen. So werden die Informationsschwelle (180 µg/m³) und die Alarmschwelle (240 µg/m³) an immer weniger Sommertagen erreicht oder überschritten“, sagte Höfken. Wurden im Rekordsommerjahr 2003 beide Werte noch an 27 beziehungsweise an sieben Tagen überschritten, ging die Häufigkeit dieser Ereignisse in den Folgejahren ständig zurück. Seit 2007 wurde die Alarmschwelle nicht mehr erreicht. Die Hauptursache ist die weitere Verminderung der Emissionen an Vorläuferstoffen (Stickoxidverbindungen und Kohlenwasserstoffe), die für die Ozonbildung erforderlich sind. Der Ausstoß von Stickstoffoxiden ist seit 1990 um etwa 60% und der von Kohlenwasserstoffen um etwa 70% reduziert worden.

Umweltministerin Höfken: „Diese Entwicklung ist das Ergebnis erfolgreich umgesetzter internationaler, nationaler und lokaler Maßnahmen auf dem Gebiet der Luftreinhaltung. Dies betrifft sowohl den Bereich der Kraftwerke und der Industrie, aber auch den Verkehrsbereich und die privaten Haushalte. Dennoch sind weitere Anstrengungen zur zukünftigen Senkung der Immissionsbelastungen erforderlich. Denn nicht nur die Menschen können durch zu hohe Ozonkonzentrationen beeinträchtigt werden, auch Nutzpflanzen und Bäume leiden unter Ozonstress.“

Information:

Die Ozonkonzentrationen werden seit vielen Jahren in Rheinland-Pfalz an 17 von insgesamt 27 Messstationen des ZIMEN (Zentrales Immissionsmessnetz Rheinland-Pfalz) gemessen, ausgewertet und veröffentlicht.

Für den Rheinabschnitt zwischen Worms und Köln (ca. 245 km) wurde im Auftrag des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie und des Landesamtes für Umwelt Rheinland Pfalz ein LARSIM-Wärmemodell erstellt. (Quelle: Rheinland-Pfalz)