Torfgewinnung und Moorschutz: Beides ist vereinbar

Torfabbau und Moorschutz stehen seit langem in der politischen Diskussion. Das Aktionsprogramm Klimaschutz der Bundesregierung setzt hier aktuell neue Ziele. In Niedersachsen läuft die Novellierung des Landesraumordnungsprogramms, das Vorranggebiete für den Torfabbau streichen will.

Torfabbau und Moorschutz stehen seit langem in der politischen Diskussion. Das Aktionsprogramm Klimaschutz der Bundesregierung setzt hier aktuell neue Ziele. In Niedersachsen läuft die Novellierung des Landesraumordnungsprogramms, das Vorranggebiete für den Torfabbau streichen will.

Der Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) hat sich frühzeitig für die Verwendung von Alternativen zu Torfsubstraten im Gartenbau eingesetzt. Doch diese stehen auch heute noch nicht in ausreichenden Mengen zur Verfügung oder weisen im Vergleich zu Torfsubstraten für die Pflanzenproduktion oft eine zu geringe Qualität auf.

Für den Gartenbau betont ZVG-Präsident Jürgen Mertz: „Der Gartenbau bekennt sich zu einem verantwortungsvollen und klimaschonenden Torfabbau. So werden in Deutschland keine intakten Moore für die Torfgewinnung genutzt. Vielmehr wird für den Abbau in der Regel auf landwirtschaftlich vorgenutzte, vor über hundert Jahren entwässerte Flächen zurückgegriffen. Nach der Nutzung werden die Flächen wiedervernässt.“

Die von der niedersächsischen Landesregierung geplante Änderung des Landesraumordnungsprogramms bedeutet faktisch eine Stilllegung fast der gesamten deutschen Torfproduktion. Damit hat eine landespolitische Reform bundesweite Ausstrahlung für den Gartenbau. Mertz weist darauf hin, dass trotz der Fortschritte bei der Verwendung alternativer Substratstoffe, Torf für den Profigartenbau auch heute noch unverzichtbar ist. Er appelliert in einem Schreiben an die Bundestagsabgeordneten aus Niedersachsen, dass die Politik gemeinsam mit Torfindustrie, Gartenbau und Landwirtschaft ein Zukunftskonzept für eine nachhaltige Torfgewinnung entwickeln solle. „Dabei müssen wir den Dreiklang aus Ökologie, Ökonomie und sozialer Verantwortung berücksichtigen“, fordert der ZVG-Präsident abschließend. (ZVG)